Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

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Frühstückstest

DER MAINZER testet Frühstückslokale und Cafés

Da in Mainz immer mehr Backhäuser öffnen, haben wir heute wieder einmal zwei, in Weisenau und Bretzenheim, unter die Lupe genommen. Und auch im Stadion der 05er haben wir gefrühstückt. Gesamturteil diesmal: Einfach, gut und solide - mehr nicht!

Tabelle



Backhaus Schröer Backhaus Schröer
Bleichstr. 43
55130 Mainz-Weisenau
Tel. 06131 6931920
www.backhaus-schroeer.eu
Mo-Fr 6-18, Sa 6-12, So 7-12 Uhr

Wo früher der Schlecker-Markt in Weisenau seine Kunden beglückte, hat jetzt der Kasteler Großbäcker Schröer einen seiner neusten Läden. Zum Frühstück laden zwei Stehtische und vier Vierertische mit Plastikblumen auf dem Tisch. Außerdem gibt es eine Toilette. Die Theke dominiert den Laden mit hellem Holz, zwei große Fensterflächen bringen Helligkeit. Ein großer Cola-Kühler bietet kalte Getränke.

Zum Frühstück locken Süßes und belegte Brötchen. Eine große Schiefertafel offeriert die Getränke: Cappucchino grande (2,20 €), Milchkaffee (2,10 €), Latte Macchiatto (2,20 €) und anderes. Dazu eine Erdbeerschnitte mit kleinem Kaffee für 3,40 €. Wir nehmen ein mit Käse und Salami belegtes Brötchen und einen kleinen Cappucchino, die mich zusammen 3,17 € kosten. Eine krumme Zahl, die zeigt, dass man hier mit jedem Cent rechnet. Das Brötchen ist frisch, Gott sei Dank ohne die sonst üblichen Salatblätter, Tomaten- oder Gurkenschnitze. Auch das Getränk schmeckt.

Meine Höchstnote verdient der Service, den in Weisenau eine Einzelkämpferin besorgt. Sie schmeißt täglich mehr als sechs Stunden lang den Laden, backt, verkauft und putzt. Springt von der Toilettenreinigung zum Verkaufstisch, wischt die Tische und spült Tassen und Teller. Ein Job, der auslastet. Und dabei hat sie für ihren Arbeitgeber noch immer ein gutes Wort.

Als sich ein Handwerker, der für seine Kollegen vier Tassen Kaffee mitnimmt, beschwert, es fehle an abgepackten Zuckerportionen, erklärt ihm die tapfere Verkäuferin, das sei so gewollt, um den Papiermüll einzudämmen. Zwischendurch wird der Laden gefegt, ganz so wie es der Backherr seinem Personal vorschreibt. Zwischendurch aber serviert die Dame mir noch ein Stück Erdbeer-Butter-Croissant. Das sei heute im Angebot, sagt sie, zwei Stück für 2,60 €. An Erdbeermarmelade hat man da nicht gespart. Aber so süß wollen wir es heute doch nicht. Vielleicht ein andermal!


Hasekaste Hasekaste
55124 Mainz
Eugen-Salomon-Str.1
Tel. 06131 49980483
www.coface-arena.de
tgl. 11-24 Uhr

Beim Kartenkauf für ein paar Heimspiele der 05er bin ich im Hasekaste gelandet, der Fan-Kneipe der Kicker. Es ist der Ableger des legendären Hasekessels. Auch im Hasekaste kann man, wenn das Wetter mitspielt, im Freien sitzen und auf die umliegenden Felder schauen, in denen lebhaftes Treiben herrscht. Jogger und Radfahrer dominieren das Bild - und viele Hundefreunde, die hier ihre Vierbeiner ausführen. Mancher macht dann - wie an unserem Testtag - im Hasekaste Station. Ich aber nehme wegen des Windes drinnen Platz, wo riesige Fototapeten 05-Feeling ver­breiten. Große Bildschirme sind auf Sportsender programmiert. Das Mobiliar ist einfach, Sportkneipe eben. Und sportlich gibt sich auch die Speisekarte, die statt Vor- und Nachspeisen »Vorspiel« und »Nachspiel« anbietet.

Klassisches Frühstück gibt es hier nicht - und auch der Kuchen hat mich nicht unbedingt angemacht. Hacksteak, Schweineschnitzel, Spaghetti, Frikadellen - das ist der Stoff, der hier dominiert. Aber zum Frühstück? Meine Wahl fällt schließlich auf eine Bruschetta (6,50 €), dazu einen Latte Macciato (3,00 €). Aufmerksam ist der Service, der mir gut fünf Minuten später den Teller mit vier Scheiben Weißbrot serviert, das Ganze kross und frisch. Kleinst geschnittene Tomaten, feine Zwiebeln und Basilikum - ganz so wie es sich für eine gute Bruschetta gehört! Und schön angerichtet ist sie mit der braunen Essigsignatur auf dem weißen Teller auch. Da ist nichts auszusetzen, was auch für den schmackhaften Latte Macchiato gilt. Auch so kann man mal frühstücken!

Angenehm, dass am Testtag kein Musikteppich die Kneipe zudeckt. In der Stille hört man gar die Lüftung. Bleibt der Blick auf die Besuchergruppen, die gerade durchs Stadion geführt werden - und ins rheinhessische Grün vor der Kickerarena, das vergessen lässt, dass in der anderen Richtung dichte Bebauung dominiert.


Werner's Backstube Werner's Backstube
55128 Bretzenheim
Rathausstr. 14
Tel. 06131 3331987
www.werners-backstube.de
Mo-Fr 6-18.30, Sa 6-13, So 7-11 Uhr

Heute führt uns unser Test nach Bretzenheim, mitten ins Dorf, wo sich die Geschäfte ballen. Auch dort residiert der Mainzer Großbäcker Werner mit einer seiner Backstuben. Die vielen Sitzplätze drinnen lassen darauf schließen, dass man sich hier gern zu einem Tässchen Kaffee trifft. Dafür ist das der ideale Platz, eine Art Stammtisch im ehemals selbstständigen Dorf vor den Mainzer Stadttoren.

Vornehm-rustikal ist das Ambiente, das hier ganz auf Nostalgie setzt. Schön sind die kleinen und großen Sitzgruppen, die Lampen bis hin zum Lüster in der Ecke. Nostalgischen Charme versprühen auch kleine Fotos an den Wänden und das Rezept von Oma Werners Rührkuchen von 1956, das an der Wand steht. Dominierend ist die weiße Theke, hinter der sich Brote und Brötchen samt Brezeln reihen. Da es keine genormten Frühstücksangebote gibt, wählen wir aus: ein mit Salami und Käse belegtes Brötchen (1,95 €) und einen Pott Filterkaffee (1,30 €). Kein Problem für das erfahrene Servicepersonal, das sich ganz in Weiß mit Kopfhaube und gelber Schürze im Firmenlook zeigt.

Der Kaffee ist gediegen, kein Premium-Produkt, aber auch kein Muckefuck. Nicht ganz so zufrieden sind wir mit unserem Brötchen, das doch sehr lasch daherkommt. So wie es schmeckt, muss es schon einige Stunden in der Kühltheke gelegen haben. Da rächt sich, wenn man schon morgens größere Mengen Brötchen aufbereitet und hofft, dass die schnell einen Käufer finden. Das merkt man auch dem grünen Salatblatt an, dass welk den Käse vom Brötchen trennt und so überflüssig ist wie der minimale Gurkenschnitz.

Da ist leider nicht mehr zu punkten, so dass uns die Erkenntnis bleibt, dass wir mit einem süßen Teilchen vermutlich besser gefahren wären. Und statt des Filterkaffees wird es das nächste mal ein Latte Macchiato (2,20 €) oder ein Capucchino (1,80 €) sein. Das Ambiente hat uns auf alle Fälle überzeugt!