Der Mainzer - Die Stadtillustrierte

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Frühstückstest Teil 47

DER MAINZER testet Frühstückslokale und Cafés

Ein neue Frühstücks-Location am Markt und eine in der Neustadt, die gegensätzlicher nicht sein könnten, haben unsere Frühstücks-Tester diesmal besucht.



 Wertung La Maison du Pain   Möhren Milieu 
 Punkte8 7
 Essen 7,57,5
 Trinken 7,57,0
 Service 7,57,0
 Ambiente 8,57,0
 Preis-Leistung  7,56,5
 Gesamt Ø 7,77,0



La Maison du Pain La Maison du Pain
Markt 11, 55116 Mainz
Tel. 06131 8808933
www.lamaisondupain.de
Mo-Fr 7.30-20, Sa-So 8-20 Uhr

Das alte Cafe »Figaro« ist verschwunden, »La Maison du Pain« heißt das neue Haus. Das Ambiente stimmt: helles Mobiliar, Tische und Stühle aus festem Holz, eine große Ladentheke, freundliches Personal in Schwarz mit grauen Schürzen - damit kann man punkten. Riesige Fotos mit südfranzösischen Lavendelfeldern geleiten den Besuchern ins Obergeschoss und auf den Balkon. Es gibt Suppen, Eintöpfe, Flammkuchen, viel Süßes wie Macarons und kleine Törtchen, belegte Brötchen und viel mehr. Wir aber wollen frühstücken.

La Maison du Pain gehört zu einer erfolgreichen Backhaus-Kette, die sich ganz dem Französischen verschrieben hat.

»Les Arrangements« heißt deshalb auch die Frühstücksofferte: verschiedene Angebote, die alle ein heißes Getränk beinhalten - leider keinen Latte Macchiato. Der sei italienisch und hätte beim Franzosen nichts verloren, klärt mich der Kellner auf.

Alternative sind Cappuchino (3,40 €), Espresso (2,20 €) oder ein Milchkaffee (2,90 €) , der in henkelloser Großtasse serviert wird.

»Express« (3,90 €) ist die preiswerteste Frühstücksva­riante, ein Getränk und ein süßes Stück­chen. Hinter »Sport« (9,50 €) verbergen sich Vollkornbrot, Quark und Müsli. Die Luxusvariante ist das »2er Frühstück« für 25 €. Wir bestellen ein »Boulanger«. Das Bäcker-Frühstück besteht aus einem Milchkaffee, einem frisch gepressten Orangensaft, drei krossen Croissants, Butter und drei verschiedenen Marmeladensorten. Das schmeckt, stellt zufrieden. Mit 10,90 € zahlt man aber auch eine Summe, in der der Domblick eingepreist ist.

Das »Brothaus« wird sein Publikum finden, auch seine Laufkundschaft, die sich hier besonders an Markttagen frisches Brot und anderes Backwerk besorgt. Mit dem Französisch-Sein, zu dem bei unserem Besuch auch die Akkordeon-Klänge im Hintergrund gehören, sollte man es aber nicht übertreiben. Neben dem großen Angebot französischer Weine würde auch ein rheinhessischer Weißer oder Roter den Gästen auf dem Marktplatz gut tun.


Möhren Milieu Möhren Milieu
Adam-Karrillon-Str. 5
55118 Mainz
Tel. 06131 8900842
www.ecocafe.de
Di-Sa 10-22, So 10-18 Uhr

Der Möhren Milieu-Foodtruck ist auf manchem Fest wie zuletzt auf dem Mainzer Weinmarkt längst eine Institution. Vegetarisches und veganes Essen wird dort serviert, mit saisonalen und regionalen Zutaten meist frisch zubereitet. Das alles ohne Zucker, Konservierungsstoffe und vegane Ersatzprodukte wie Seitan oder Soja. Und weil die Nachfrage nach dieser Art Essen immer größer wurde, hat das Möhren Milieu seit einigen Wochen auch einen festen Standort in der Mainzer Neustadt.

Vier Angebote gibt es: Einstieg ist das »Cookie Dough Müs­li« (5,30 €), ein hausgemachtes Müsli mit Kekskrümeln und frischem Obst. Der »Bananen Wraps« (7,00 €) besteht aus süßem Wrap aus Bananen, gefüllt mit Bananeneis und Amaranth. »Deftige Avocado« (7,50 €) heißt ein Avocado Scramble mit mariniertem Gemüse, veganer Butter und Brötchen. Ich teste das »Große Frühstück« in veganer Ausgabe (11,00 €), dazu einen Milchkaffee (2,80 €). Der wird gleich serviert, Zeit also, sich im neuen Laden etwas umzuschauen. Aus einem kleinen Gastraum besteht der, in dem die Theke integriert ist, dahinter ein kleiner Laden mit veganen Lebensmitteln. Als Tische dienen von Glasplatten abgedeckte Holzpaletten, als Stühle ausgediente Obstkissen, auf denen Kissen liegen. »Upcycling-Design« heißt das Neudeutsch.

Während der Kaffee guter Durchschnitt ist, punktet das Frühstück mit sechs Scheiben Käse, einer in Scheiben geschnittenen Roten Beete, einer kleinen Tomate, Rucola und verschiedenen Dips. Statt Brötchen und Croissants gibt es in der veganen Frühstücks-Variation zwei Scheiben Bio Pikantbrot mit Rosmarin. Sozusagen als Qualitätszeichen hat man die Brotverpackung der Firma lifefood gleich mit auf den Teller gelegt. 13,80 € kostet der Frühstücksausflug in die Neustadt. Dafür lebe ich angeblich gesund und finde Einblick in ein neues urbanes Milieu, das Essen und Trinken als Lifestyle praktiziert. Das den Groschen nicht zweimal umdrehen muss und schon bald eine neue Mode entdecken wird.