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Wirtschaft

Leichtes Spiel für unfähige Hausverwaltungen

Eigentumswohnungen sind begehrt. Sowohl zum Selbstbewohnen als auch zum Vermieten. Um diese Wohnungen zu verwalten, bedienen sich die meisten Eigentümer entsprechender Dienstleister, den Hausverwaltungen. Mit denen gibt es immer wieder Ärger.


Paul Michael Bremer

Das Thema Hausverwaltungen entlockt vielen Wohnungseigentümern ein Stöhnen. Von außen betrachtet eigenartig, denn die Dienstleistung der Verwaltung wird in einem Vertrag geregelt, den nicht nur beide Seiten unterzeichnen, sondern für den es juristische Vorgaben, geregelt im Wohnungseigentumsgesetz, gibt.

Dennoch sind die Listen der Kritiker von Hausverwaltungen lang: Reparaturen werden nicht oder nur nach mehrmaligen Ermahnungen seitens der Eigentümer in Auftrag gegeben, Winterdienst und Gartenpflege funktionieren überhaupt nicht, Protokolle von Eigentümerversammlungen gehen verloren, die jährlichen Abrechnungen und die Aufstellung des Wirtschaftsplans erfolgen nicht fristgerecht.

In der Kanzlei Schäfer & Bremer Rechtsanwälte (www.schaefer-bremer.de) ist Paul Michael Bremer als Fachanwalt zuständig u.a. für Mietrecht und bearbeitet auch die Fälle zum Wohnungseigentumsrecht.

DER MAINZER: Herr Bremer, warum hakt es so oft im Verhältnis Wohnungseigentümergemeinschaft und Hausverwaltungen?

Bremer: Manche Unternehmen sind schlicht unfähig und haben keine Ahnung von den rechtlichen Pflichten, die sich aus dem Wohnungseigentumsgesetz ergeben. Das hängt auch damit zusammen, dass im Grunde ein jeder sich Hausverwalter nennen kann. Es gibt keine fachlichen Eignungsprüfungen für dieses Gewerbe.

Wie kann eine Eigentümergemeinschaft herausfinden, welches Unternehmen seriös ist und damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Dienstleister seine Pflichten erfüllt?

Bremer: Es gibt keine allgemein gültigen Kriterien, d.h. man kann nie sicher gehen, eine funktionierende Verwaltung gefunden zu haben. Orientieren kann man sich an der Größe des Unternehmens, mehrere Mitarbeiter erhöhen die Chance, dass Aufträge ausgeführt werden, auch wenn ein Unternehmen schon viele Jahre besteht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es seriös arbeitet, größer.

Sind Eigentümergemeinschaften den Hausverwaltern hilflos ausgeliefert?

Bremer: Nicht ganz. Es hängt von der Bereitschaft der Eigentümer ab, sich mit dem Eigentum zu beschäftigen. Häufig trifft man bei Eigentümern auf eine ,Mietermentalität', die meinen, der Hausverwalter sei dafür da, alle Probleme zu lösen. Tatsächlich aber sind die Eigentümer Vertragspartner und müssen sich selbst um die Einhaltung des Vertrags kümmern. Dazu müssen sich die Eigentümer einig sein, was erschwert wird aufgrund der Tatsache, dass Eigentumswohnungen häufig eine reine Kapitalanlage sind, die Eigentümer kein Interesse an langwierigen Diskussionen haben. Die zahlen dann auch mal drauf, statt die zeitaufwendige Suche nach einer anderen Hausverwaltung auf sich zu nehmen.

Das heißt, sind sich die Eigentümer nicht einig, haben unfähige Hausverwalter leichtes Spiel?

Bremer: Es gibt natürlich auch individuelle Möglichkeiten sich zu wehren, die aber teuer werden können und zeitaufwendig sind. Wer eine Eigentumswohnung kauft, muss sich klar sein, dass er selbst in der Pflicht ist, sich selbst kümmern und dem Verwalter auf die Finger schauen muss. Das geht selten ohne Konflikte ab, der Abschluss einer Immobilien-Rechtsschutzversicherung ist sicher nicht falsch und der Gang zum Anwalt sollte in Erwägung gezogen werden. Schließlich geht es manchmal um wirklich viel Geld, wenn bspw. die Jahresabrechnungen nicht stimmen. Optimal wäre es, wenn sich die Mehrheit der Eigentümer engagiert und kümmert. Leider ist das selten der Fall.

| SoS

Der Verein »Wohnen im Eigentum« berät Mitglieder auch in Auseinandersetzungen mit Hausverwaltungen und zu Jahresabrechnungen
www.wohnen-im-eigentum.de
Bei der Verbraucherzentrale RLP gibt es ab Anfang Mai das »Lexikon Eigentumswohnungen«
www.verbraucherzentrale-rlp.de