Kontakt + Impressum
Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

RLP-Ausstellung DER MAINZER verlost
5x 2 Eintrittskarten zur
Rheinland-Pfalz-
Ausstellung
Vom 12. bis 20. März 2016
Beantworten Sie folgende Frage: Zum wievielten Male findet die Rheinland-Pfalz-Ausstellung statt?

Bitte senden Sie uns
eine E-Mail an
verlosungen@dermainzer.net
Stichwort: RLP-Ausstellung
Einsendeschluss: 10.3.2016

Das Restaurant

 Wertungstabelle: 
 Gesamturteil
 37,0 : 5 = 7,4
 
 8 Kochkappen  
 Essen 7,0  
 Trinken 7,5  
 Service 7,5  
 Ambiente 7,5  
 Preis-Leistung 7,5  

Werbung

Restauranttest

Restaurant Gastronomischer Zirkus im besten Sinne

Ambitioniert in Ingelheims Neuer Mitte Das »Nonna Martha« bietet eine vielseitige, aber nicht überladene Speisekarte mit italienischen Anklängen. Den eigenen Ansprüchen wird die Küche nicht immer gerecht.


Ingelheims Neue Mitte ist städtebaulich modern und recht attraktiv gestaltet. An der verkehrsberuhigten Binger Straße, die einen großen Platz mit Blick auf das Bahnhofsgebäude in südlicher Richtung begrenzt, befindet sich über Eck das »Nonna Martha«. Das Gebäude mit großen Glasfronten passt ins Bild. Als wir an einem Mittwoch zur Mittagszeit in das Restaurant eintreten, ist draußen ein kleiner Markt, die angrenzende Spielstraße füllt sich gerade mit Schülern, die den Unterricht hinter sich haben, und Berufstätigen, die ihre Mittagspause für dies und das nutzen. Das »Nonna Martha« ist gut frequentiert, junge Mütter mit kleinen Kindern, zwei, drei Paare, kleine Frauengruppen und einige nach Banker aussehende Gäste sorgen für eine Dreiviertel-Belegung.

Restaurant

Solides Carpaccio, schmackhafte Suppen

Tische gibt es hier in diversen Größen, besonders kommunikationsfördernd wirkt ein mehrere Meter langes, zentral angeordnetes Möbel. Die Bestuhlung ist aus Holz, weiß lackiert und trägt Gebrauchsspuren. Graue Farbe auf rauem Beton und voluminöse Versorgungsröhren verleihen der Decke des Raums einen gewissen Fabrikcharakter.

Mister X steigt mit dem Carpaccio vom Rinderfilet ein, das mit Rucola, schwarzem Pfeffer und geriebenem Parmesan serviert wird (12,90 Euro). Außerdem befinden sich auf dem Teller Pinienkerne, kleine Tomaten und ein fritiertes Gemüse, das nach Zucchini aussieht. X ist mit dieser Vorspeise zufrieden, was sich in seiner Äußerung »ein solide ausgeführtes Gericht« manifestiert. Die Tomatensuppe mit Basilikum und Parmesan (4,90 Euro), die er anschließend zu sich nimmt, erfreut ebenso. »Man sieht und schmeckt, dass hierfür frische Tomaten passiert wurden, dafür spricht auch die satte Fruchtfarbe«, erläutert mein immerwährender Begleiter. Ich begnüge mich mit einer Vorspeise: Karotten-Curry-Suppe mit Ingwer, Koriander und Erdnusspesto (6,50 Euro). Geschmacklich ansprechend und schön sämig in der Konsistenz, bin ich mit ihr absolut d'accord.

Der positive Eindruck vom »Nonna Martha« hält auch noch bei Mister X' erster Hauptspeise an. Es gibt Wiener Schnitzel, selbstredend vom Kalb, mit lauwarmem Kartoffelsalat (17,90 Euro). »Das Fleisch ist von guter Qualität, die wellig gewölbte Panade originalgetreu. Die Zitronenscheibe mit Sardelle und Kapern obenauf erinnert ebenfalls an das österreichische Vorbild. Allein der Kartoffelsalat erscheint mir ein wenig fad und zu bissfest«, resümiert Mister X kurz und knapp.

Restaurant

Wenn sich X' Miene verdüstert

Seine Miene verdüstert sich jedoch, als er mit den Spaghetti Carbonara (9,90 Euro) kämpft, die er in der Klassik-Variante, also ohne Sahne, bestellt hat. Die »Spaghetti« sind - was nun wirklich nicht originalgetreu ist - Eiernudeln, die eher schwäbisch wirken und außerdem eine zu feste Konsistenz haben. Knatschig kommen die Speckstreifchen aus Katenschinken daher, weil sie nicht angebraten sind. »Nein, dieses Essen ist wahrlich kein Pluspunkt für die ansonsten ambitionierte Küche des Hau­ses«, fasst Mister X zusammen.

Vor mir steht das Filet vom Skrei (norwegischer Winterkabeljau), das mit Mangold, Süßkartoffel-Rösti und Tomaten-Ingwer-Sauce angerichtet ist (17,90 Euro). Der Fisch ist einwandfrei, sein Fleisch schmackhaft und noch leicht bissfest, die Haut knackig. Allerdings standen der Mangold und das Rösti deutlich zu nah am Salztopf, was die Freude an dieser Hauptspeise deutlich reduziert. »Schade«, grummelt X vor sich hin, »die Speisekarte ist gut sortiert, die Küche weiß offensichtlich, was sie tut, aber die Umsetzung der eigenen Ambitionen gelingt nicht immer. Ich würde mir ein wenig mehr Exaktheit in der Ausführung wünschen.« Spricht's und signalisiert mir den Aufbruch.

Restaurant

Fazit:

Das »Nonna Martha« (Nonna = italienisch Oma) stellt zweifelsohne eine interessante Gastronomieform dar, die täglich (außer sonntags) von 10 bis 22 Uhr durchgehend genutzt werden kann. Das Konzept, eine möglichst breit gefächerte Gästeklientel anzusprechen, geht offensichtlich auf. Die gut geführte Küche ist bei großer Besucherauslastung vielleicht zu stark gefordert, was sich in unserem Fall in einer gut halbstündigen Wartezeit auf den Hauptgang bemerkbar machte. Gegebenenfalls sind auch die kleinen Zubereitungsfehler, die wir feststellten, darauf zurückzuführen. Der Italo-Touch des Restaurants kommt noch am ehesten bei den Antipasti, der Pasta und dem italienischen Frühstück zum Tragen. Die Weinkarte mit insgesamt zwölf Ausschank-Tropfen ist ordentlich und orientiert sich großenteils an namhaften Ingelheimer Weingütern. Wir probierten den 2014er Weißen Riesling von Mett und Weidenbach zu 3,90 Euro pro 0,2-Liter-Glas, den 2015er Weißen Burgunder von Dautermann (3,90 Euro) sowie den 2013er Portugieser von Eimann & Söhne (2,90 Euro). Alle drei trocken ausgebauten Weine gefielen uns überdurchschnittlich gut und passten zu unseren Speisen.

| Lou Kull

Nonna Martha
Binger Straße 84
55218 Ingelheim am Rhein
Tel. 0 61 32 / 899 86 68
info@nonnamartha.de
www.nonnamartha.de

Öffnungszeiten:
Mo bis Sa ab 10 Uhr, durchgehend warme Küche bis 22 Uhr,
So (außer verkaufsoffen) und Feiertage geschlossen