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Mobilität & Verkehr

An einem Morgen im Verkehrs Center

Wer hier arbeitet, hat gut zu tun und den Dienstleistungsgedanken verinnerlicht: im Verkehrs Center der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) am Hauptbahnhof.


Verkehrs Center der MVG

Was für ein Trubel im Verkehrs Center der MVG am Mainzer Hauptbahnhof. Seit 7 Uhr ist geöffnet. Seither vergeht kaum eine halbe Minute, in der nicht die Tür aufgeht und Kunden eintreten. »Dabei ist das heute doch gar nichts«, sagt Mitarbeiterin Sylke Gerth während eines Buchungsvorgangs am Schalter. »Stimmt«, pflichtet Kollegin Birgit Scheurer bei. »Sie hätten mal am ersten Tag nach den Ferien, nach der Tarifanpassung da sein sollen.« Klarer Fall: Die Damen sind einiges gewohnt.

Zwischen 8 und 9 Uhr kümmert sich alleine Birgit Scheurer um Wünsche von 22 Menschen. »Ich hätte gerne eine Monatskarte von Mainz nach Wiesbaden«, sagt ein junger Mann. »Was kostet eine Aufschlagskarte für die Fahrt von Mainz nach Schwabenheim?«, will eine Frau wissen. »Ich hätte gerne zwei Packen Sammelkarten«, betont eine Dame. »Ich hätte gerne zwei aufeinanderfolgende Wochenkarten«, sagt die nächste Frau.

Auffallend: Birgit Scheurer, die vor Kurzem ihr 27-jähriges Dienstjubiläum feierte, ist die Ruhe und Freundlichkeit in Person bei der Arbeit. Gleiches gilt für Sylke Gerth, die seit zehn Jahren dabei ist. Birgit Scheurers Dienst geht bis 15 Uhr, der von Sylke Gerth bis 12.30 Uhr. Von 11 bis 19 Uhr kommen noch zwei Spätdienstlerinnen. Um 19 Uhr ist Schluss, dann wird abgerechnet. Und weil heute Montag ist, gibt es zwischen 13 und 18 Uhr noch einen Sonderdienst. Eben weil viel los ist.

Jetzt steht eine ältere Frau am Schalter. Sie ist des Schwarzfahrens um 7.30 Uhr überführt worden - weil ihre Tochter angeblich nicht gesagt hatte, dass die Monatskarte jeweils erst ab 9 Uhr gilt. Birgit Scheurer checkt die Lage mit einem Blick: die Dame ist nicht aus reichem Hause. »Ich kann Ihnen eine Frist bis Mitte nächsten Monats einräumen. Auch Ratenzahlung ist möglich«, sagt die MVG-Frau. Schwarzfahren kostet seit Juli 2015 schließlich 60 Euro. Jetzt hellen sich die Gesichtszüge der Dame leicht auf.

Dann ist ein Verkaufsgespräch auf Englisch nötig. »Sowas kriegen wir hin«, sagt Birgit Scheurer. Kollegin Syndia Hellmann kann bei spanisch-sprachigen Kunden aushelfen. Wenn es ins Arabische geht oder eine ähnliche schwierige Probe ansteht, helfen Hände und Füße. »Wann fährt die nächste 58 nach Wackernheim?«, will jetzt eine burschikose Rheinhessin wissen. »Kriege ich mal einen Plan für die 64?«, fragt ein älterer Herr. Birgit Scheurer lässt sich von dem leicht rauen Ton nicht anstecken. »Die meisten Kunden sind freundlich«, sagt sie. Aber natürlich gab es auch schon Fälle, bei denen die Polizei gerufen werden musste.

Frauenpower

»Wir haben wirklich ein tolles Team hier«, sagt Sara Maßfeller. Seit 2012 ist sie die Teamleitung im Kundencenter. In einem Raum ein paar Meter vom Schalter entfernt kümmert sich Maßfeller gerade auch um telefonische Anfragen, solche per Mail und erstellt den nächsten Dienstplan. 1991 startete sie als Industriekauffrau bei den Stadtwerken. Neun Vollzeitstellen und vier Halbtagsstellen existieren in ihrem Bereich. Stand jetzt ist der Kundencenter reine Frauensache bei der MVG. Der Eindruck nach zwei Stunden vor Ort: Die Mitarbeiterinnen haben den Dienstleistungsgedanken absolut verinnerlicht und mit Nettigkeit gepaart. An diesem Montag gehört für Birgit Scheurer sogar zum Service, mit einer jungen Kundin das Problem laufender Nasen bei Temperaturen unter null Grad zu besprechen. Die Frau ist dankbar für die Anteilnahme und verlässt das Verkehrs Center mit dem gewünschten Ticket und einem Lächeln.

www.mvg-mainz.de

Straßenbahn in der Gaustraße Wussten Sie schon, dass...

die Mainzer Gaustraße - auch als Gaugass bekannt - mit einer Steigung von 9,549% (also auf einer Strecke von 100 Meter eine Höhendifferenz von 9,549 Metern) die steilste Streckenführung einer elektrisch betriebenen Straßenbahn ohne Steighilfe in Deutschland ist? Die größte Steigung befindet sich kurz hinter der Ecke der Breidenbacherstraße. Die Straßenbahnen schlängeln sich übrigens seit 1923 durch die Gaustraße.

Foto: Jürgen Waloschek