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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Das Restaurant

 Wertungstabelle: 
 Gesamturteil
 37,0 : 5 = 7,4
 
 7 Kochkappen  
 Essen 7,0  
 Trinken 7,5  
 Service 7,0  
 Ambiente 7,5  
 Preis-Leistung 8,0  

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Restauranttest

Restaurant

Solider Grieche am Schott-Stadion

Das »Olympia« erfreut mit angenehmer Atmosphäre, handwerklich guter Küchenleistung und ungewöhnlicher Weinkarte. Kleine Fehler dürften hohem Gästeaufkommen geschuldet sein.


Der Eingang ist vom Parkplatz aus zunächst nicht offensichtlich, da hilft ein wenig detektivisches Gespür. Das liegt nun einmal daran, dass das Restaurant »Olympia« ins mehrgeschossige Gebäude des Otto-Schott-Sportzentrums in Gonsenheim integriert ist. Gleichwohl wird der geneigte Gast nach dem Aufstieg über zwei Treppen belohnt: Der Gastraum ist hell, regelrecht lichtdurchflutet, die großen Glasfronten geben den Blick frei auf das Sportstadion. Helles Holz prägt den optischen Eindruck wesentlich mit, über einer Diner-ähnlichen Sitzbank prangt eine mit zahllosen Einzelstücken versehene Fotogalerie. Ich meine auch die Callas zu erkennen, bin mir aber nicht ganz sicher.

Heute sind wir erstmals zu viert. »Da muss ich die Hauptlast des Essens nicht wie sonst auf meine Schultern nehmen«, kommentiert Mister X ein wenig prahlerisch. Schließlich vergisst er, dass ich im Normalfall ordentlich mithalte. Wohlan.

Vom Namen »Olympia« lässt sich unschwer ableiten, dass es sich um ein griechisches Restaurant handelt. Das hindert den hiesigen Gastronomen jedoch nicht daran, auf der Speisekarte auch »Deutsche Spezialitäten« anzubieten. Dazu zählen unter anderem diverse Schnitzelvariationen zwischen 10,50 und 11,90 Euro, der Schwabentopf (Schweinefilet, Eierspätzle und Gemüse) zu 14,20 Euro sowie Argentinisches Rumpsteak in dreierlei Gewand zu Preisen zwischen 16,90 und 17,50 Euro. Wir halten uns vorwiegend an griechische Kost.

Blasse Bohnensuppe, saftige Dorade

X beginnt mit der Bohnensuppe (3,60 Euro): »Dieses Gericht nach griechischer Art beeindruckt mich geschmacklich nicht sehr. Die Suppe wirkt ein bisschen blass und eindimensional, sie dürfte schlicht mehr Geschmack haben.« Da sagt meinem immerwährenden Begleiter die Tagesempfehlung schon eher zu: »Die Dorade präsentiert sich erstaunlich saftig im Innern und außen kross, die Kartoffelspalten sind ausgezeichnet gewürzt, wenngleich recht hell, nur das Gemüse erscheint mir leicht zerkocht. Insgesamt liegt hier eine richtig gute Zubereitung vor.« Die Speise, die Mister X Freude bereitet, kostet 17,90 Euro.

Mal sehen, wie es unserer außeretatmäßigen Begleitung schmeckt. Der Tirosalat (4,10 Euro), eine »Pikante Schafskäsecreme«, kommt gut an. »Die Konsistenz ist angenehm, geschmacklich stelle ich eine gewisse Schärfe und Salzigkeit fest, die gut passen.« Als Hauptgericht nimmt die mir vis-à-vis sitzende Dame den Samos-Teller (13,20 Euro). Er besteht aus Gyros, Zaziki, gebratener Aubergine und Zucchini, Krautsalat und Saganaki (frittierter Käse). Hier ist die Begeisterung nicht ganz so groß: »Das Gyros ist absolut in Ordnung, Aubergine und Zucchini aber sind im Öl ertrunken.«

Beim Hausteller kommt Freude auf

Unser zweiter Mitesser kapriziert sich auf die hausgemachte Pfannkuchen-Flädle-Suppe (3,30 Euro), die er als »sehr salzig« wahrnimmt. Die Flädle selbst hätten »wenig Geschmack«, der beteiligte frittierte Schafskäse allerdings sei innen von feiner Cremigkeit. So recht behagt ihm danach der Hausteller mit Gyros, Souvlaki, Bifteki, Beilagen und Salat (13,20 Euro): »Alles ist recht saftig und macht Freude zu essen. Das Fleisch ist üppig, die Zwiebeln sind megafein geschnitten, das Zaziki hat nicht zuviel Knoblauch.«

Zum guten Schluss berichte ich von meinen Ess-Erlebnissen im »Olympia«. Der Taramosalat aus Fischrogen (4,10 Euro) ist, wie ich ihn aus meinen jungen Jahren beim Griechen kenne, und dieser unverkennbar würzig-fischige Geschmack lässt mich ein wenig in Erinnerungen schwelgen. Der Medusa-Teller (17,50 Euro), den ich danach nehme, entzückt mich nicht wirklich. Der Zander ist absolut in Ordnung, also schön zart. Die drei Kalamari erweisen sich als unspektakulär, aber immerhin nicht mit überbordender Panadekruste überzogen. Die drei Garnelen schmecken einfach fad. Schlusswort Mister X: »Zu viert macht das Probier-Tafeln auch Spaß. Mal seh'n, vielleicht wiederholen wir das.«

Fazit:

Das »Olympia« bietet keine Haute Cuisine, soll es aber auch nicht. Die angebotenen Speisen sind handwerklich gut gemacht, einige kleine Fehler entstehen wohl bei hoher Gastfrequenz. Wir aßen im Restaurant zur Mittagszeit und waren vom sehr guten Besuch überrascht. Der Service ist unauffällig normal, das Ambiente freundlich. Die Weinkarte bietet neben den Standards auch Tropfen, die man üblicherweise beim Griechen selten oder gar nicht findet, sprich: hochwertige au-tochthone, also landesurspüngliche Rebsorten. In Cuvées spielen dann bisweilen Chardonnay, Merlot oder Cabernet Sauvignon mit. Bestellt werden können diese Kreszenzen im 0,1-Liter- oder 0,2-Liter-Gebinde. Die 0,2-Liter-Preise liegen zwischen 4,10 und 5,80 Euro.

| Lou Kull

Restaurant Olympia
Karlsbader Straße 23
55122 Mainz
Tel. 0 61 31 / 4 15 87
Fax 0 61 31 / 67 76 07
info@olympiamainz.de
www.olympiamainz.de

Öffnungszeiten:
Mo bis So 11.30 bis 24 Uhr
kein Ruhetag
warme Küche bis 22.30 Uhr