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Spitzfindig

Von Hunden und Verdelsbuzze

Auf manchen Gräbern in Mainz finden sich die Hinterlassen­- schaften von bellenden Vierbeinern, gelegentlich verbeißen sich Hündchen ineinander und damit die Frauchen und Herrchen nicht aufeinander losgehen, wird über einen Hundeführerschein diskutiert: Ist denn jeder Tag der 1. April?


genauere Bilderklärung für Blinde

Nein, ich mache mich nicht lächerlich über pietätloses Verhalten und warum über einen Hundeführerschein überhaupt diskutiert wird, sehe ich jeden Tag in jeder Mainzer Grünanlage.

Aber mit Blick auf das Weltgeschehen überkommt mich bei solchen Themen oft Verzweiflung.

Der Hundeführerschein soll also richten, wozu der normale Menschenverstand nicht ausreicht. Das wird misslingen. Es braucht keine weiteren Verordnungen. Davon gibt es genug. Wir brauchen Menschen, die schauen, ob Verordnungen eingehalten werden.

Hunde können sich schwerer ineinander verbeißen, wenn sie an der Leine geführt werden. Die Mehrzahl der Hunde läuft aber leinenlos durch die Gegend. Es ist niemand da, der die Besitzer auf diesen Regelverstoß hinweist. Oder klar macht, dass die Hinterlassenschaften der Vierbeiner (nicht nur auf Friedhöfen) in die Tüte gehören.

Es ist deshalb niemand da, weil der vom Steuerzahler alimentierte Staat gerne am Personal spart. Insbesondere Personal, das ordnend eingreifen und kontrollieren soll. Dass solche Kräfte präventiv wirken, Konflikte verhindern oder schlichten, Verständnis für die Einhaltung von Regeln und Gesetzen vermitteln können, wird in Sonntagsreden von Politikern durchaus anerkannt. Aber »leider« fehlt immer wieder das Geld, um vorbeugend zu investieren. Die um ein vielfaches höheren Folgekosten, die müssen dann »leider« bezahlt werden.

Es gab in Mainz einst den »Verdelsbutze«. Den wünsche ich mir zurück. Einer oder Eine, der und die in ihrem Stadtviertel unterwegs sind, die dort lebenden Menschen und deren Ticks ganz gut kennen, die den DHL- und sonstigen Paketdiensten beibringen, ihre Fahrzeuge nicht auf dem Bürgersteig abzustellen und den falschfahrenden Radlern erklären, wie es richtig geht, die dem alten Mann helfen, den Rollator über die Straße zu bugsieren und denen auffällt, wenn Leute unterwegs sind, die Böses im Schilde führen.

Klar, die müssen bezahlt werden. Aber ich bin sicher, deren Präsenz würde sich mehrfach auszahlen. Allein die Zeitersparnis: Statt über einen Hundeführerschein und Hundekot auf Gräbern zu diskutieren, könnten wir uns mit weltbewegenden Dinge beschäftigen und ganz pragmatisch denen helfen, die direkt um uns herum alleine nicht klar kommen.

| SoS