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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

omara portuondo Open Air in Mainz
DER MAINZER verlost zweimal zwei Karten für das Konzert von GLEN HANSARD
am 1. Juli 2016 und zweimal zwei Karten für das Konzert von OMARA PORTUONDO & DIEGO EL CIGALA
am 6. Juli 2016.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite Verlosung.

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Kultur

Welttheater: Cavallis Oper »Veremonda«


Delio (Lawrence Zazzo) und Zelemina (Alexandra Samouilidou) in »Veremonda« © Martina Pipprich

»Das alles ist komisch und trau­rig zugleich, leicht und schwer. In den ariosen Rezitativen, im lebhaftesten parlando-cantando wechseln Lachen und Weinen in kurzen Intervallen, wobei die Vielfalt der Affekte einer Vielfalt und Farbigkeit von Formen entspricht, die den Atem verschlägt. Man findet aus dem Staunen nicht heraus«, schwärmte die FAZ nach der deutschen Erstaufführung von Francesco Cavallis »Veremonda« zur Eröffnung der renommierten Schwetzinger SWR Festspiele. Presse und Publikum waren begeistert von dieser musikalischen und ästhetischen Wieder­entdeckung der Oper - im Juni kommt die Koproduktion mit dem Staatstheater Mainz für drei Vorstellungen ins Kleine Haus.

»Veremonda« ist eines der wenigen frühbarocken Werke, die nicht im Reich der Mythen spielen, sondern vor dem Hintergrund konkreter historischer Ereignisse, nämlich der Rückeroberung der muslimischen Gebiete auf der iberischen Halbinsel. Sie bildet den erzählerischen Rahmen für die Liebesgeschichte zwischen dem christlichen Feldherrn Delio und der maurischen Königin Zelemina, die über das noch muslimische Calpe/Gibraltar regiert. In ihrer Festung wird Zelemina von einer Übermacht des christlichen Heeres belagert, muss sich schließlich ergeben und taufen lassen. Ihre Gegenspielerin ist ebenfalls eine Frau, Veremonda, die Ehefrau des eher an Sterndeuterei interessierten, fried­lichen Christenkönigs Alfonso - die ebenfalls in den schönen Delio verliebt ist. Der Gatte zögert, Veremonda aber ist voller Kriegslust, bewaffnet ihre Hofdamen und rüstet sich zur Eroberung. Tragisch, komisch, doppelbödig und voller menschlicher Abgründe und Irrtümer - Cavallis Werk ist Welttheater und große Oper. Die Angst vor dem Fremden, die in Hass und schiere Gewalt mündet, macht »Veremonda« zugleich zu einem Werk mit frappierendem Gegenwartsbezug. Gespielt und gesungen von einem wunderbaren Ensemble, das in der Inszenierung von Amélie Niermeyer musikalisch wie darstellerisch das Publikum in den Bann zieht.

»Veremonda, l'Amazzone di Arragona«
Oper von Francesco Cavalli

Premiere am 20.6.

nächste und letzte Vorstellungen am 6. u. 13. Juli im Kleinen Haus




Die Angst vor der Angst - »Dialogues des Carmélites«

im Großen Haus


»Dialogues des Carmélites« (Nadja Stefanoff, Anke Steffens, Katja Ladentin, Gudrun Pelker, Dorin Rahardja, Linda Sommerhage) © Andreas Etter

Francis Poulencs Oper »Dialogues des Carmélites« gehört zu den populärsten Musiktheaterwerken des 20. Jahrhunderts. Der Stoff basiert auf einer wahren Begebenheit: 16 Karmelitinnen aus Compiègne standen während der blutigen Jahre der französischen Revolution zu ihrem Glauben und wurden deshalb zum Tod auf dem Schafott verurteilt. Elisabeth Stöppler, Hausregisseurin des Staatstheater Mainz, inszeniert das Werk im Großen Haus - die musikalische Leitung liegt bei Generalmusikdirektor Hermann Bäumer. In faszinierend starken Frauenportraits zeichnet Francis Poulenc unterschiedliche Haltungen zum Glauben, je nach Charakter, Lebenserfahrung und Herkunft der Frauen. Im Zentrum steht Blanche de la Force, die hofft, mit dem Eintritt ins Kloster ihrer Angst vor der Welt entfliehen zu können. In der vollkommenen Abwendung von der Welt versuchen die Karmelitinnen, den Weg zu sich selbst zu finden, eine Sicherheit gegenüber dem Leben und dem Tod. Doch in den gewaltigen Umwälzungen der französischen Revolution gerät auch die scheinbar geschützte Welt der Nonnen in Bedrängnis. In emotional aufgeladenen, zuweilen verstörenden Szenen beschreibt Poulencs Musik den zunehmenden Druck der Außenwelt und die nervöse Angst der Frauen.

Psychologisch fein gezeichnete Figuren, dargestellt von einem starken Ensemble, und ein Musiktheater, das die Zuschauer wie ein Textdrama, mit fast filmischen Elementen mitnimmt, versprechen einen faszinierenden Theaterabend. Der uns nicht zuletzt selbst vor die Frage stellt: Was können wir tun, wenn die Welt um uns aus den Fugen gerät? Und welche Bedeutung haben Glaube und Transzendenz in unserer säkularisierten Welt?

»Dialogues des Carmélites« Oper von Francis Poulenc

Premiere am 11. Juni im Großen Haus

Weitere Spieltermine am 21. Juni und am 10. Juli

www.staatstheater-mainz.com