Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

Die Winzer-Connection

Winzer-Connection
  Vereinigte Weingüter Krebs-Grode
  Hauptstraße 16
  55278 Eimsheim
  Tel. 0 62 49 / 90 80 50
  Fax 0 62 49 / 908 05 10
service@krebs-grode.de
www.krebs-grode.de
Werbung

Wein des Monats

Jupp präsentiert die schönsten rheinhessischen Gewächse (Teil 186)

Krebs-Grode: Auf dem Weg zu Unikaten


Krebs-Grode
Legen gemeinsam die Weinprofile fest: das Ehepaar Annette und Hubertus Krebs.

Gedankliche Individualität des Winzers ist eine der Voraussetzungen zur Erzeugung herausragender Weine mit Profil. Wie in jeder Branche und allen Lebenbereichen gibt es jene, die diese Prämisse fahnenschwenkend vor sich her tragen, und jene, die mit großem Einsatz das umsetzen, woran ihnen liegt. Zu Letzteren gehören zweifelsohne die Betreiber der Vereinigten Weingüter Krebs-Grode in Eimsheim:

Zur Begriffsklärung: 1966 wurden durch Heirat von Dorothe Grode aus Gau-Odernheim mit dem Eimsheimer Klaus- Walter Krebs, seines Zeichens Weinbauingenieur, deren beide Weingüter zusammengelegt. Während das Anwesen in G-O seither eher zum Repräsentieren genutzt wird, findet der Weinausbau in des Ehemanns Heimatort statt. Heute leiten Sohn Hubertus und Schwiegertochter Annette die Geschicke des Familienbetriebs. Gleichwohl ist die ältere Generation noch sehr aktiv mit von der Partie: Klaus-Walter betreut vorwiegend die angestammte Kundenklientel und kümmert sich mit um den Außenbetrieb, Dorothe leistet gemeinsam mit Annette unter anderem Büroarbeit.

Annette und Hubertus Krebs sind offensichtlich ein eingespieltes Team, das weiß, was es will. Gemeinsam probieren sie die Weine, legen die Profile fest. Und dabei sind sie sich einig, mehr und mehr einen eigenen, unverkennbaren Stil kreieren zu wollen, der auch echte Weinunikate hervorbringt, so wie den Frühburgunder, den wir im Rahmen der WdM kennen lernen werden. Hubertus ist ein echter Geisenheimer, legte hier die Prüfung zum Diplom-Ingenieur FH für Weinbau und Oenologie ab. Danach sah er sich intensiv bei Weingütern in Kalifornien und Italien um und absolvierte ein Praktikum in Südbaden.

Der Familienbetrieb Krebs-Grode bewirtschaftet mittlerweile rund 30 Hektar Weinbaufläche in unterschiedlichsten Lagen in den Gemarkungen Gau-Odernheim, Eimsheim, Guntersblum und Alsheim. Dadurch ergibt sich auch ein Tableau verschiedener Böden, die die Chance zur Erzeugung von Weinen jenseits des Standards bieten.

Floraler Start mit »Finesse«

Wohlan, werfen wir einen intensiven Blick auf die Weine des Monats. Beginnen möchte ich mit zwei beeindruckenden Exemplaren aus der weingutseigenen Linie »Finesse«. Dabei handelt es sich zum Ersten um den 2011er tro­ckenen Gewürztraminer aus dem Guntersblumer Himmelsthal (WdM 1, 13%, 5,95 Euro), der mit Hilfe langer Maischestandzeit eine dichte gelbe Farbe entwickelt hat, nach dem Öffnen der Flasche Luft braucht und dann enorm tiefgründig wirkt. Ein eigenwilliger, fast ein wenig furioser Vertreter seiner Rebsorte, den man nach dem Trinkgenuss so schnell nicht vergisst. Gleiches gilt für den 2009er Muskateller trocken vom Eimsheimer Hexelberg (WdM 2, 12,5%, 6,50 Euro). Brillant ergänzen sich in ihm das florale Bukett und eine leichte Salzigkeit.

»Quarterra« ist kein Etiketten-Gag, von denen es landauf, landab so viele gibt, sondern es handelt sich um eine echte Innovation. Wie der Name sagt, spielen hierbei vier Böden mit - und darüber hinaus vier Rebsorten. In dieser Linie gibt es eine Weißwein- und eine Rotwein-Cuvée, jeweils von trockener Ausprägung. Beide empfinde ich als geeignet, jüngere Leute für Wein zu begeistern und genauso Weinliebhabern, die seit langem ihre Vorlieben haben, neue Perspektiven zu eröffnen. Die weiße Cuvée (Kerner, Chardonnay, Scheurebe, Muskateller, 12%, WdM 3, 6,95 Euro) zeigt sich hocharomatisch und erzeugt auf meinen Geschmacksknopen knisternde Spannung. Der Rouge (Cabernet Sauvignon, Cabernet Dorsa, Cabernet Cubin, Frühburgunder, 12,5%, WdM 4, 7,50 Euro) aus dem Doppelstück- und Barriquefass steht in puncto Überraschung und Nachhall in nichts nach.

Die Rieslingwelt entdecken

Krebs-Grode Alles, was jetzt folgt, gehört zur Premiumlinie von Krebs-Grode. WdM 5 und 6 sind zwei trockene Rieslinge (jeweils aus 2010, beide 12,5% und 8,90 Euro), die in wundervoller Weise belegen, wie vielfältig im Ausdruck diese Rebsorte sein kann. Erstgenannter stammt aus der Guntersblumer Kreuz-Kapelle, wo Lössboden vorherrscht, sein Kollege vom Gau-Odernheimer Herrgottspfad und somit Kalkstein. Tipp: Die synchrone Verkostung dieser beiden Weine eröffnet Rieslingwelten.

So, bleibt uns bei den diesmonatigen Weinen des Monats noch ein formidables, trocken ausgebautes Rotwein-Quartett. Hierzu gehören der 2009er Blaue Spätburgunder Holzfass No. 17 (WdM 7, 13,5%, 10,60 Euro) sowie als WdM 8 die 2009er Création No. II aus Cabernet Sauvignon und Merlot (Lagerung zwölf Monate, vorwiegend französisches Barrique, 13,5%, 10,90 Euro) und die 2005er Création No. II - select - (24 Monate Barrique, WdM 9, 13,5%, 0,5 l, 9,90 Euro). Von diesen Kreszenzen hätte jede für sich eine ausführliche Beschreibung verdient, was unseren Platzrahmen jedoch sprengen würde.

Dafür möchte ich noch kurz über den WdM 10 sprechen, die 2005er Blaue Frühburgunder Auslese, die für mich in besonderer Weise den Anspruch der Winzerfamilie Krebs dokumentiert, Unikatweine herstellen zu wollen. Cremig, samtig, rund, dabei knackig-frisch - dies sind einige Attribute, die ich diesem absoluten Spitzenwein zueignen möchte. Der 14-Prozenter für 8,30 Euro in 0,5 wurde bei dem europaweit renommierten Wettbewerb AWC Vienna mit Gold ausgezeichnet - und das hat er allemal verdient.