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Mainzer Kopf

»Netzwerk für den Erfolg«

Der Slogan prägt das 25-jährige Jubiläum der rheinhessischen Unternehmerfrauen im Handwerk, das im Juni gefeiert wird. Christine Merkel-Köppchen, Chefin einer Handbuchbinderei und Buchmanufaktur, ist seit 13 Jahren Vorsitzende des Frauennetzwerkes.


Christine Merkel-Köppchen

In Norddeutschland geboren, in der Eifel aufgewachsen, die Buch­binder­lehre in Trier, das Grafikstudium in Mainz, die Gesellenjahre in Frankfurt und die Meisterprüfung im Buchbinderhandwerk in Darmstadt: Christine Merkel-Köppchen hat allein aus eigener beruflicher Anschauung einige Orte kennengelernt.

Nach weiteren Stationen im Rest von Deutschland, ihrem Gatten, der als Kameramann tätig ist zuliebe, ist die Familie seit dem Jahr 1993 in Gau-Odernheim angekommen: Es sei für sie der richtige Ort gewesen, um eine Existenz zu gründen, sagt die 55-Jährige.

Der historische Bahnhof, in dem ihre »Buchwerkstatt« zuhause ist, bietet aus Sicht von Merkel-Köppchen beste Voraussetzungen für ihr Gewerk: »Das alte Gemäuer passt gut zum alten Handwerk«. Die frühere Eingangshalle des Bahnhofs empfindet die Buchbindemeisterin als das passende Entree: »Die Kunden sollen sich ,empfangen' fühlen.«

Das künstlerische Schaffen ist Merkel-Köppchen in die Wiege gelegt, beide Elternteile, von Beruf Tierarzt, waren auch künstlerisch tätig. Allerdings ist Buchbinden in erster Linie ein Handwerk, eines das sich aber aufgrund der technologischen Entwicklungen sehr gewandelt hat. Gefragt seien immer häufiger Leistungen, die Maschinen nicht können, weiß Merkel-Köppchen. Es gelte handwerkliche mit gestalterischen Fertigkeiten zu verbinden. Auf ihren Werdegang zurückblickend stellt sie fest: »Ich würde es heute wieder so machen.« Mit den Händen etwas zu erschaffen, das mache zufrieden - wie sie oft auch bei ihren Praktikanten beobachtet: »Die sind so glücklich, wenn sie etwas selbst Geschaffenes in Händen halten.« Merkel-Köppchen hat in 20 Jahren »Buchwerkstatt« allein 40 Schulpraktikanten betreut, die Mehrzahl davon waren Mädels.

Gutes Zeitmanagement

Als Anfang der 90er Jahre die beiden Söhne geboren wurden, begann für Merkel-Köppchen die Gratwanderung, selbständige Arbeit und Kindererziehung zu verbinden. 1996 trat sie dem 1991 gegründeten Arbeitskreis der rheinhessischen Unternehmerfrauen im Handwerk bei. Anfangs kam sie nur sporadisch zu den Treffen, bis die Kinder alt genug waren: »Es ist nicht einfach als Selbständige berufstätig zu sein und Kinder groß zu ziehen, gesetzliche Erleichterungen, wie der Mutterschutz greifen bei Selbständigen nicht.« Merkel-Köppchen sagt das ohne Ressentiment und nennt ihre Lösung: »Arbeiten und Leben unter einem Dach erleichtern die Kombination sehr.«

Allerdings, auch das verschweigt die Unternehmerin nicht, sei es erforderlich, sich abzugrenzen. Ein gutes Zeitmanagement, hat sie bei den Unternehmerfrauen im Handwerk gelernt, sei die Voraussetzung, Kinder und Beruf nicht nur im eigenen Haus unter einen Hut zu bringen. »Die Vorträge und Kurse, die wir anbieten setzen ganz lebenspraktisch im Alltag von uns Unternehmerfrauen an.«

Ein unverzichtbarerer Bestandteil selbständiger Arbeit ist, weiß Merkel-Köppchen, die Kontaktpflege, also Netzwerken. Die langjährige ehrenamtliche Arbeit mit und für die UFH gehört dazu, ihre Kooperation mit elf rheinhessischen »KunstHandWerkerInnen« in »HandVerlesen« ebenfalls.

Viel Zeit für anderes bleibt nicht. Auf die Frage, was sie in ihrer Freizeit gerne unternehme, kommt recht zögernd die Antwort »Lesen«. Arbeit und Freizeit als Selbständige zu trennen, scheint in der Tat schwierig. Zum Stichwort »körperlicher Ausgleich« fallen Merkel-Köppchen ihre regelmäßigen Laufrunden ein und eigentlich verreist sie auch gerne - wobei sie sich lange Abwesenheiten von der »Buchwerkstatt« nicht erlaubt. Dafür geht jede Kurzreise an einen anderen Ort: »Ich möchte immer wieder Neues sehen und erleben.«

| SoS

www.ufh-rheinhessen.de