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Sicherheit

Wie Sie Einbrechern einen Riegel vorschieben

siegel keinbruch

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt in den letzten fünf Jahren auch im Bereich des Polizei­präsidiums Mainz an. Wie Einbruchschutz in den eigenen vier Wänden und Prävention durch jedermann in Sachen Wohnungseinbruchdiebstahl umgesetzt werden kann, erklären Experten des Polizeipräsidiums Mainz.


Kriminalhauptkommissar Andreas Szelinski
Kriminalhauptkommissar Andreas Szelinski

Wir sprechen zunächst mit Kriminalhauptkommissar Andreas Szelinski, Leiter des Fachkommissariats K5 (Eigentumsdelikte) in der Kriminalinspektion Mainz.

Wie haben sich die Einbruchszahlen in den letzten Jahren entwickelt und wie weit erstreckt sich Ihr Zuständigkeitsbereich?

Szelinski: Unser Zuständigkeitsbereich umfasst das gesamte Stadtgebiet von Mainz und die angrenzende VG Nieder-Olm. Ausgenommen sind die Zuständigkeiten für die Polizeiinspektionen Ingelheim und Oppenheim. Die Fallzahlen im Bereich der Wohnungseinbrüche haben sich wie folgt entwickelt (siehe Tabelle r.).

Wie erklären sie sich den hohen Anteil an versuchten Einbrüchen?

Szelinski: Es gibt zwei Erklärungsansätze. Erstens haben wir oftmals (Gelegenheits-) Täter, die an mehreren Objekten versuchen, Fenster oder Türen aufzuhebeln, so lange, bis sie an ein schlecht gesichertes Objekt gelangen, bei dem das Öffnen problemlos und in kürzester Zeit erreicht wird. Dort wird dann eingestiegen. Die »Serie« besteht also aus mehreren Versuchen und einer vollendeten Tat.

Zweitens haben die Kollegen der Prävention sehr gute Arbeit geleistet. Der Anteil der Haus- und Wohnungsbesitzer, die Sicherungstechnik verbaut bzw. gleich beim Neubau eingeplant haben, steigt, so dass zwangsläufig die Einbrecher in gut geschützte Objekte nicht schnell genug hineingelangen.

Jahr Anzahl Vollendet Versuche Anteil der Versuche
2011 435 234 201 46,2 %
2012 505 285 220 43,6 %
2013 389 228 161 41,4 %
2014 365 196 169 46,3 %
2015 630 344 286 45,4 %

Welche Einbruchsschwerpunkte gibt es in Ihrem Zuständigkeitsbereich?

Szelinski: Wir hatten in den letzten Jahren keine herausragenden Schwerpunkte, die Taten waren über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Nach unserer Statistik waren die am meisten belasteten Stadtteile über die letzten Jahre:

2011 MZ-Neustadt mit 54 Delikten und MZ-Finthen mit 47 Delikten.

2012 MZ-Neustadt mit 63 Delikten und Bretzenheim mit 54 Delikten.

2013 Bretzenheim mit 50 Delikten und MZ-Oberstadt mit 36 Delikten.

2014 MZ-Oberstadt mit 49 Delikten und MZ-Gonsenheim mit 48 Delikten.

Das Jahr 2015 muss man wegen der hohen Zahlen gesondert betrachten. So hatten wir in MZ-Oberstadt 76, in Gonsenheim 67 und in Bretzenheim 62 Delikte.

Auffällig war die VG Nieder-Olm, wo wir 2015 in Nieder-Olm 41 und in Klein-Winternheim 36 Delikte verzeichneten. In den Vorjahren waren es 12 Delikte in Nieder-Olm und 7 in Klein-Winternheim.

Wie sehen die aktuellen Fallzahlen für 2016 aus?

Szelinski: Wir bewegen uns im Moment unterhalb des Jahres 2015. Wir betreiben aufwändige Maßnahmen, um die Zahlen zu senken bzw. Straftäter festzunehmen und zu überführen.


Polizeihauptkommissar Michael Krausch
Polizeihauptkommissar Michael Krausch

Michael Krausch, Polizeihauptkommissar und Sicherheitsberater des Polizeipräsidiums Mainz beantwortet seitens der Zentralen Polizeilichen Prävention die folgenden Fragen.

Wie sehen die Tatfolgen für die Geschädigten aus?

Krausch: Neben den materiellen Schäden sind häufig psychische Belastungen und Traumatisierung eine Folge für die Betroffenen, die deren Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden nachhaltig beeinträchtigen können. Nahezu jedes fünfte Opfer zieht nach der Tat aus seiner Wohnung aus. Davor kann man sich schützen, wie die Erfahrung der Polizei zeigt. Die Polizei kann dieses Problem jedoch nicht alleine lösen. Die Eigenvorsorge muss mehr in den Fokus rücken.

Warum macht Vorsorge Sinn?

Krausch: Kommt der ,sogenannte Gelegenheitseinbrecher', also das Gros der Täter, nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten in die Wohnung, wird er die Tatausführung abbrechen und zum nächsten Objekt, z.B. zum Nachbarn gehen! Das ist der Ansatzpunkt für die sogenannte technisch orientierte Prävention.

Wir raten deshalb: Machen Sie es Einbrechern schwer, ins Haus oder in die Wohnung zu gelangen. Durch den Einbau von Sicherungstechnik wird die Zeit, die Einbrecher benötigen, um sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen entscheidend verlängert - der Einbrecher gibt auf.

Einbrecher hebelt Fenster aus
Wir wissen, dass nicht jeder die finanziellen Möglichkeiten hat, sofort mechanische Sicherungen anzubringen. Dennoch, was kann jeder tun, um es Einbrechern schwer zu machen?

Krausch: Auch aufmerksame Nachbarn können zum Einbruchschutz beitragen. Außerdem hat die Polizei folgende Verhaltenstipps zusammengefasst:

  • Achten Sie bewusst auf gefährdende und verdächtige Situationen.
  • Halten Sie in Mehrfamilienhäusern den Hauseingang auch tagsüber geschlossen. Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner drücken.
  • Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück und sprechen Sie sie an.
  • Sorgen Sie dafür, dass in Mehrfamilienhäusern Keller- und Bodentüren stets verschlossen sind.
  • Betreuen Sie die Wohnung länger abwesender Nachbarn, indem Sie z.B. den Briefkasten leeren. Es geht darum, einen bewohnten Eindruck zu erwecken.
  • Alarmieren Sie bei Gefahr (Hilferufe, ausgelöste Alarmanlage) und in dringenden Verdachtsfällen sofort die Polizei über Notruf 110. Der Notruf ist von jedem Münz- oder Kartentelefon kostenlos - ohne Münzen oder Telefonkarte - möglich; beim Handy jedoch nur mit betriebsbereit eingelegter SIM-Karte.

Jeder kann durch Beachtung der »sechs goldenen Verhaltensregeln« das Risiko eines Einbruchs erheblich reduzieren:

  • Schließen sie unbedingt Ihre Haustür ab - auch, wenn sie das Haus nur für kurze Zeit verlassen!
  • Gekippte Fenster sind offene Fenster - Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren!
  • Verstecken Sie niemals Ihren Schlüssel draußen - Einbrecher finden jedes Versteck!
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus!
  • Achten Sie auf Unbekannte in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück!
  • Geben Sie niemals Hinweise auf Ihre Abwesenheit!

Diese Tipps finden Sie in der Broschüre »Ungebetene Gäste - Sicher Wohnen - Einbruchschutz«, die Sie bei jeder Polizeidienststelle erhalten!

Außerdem bieten die Sicherheitsberater des Polizeipräsidiums Mainz individuelle kostenlose Beratungen vor Ort zum Thema »Einbruchschutz« an: Telefon 06131-653390
www.k-einbruch.de