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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

omara portuondo Open Air in Mainz
DER MAINZER verlost zweimal zwei Karten für das Konzert von GLEN HANSARD
am 1. Juli 2016 und zweimal zwei Karten für das Konzert von OMARA PORTUONDO & DIEGO EL CIGALA
am 6. Juli 2016.

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite Verlosung.

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Spitzfindig

Das darf doch nicht wahr sein!

Gleich, wie man zur Entscheidung, die »Mainzelbahn« zu bauen, steht, es war klar, deren Inbetriebnahme wird weitreichende Konsequenzen für das Busliniensystem in Mainz haben.


Busse am Hauptbahnhof

Wie weitreichend, wird nun kurz vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung der MVG im Juni deutlich.

Wobei die Abkoppelung der Altstadt von diversen Vorort-Buslinien einen Sturm der Entrüstung hervorruft. Zu Recht. Es hat den Anschein, die neuen Straßenbahn-Verbindungen gehen auf Kosten der weniger mobilen Bevölkerung in Mainz.

Morgens und abends, zur so genannten Rushhour den Hauptbahnhof auf zwei Beinen zu queren, ist bereits jetzt ein schweißtreibendes und nervenaufreibendes Unterfangen. Das Hin und Her von Bussen, Straßenbahnen, Lieferwagen, Taxen, Reisebussen, Radfahrern und Privatfahrzeugen, die den Parkplatz an der Südseite des Bahnhofs nutzen, reicht aus, Menschen, die im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte sind, einen Adrenalinschock zu verpassen – der bei Regen- oder Schneeschauern noch heftiger ausfällt.

Alle Menschen, die irgendwie in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, die nicht mehr so gut hören oder sehen, mit Krücken unterwegs sind, einen Kinderwagen samt lauffähigem Kleinkind mit sich führen oder einen Rollator schieben, sind glücklich, ohne Umsteigen zu Ärzten, in die Warenhäuser und Geschäfte der Altstadt und auf den Wochenmarkt zu gelangen.

Das Glück endet mit dem Fahrplanwechsel im Dezember. Dann steht für noch mehr Fahrgäste Umsteigen am Hauptbahnhof auf dem Fahrplan. Und für die Bus- und Straßenbahnfahrer noch mehr Konzentration, um keinen der hin- und her eilenden Menschen zu übersehen.

Klar, die Älteren, die nicht mehr arbeiten müssen, können bitte schön alle zwischen 9 und 15 Uhr Busse und Bahnen nutzen. Das ist nicht nur günstiger für sie, es reduziert das hohe Fahrgastaufkommen in den Hauptverkehrszeiten. Nur, an der Tatsache, am Hauptbahnhof um- oder in der Großen Bleiche aussteigen zu müssen, ändert das nichts.

Bevor die Aufsichtsratsmitglieder am 16. Juni den MVG-Plänen zustimmen, empfehle ich Jedem von ihnen, mit einem Menschen, der in seiner Mobilität eingeschränkt oder mit dem Kinderwagen unterwegs ist, auf den Bahnhofsplatz vom Bus in die Straßenbahn zu wechseln. Oder umgekehrt. Vielleicht kapieren sie dann, dass das schon jetzt eine Zumutung ist.

| SoS