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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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MOGUNZIUS

MOGUNZIUS
Stadtschreiber des MAINZERS


Transparent, transparenter, nackisch ...


Ich hatte letzte Woche eine heftige Diskussion mit meiner 14-jährigen Tochter über Ausgehen, Alkohol etc. und habe mich zu der unpädagogischen und unüberlegten Äußerung hinreißen lassen: »dann sperre ich dich in den Keller, dann ist Schluss mit lustig.« Wie aus der Pistole geschossen antwortet sie: »Dann gehe ich an die Presse und sage denen das.«

Bin ich vielleicht zusammengezuckt, habe sofort meinen Spruch als Scherz abgetan und mich der weiteren Diskussion entzogen.

Seltsam, früher ist mir die Drohung mit der Presse selten begegnet, hin-und wieder hat mal ein unzufriedener Kunde mit der »Bild kämpft für Sie« gedroht, mehr war aber nicht.

Schreibfeder

Jetzt ist es zum Volkssport geworden, zumindest die örtliche Presse, meist anonym, über alles und jeden zu informieren. Die freut sich natürlich weil es auf die Dauer langweilig wird, die wenigen »Top-Themen« zum x-ten Mal durchzukauen. Wer will schon alle drei Tage etwas zur Rathaussanierung, Schlosssanierung, Mainzelbahn, ECE und diverse Spendenübergaben lesen?

Da werden Informationen aus internen Diskussionen in Parteien, Vereinen und Unternehmen munter und scheinbar ohne Skrupel der Presse durchgereicht.

Vor einigen Tagen haben sich beispielsweise Mitglieder der Jugendorganisation der CDU parteiintern zu Wort gemeldet und Kritik am letzten Wahlkampf geäußert. Schwupp war das in der Zeitung zu lesen, keiner will das Papier weitergeben haben, aber ein gewisser Felix Maximilian Leidecker, stellv. CDU- Kreisvorsitzender hat sich sofort zu Wort gemeldet und am nächsten Tag nochmal nachgelegt. Ein Schelm wer dabei Böses denkt .

Wer durch Zufall oder gezielt die Google-Einträge über Herrn Leidecker liest kann den Eindruck gewinnen, dass dieser Rentner ist und von morgens bis abends seine Sicht auf die Welt verbreitet. Ist er aber nicht, er ist 31 Jahre alt und immer noch Student .

Ehrlich gesagt, ich will das alles gar nicht wissen. Wenn die Partei intern weiß, wie sie zukünftig Wahlkampf führen will, soll sie das doch machen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass der Ruf nach Transparenz nur von Journalisten und Politikern auf dem Karrieretrip kommt. Normale Menschen tragen intern solange ihre Kontroversen aus, bis sich ein vernünftiges Miteinander ergibt.

| Mogunzius