Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

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Frühstückstest

DER MAINZER TESTET FRÜHSTÜCKSLOKALE UND CAFÉS

Heute waren unsere Tester in Mainz-Kostheim, in der Mainzer Neustadt und im Gutenberg-Center in Mainz-Bretzenheim unterwegs. Preislich haben alle Frühstückslokalitäten überzeugt, dafür ist in Sachen Ambiente zum Teil noch sehr viel Luft nach oben.

Tabelle



Artos Artos
Haifa Allee 1
55128 Mainz
Tel. 06131 2751165
Mo-Sa 7-22 Uhr

Frühstück von 7-11 Uhr lockte die Ankündigung im Cafe-Restaurant Artos im Mainzer Gutenberg-Center. Wo früher eine urige Bierkneipe war, steht jetzt eine Art Frische-Zentrum. Mit viel Obst und Gemüse, das zu leckeren Shakes verarbeitet, pur als Saft oder in Form von Salaten serviert wird. Als wir frühstücken, schieben die Mitarbeiter hinter der Frische-Theke gerade vorsichtig Ananasstücke und andere Obstteile in Plastikbecher. An der Theke gegenüber bereitet ein anderer Helfer das Mittagessen vor, das in großen und kleinen Portionen angeboten wird:

Cevapcici mit Kartoffeln und Reis, gebratene Nudeln mit Gemüse oder Tagliatelle mit Hähnchen. Und so international wie das Speiseangebot sind auch die Getränke. So gibt es neben deutschem Bier, italienischen Wein und türkischen Tee. Wir aber sind wegen des Frühstücksbuffets gekommen, das zum sensationellen Preis von 4,90 € angeboten wird. Ein Getränk ist frei, dazu kann man sich am Buffet mit Wurst, Käse und Eiern bedienen. Wir nehmen einen großen Teller, auf den wir uns ein Stück Kochschinken, zwei Scheiben einfachen Käses, ein Brötchen und zwei Plastikschälchen mit Butter und Marmelade häufen. Dazu ein hart gekochtes Ei. Der passende Eierbecher ist leider noch in der Spülmaschine. Als Getränk wählen wir einen Pfefferminztee, der keinen Grund zur Beanstandung gibt. Allerdings ist der Käse an den Rändern schon etwas hart.

Zutaten aus dem Supermarkt sind das, Waren aus dem Großeinkauf. Wer richtig Hunger hat, kann im Artos zu einem sensationellen Preis frühstücken. Als wir uns verabschieden, sagt uns die freundliche Dame hinter dem Tresen, dass wir sogar noch einen zweiten Tee hätten haben können - kostenlos zum ersten. Ringsum übrigens wird statt Tee Bier getrunken. Die Stammgäste aus der alten Kneipe sind noch immer da, statt an der Bar aber sitzen sie jetzt an grünen Tischen mit schwarzen Stühlen. Der Zeitgeist ist ein anderer, der Geschmack scheint der gleiche geblieben!


Oesterreich Bäckerei Toni Oestereich
Hallgarter Str. 27
55246 Mainz-Kostheim
Tel. 06134 3534
www.bäckerei-oestereich.de
Mo-Fr 5.30-12.30 und 15-18,
Sa 5.30-12, So 7-11 Uhr

Toni Oestereich ist in Kostheim bekannt wie ein bunter Hund, als Oberfastnachter vor allem - und als Konditor- und Bäckermeister. Neben seinem Cafe in der Hauptstraße hat er auch ein Caféstübchen in der Hallgarter Strasse direkt neben der Bahnüberführung. Schon früh morgens, wenn die meisten noch schlafen, öffnen sich hier die Pforten, kann man zu frischen Brötchen und süßen Teilchen seinen Espresso (1,50 €), Latte Macchiato (2,00 €) oder einen Cappucchino (1,50 €) schlurfen. Wir aber sind sehr spät dran und setzen uns ins leere Stübchen hinter dem Verkaufsraum. Dahin mitgenommen haben wir neben unserem Pott Café Creme (1,80 €) ein Eibrötchen (1,70 €) und eine Butterbretzel (1,00 €).

Das Caféstübchen ist ein besonderer Ort, die ideale Kulisse für jeden Film, der in den ersten Nackkriegsjahren spielen könnte. Ein Sammelsurium aus Plüsch und Plastik, wie man es in dieser Schlichtheit heute öffentlich kaum noch zu sehen bekommt. »Notausgang« steht über der alten Tür, der drei aufgeklebte Fotorosen ein bisschen Glanz verleihen. Wärmende Decken stecken wie Badetücher auf einem Halter. Plastikblumen überall, zwischen denen die wenigen echten kaum zur Geltung kommen. An den Wänden finden sich zwei Ölgemälde. Das eine zeigt das alte Kostheim mit Schiffen am Ufer, das zweite die Kostheimer Siedlung. Nostalgische Reminiszenzen, die so alt scheinen wie das Caféstübchen selbst! Rote Sitzkissen liegen auf den harten Holzbänken und Stühlen. Nostalgie pur, die eigentlich museumsreif ist.

Ganz anders das Essen! Das Brötchen ist lecker, das Ei frisch. Und auch der in einer richtigen Tasse servierte Cafe Creme schmeckt. Zucker und Milch muss man selbst dosieren. Denn in der Regel herrscht in Kostheim Selbstbedienung. Dass es hier gute Ware zu guten Preisen gibt, zeigen die Kunden in der Bäckerei, wo Brote und Brötchen, Kuchen und süße Teilchen über den Ladentisch gehen. Das ist Kostheim, wie es leibt und lebt!


Berg Stehcafe Mario P. Berg
Kaiser-Wilhelm-Ring 60
55118 Mainz
Tel. 06131 632623
Mo-Fr 6-18.30, Sa 6-13,
So 8-13 Uhr

»Der Berg ruft«, steht in großen Lettern im Schaufenster. Mario Berg, der eigentlich in Budenheim zuhause ist, wo er unter anderem die örtlichen Handballer sponsert, unterhält an der Kreuzung Lennig­straße/Kaiser-Wilhelm-Ring ein Stehcafé, das schon in aller Frühe seine Türen öffnet. Schließlich ist die Lage gut, nimmt sich mancher auf dem Weg zur Arbeit hier einen Kaffee und ein belegtes Brötchen mit.

Das wollen auch wir, doch weil wir spät dran sind, gibt es keine belegten Spitzweck (2,20 €) mehr, die unter anderem mit Putenbrust offeriert werden. Etwas teurer sind die wahlweise mit Salami, Käse oder gekochtem Schinken angebotenen Mohnstangen (2,45 €) oder der Laugenzopf (2,40 €), der ebenfalls mit Käse, Schinken oder Salami belegt wird. Da Fastnachtszeit ist, entscheiden wir uns für einen mit Himbeermarmelade gefüllten Kreppel (0,95 €), der eigentlich eine bessere Benotung verdient hätte, weil er einfach gut schmeckt. Leider hat er schon etwas länger in der Auslage verbracht, so dass er an den Rändern schon recht hart ist. Auch unsere Tasse Kaffee (1,50 €) aus dem Automaten der Firma Jura schmeckt, weckt mit seiner Stärke alle Lebensgeister. Auf dem marmorierten Stehtischchen vor dem Fenster gibt es die passende Milch und Zucker. Angesichts der Selbstbedienung ist beim Service einfach nicht mehr zu punkten. Unsere Höchstbewertung dagegen erfährt das Verhältnis zwischen Preis und Leistung. So muss man nach einem Latte Macchiato oder Cappucchino für 1,70 € sonst in der Stadt lange suchen.

Schwachpunkt ist das Ambiente. So stehen ein paar Leichtmetallstühle herum, dazu ein einfaches Tischchen. Dominierend ist die Theke mit frischem Brot im Regal und kleinen Leckereien hinter Glas. Ermäßigt werden die Backwaren vom Vortag angeboten, ein nützlicher Service! Der Laufkundschaft in der Neustadt geschuldet ist das große Holzregal mit Dornfelder und Spätburgunder, das manchem wahrscheinlich schon zum Frühstück reicht.