Heft 268 Februar 2013


Die Winzer-Connection

  Winzer-Connection
  Weingut Walldorf-Pfaffenhof
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Wein des Monats

Jupp präsentiert die schönsten rheinhessischen Gewächse (Teil 187)

Walldorf-Pfaffenhof: ein Gesamtkunstwerk


Walldorf-Pfaffenhof
Ein starkes Team im anheimelnd-pittoresken Ambiente von Gastraum und Geschenkeladen: Kerstin Walldorf- Dexheimer, ihr Mann Hans-Jürgen, Tochter Katrin und Sohn Max.

Manchmal ist es wirklich unglaublich, was Winzerfamilien zu leisten im Stande sind. Ein herausragendes Beispiel: die Dexheimers in Saulheim. Sie betreiben Weingut, Vinothek sowie Geschenkeladen, und für jeweils etwa drei Monate ist im Frühjahr und Herbst die Gutsschänke geöffnet. Jupp hat die quirlige Familie in ihrem Weingut Walldorf-Pfaffenhof besucht. Hier sein Bericht:

Über Jahre und Jahrzehnte ist direkt an der Mainzer Straße in Saulheim ein Anwesen entstanden, das seinesgleichen sucht. 1988 begann es mit dem Gutsausschank, später kam das Geschäft für Accessoires unterschiedlichster Art hinzu. Und hier, zwischen all den herrlichen alten Möbeln, darf im großen Gastraum herzhaft regional getafelt und gefeiert werden. Treibende Kraft des Gesamtkunstwerks ist zweifelsohne Kerstin Walldorf-Dexheimer, die ein nie versiegender Quell neuer Ideen zu sein scheint. So ist schon allein die Gestaltung der Schänkenspeisekarte ein Augenschmaus. Darüber hinaus begeistert sie als Wein- und Kulturbotschafterin interessierte Besucher für ihre rheinhessische Heimat.

Ein echt starkes Sechser-Team

So recht erfolgreich aber wird das Ganze durch das engagierte Zusammenspiel aller. Ehemann Hans-Jürgen Dexheimer, der 1982 seinen ersten eigenen Jahrgang ausgebaut hat, ist für die Weinerzeugung zuständig, wobei der Nachwuchs bereits kräftig mitmischt. Sohn Max hat mittlerweile seine Winzerlehre beendet und wird nach einer oenologischen Stippvisite in Neuseeland schließlich sein Studium in Geisenheim aufnehmen. Tochter Katrin hat den Gastronomiepart übernommen, Kerstins Mutter Anneliese betreut die Küche und deren Ehemann Heinz macht mit Vorliebe die Honneurs, kümmert sich mit viel Herz um die Gäste des Guts.

Das Entrée unseres diesmonatigen WdM-Tableaus eignet sich auch im wahren Genussleben bestens als Starter. Dabei handelt es sich um einen wundervollen Secco mit Namen »Laura«, dem die 20 Gramm Restzucker bei 5,2 Gramm Säure bestens zu Gesichte stehen. Der animierende 12-Prozenter und WdM 1 kostet 7,90 Euro. Solide uns geradlinig kommt unser WdM zwo daher. Entsprechend wird dieser trockene Literriesling aus der Saulheimer Probstey (12,5 Prozent, 4,50 Euro) in der Speisekarte der Schänke als »Tagwerkwein« bezeichnet. Als Essensbegleiter läuft der Wein des Monats Nummer 3 zur Hochform auf. Der knapp halbtrockene Weißburgunder aus der Lage Hölle (12%, 4,50 Euro in 0,75) entstammt wie seine gerade genannten WdM-Vorgänger dem Jahrgang 2011. Elegant, schlank und mit einem angenehmen Süße-Säure-Verhältnis versehen präsentiert sich die feinherbe Gewürztraminer Spätlese (2010, 13,5%, 6,90 Euro) als eindrucksvoller WdM 4.

Als Grauburgunder der Oberklasse möchte ich die zweielfer trockene Spätlese vom Haubenberg (WdM 5, 13,5%, 5,60 Euro) bezeichnen. Vollreifes Lesegut war die perfekte Voraussetzung für einen kraftvollen, fruchtbetonten, gleichwohl keineswegs überladenen Wein. Ihren Meister findet diese Kreszenz dann doch noch, und zwar in der gleichaltrigen trockenen GB-Spätlese, die von Februar bis Oktober 2012 auf der Hefe lag und in jungen Barriques ausgebaut wurde. Ein wahrer Feierabendgenusswein ist dieser WdM 6, der für 9,20 Euro erstanden werden kann.

Einen Schwarzriesling allererster Güte durfte ich bei Dexheimers zudem probieren. Die 2009er Spätlese (WdM 7, trocken, 13%, 10,90 Euro) kann locker mit so manchem hochwertigen Spätburgunder mithalten und macht besonders zu hellerem Fleisch oder als Solist eine blendende Figur. Den von nördlicher Breite geprägten, eher fruchtigen Cabernet Sauvignon-Typ verkörpert unser WdM 8, der zwölf Monate in unterschiedlichen Barriquefässern reifte (2007, knapp 14%, trocken, 11,90 Euro). Ein spannender Rotwein, der auch diverse würzige Noten und dezente Röstaromen zeigt.

Dexheimer-Flaschen

Gutsschänke wieder geöffnet

Eine gute Gelegenheit, die Weine von Walldorf-Pfaffenhof in Verbindung mit originärer rheinhessischer Küche kennen zu lernen, gibt es jetzt bereits wieder: Vom 13. Februar bis 26. Mai ist die Gutsschänke aktiv, und zwar donnerstags bis samstags ab 17 Uhr und sonntags von 12 bis 20 Uhr. Zu diesen Zeiten können die Weine auch ohne zu essen probiert und eingekauft werden.

Weingut, Vinothek und Geschenkeladen sind ganzjährig von Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet.