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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Roller-Derby

Action geladener Teamgeist

Dass es hier »zur Sache« geht, signalisiert die Bezeichnung »Vollkontaktsport«. Dennoch sehen die jungen Frauen ganz entspannt aus - bis zum Anpfiff. Jetzt müssen die Ma­niac Monsters Mainz Standhalten und Punkte sammeln.

Vier Spielerinnen der Maniac Monsters Mainz (MMM) fassen sich an Händen und Schultern, bilden dabei einen Kreis und machen sich dabei möglichst breit: So versuchen sie das Vorbeiskaten der gegnerischen Jammerin zu verhindern. Gleichzeitig bilden vier Spielerinnen der gegnerischen Mannschaft einen ebensolchen Block, um die MMM-Jammerin aufzuhalten. Die jeweilige Jammerin muss den Block umrunden oder durchbrechen, auf jeden Fall vorbei, um in ihrer zweiten Runde Punkte machen zu können. Dass alle Spielerinnen auf Rollschuhen unterwegs sind, macht das Spiel dynamisch und kostet vor allem die Blockerinnen bei ihrem Bestreben, Standzuhalten, einiges an Kraft. Dabei darf keine der Spielerinnen die gelben Linien, mit denen der ovale Parcours markiert ist, überschreiten. Insgesamt sieben Schiedsrichter/innen sind in der Mitte des Ovals unterwegs, um Regelverletzung zu ahnden, wobei jede Jammerin solange von einem Schiedsrichter auf Rollen begleitet wird, bis der zweiminütige Jam vorbei ist. Dann signalisiert er oder sie mit den Fingern die jeweiligen Punkte: pro Überrundung maximal fünf Punkte, heißt, jede von der Jammerin überrundete Spielerin der gegnerischen Mannschaft bringt einen Punkt.

Roller-Derby

Der Sport um den es hier geht, heißt Roller Derby, ist ursprünglich ein reiner Frauensport, kommt aus den USA, wird seit 2006 in Deutschland gespielt und mittlerweile sind auch männliche Teams am Start. Die Maniac Monsters Mainz wurden im Juli 2013 gegründet und sind seitdem eine Abteilung der Turngemeinde 1861 e.V. Mainz-Gonsenheim, außerdem Mitglied im Mainzer Rollsportverein e.V.

Zweimal 30 Minuten dauert ein Bout, maximal 18 Spielerinnen dürfen aufgestellt werden. Am 8. April sind Les Grandes Duchesses aus Luxemburg bei den Maniac Monsters Mainz zu Gast in der Gonsenheimer Weserhalle. Es ist ein Freundschaftsspiel, die MMMs gewinnen haushoch mit 248 zu 82 Punkten. Crash Corsai wird zur besten Blockerin und Scuzzbunny zur besten Jammerin der MMMs gewählt.

Jede Spielerin gibt sich einen Namen, manche klingen martialisch. Das gehöre zur Roller Derby-Szene dazu sagt Verena Luise Fix. Die 30-Jährige spielt seit 2015 bei den MMMs, ist seit einem Jahr Captain und im Spiel als »Stein« unterwegs. Hinter dem Spiel stecke unheimlich viel Strategie, es sei sehr dynamisch und basiere auf gegenseitiger Unterstützung, gewinnen könne nur das Team gemeinsam.

Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner, Helm und Mundschutz sind Pflicht beim Roller Derby: es wird geschubst und gerangelt, immer wieder gehen Spielerinnen zu Boden. Die Schiedsrichter achten darauf, dass nur mit Schultern und Hüften geschubst wird, der Einsatz der Ellenbogen führt zur Auszeit auf der Strafbank.

Voraussetzung, um sich bei den Manövern auf den Rollen zu halten ist ein guter Gleichgewichtssinn, alles andere, meint Captain Fix sei erlernbar: Richtiges Skaten, richtiges Bremsen und Fallen, Sprünge und Geschwindigkeit: 27 Runden in fünf Minuten sind beim Minimum Skills Test zum Abschluss des Anfängerkurses zu fahren. Wer den besteht, trainiert im Fortgeschrittenenkurs Spielstrategien, darunter die Wall und, ganz wichtig, Ausdauer.

Bis 2016 spielten die MMM in der Roller Derby Bundesliga, aktuell, sagt Captain Fix, befinden sie sich aufgrund des Weg­gangs einiger Spielerinnen in einer Aufbauphase und organisieren ihre Bouts selbst.

| SoS

Am 7. Mai veranstalten die MMMs einen Open Sock-Derby Day:
Roller Derby ohne Rollschuhe zum Ausprobieren und Anschauen für Alle bei freiem Eintritt.
www.tgm-gonsenheim.de/roller-derby