Kontakt + Impressum
Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

RLP-Ausstellung DER MAINZER verlost
5x 2 Eintrittskarten zur
Rheinland-Pfalz-
Ausstellung
Vom 12. bis 20. März 2016
Beantworten Sie folgende Frage: Zum wievielten Male findet die Rheinland-Pfalz-Ausstellung statt?

Bitte senden Sie uns
eine E-Mail an
verlosungen@dermainzer.net
Stichwort: RLP-Ausstellung
Einsendeschluss: 10.3.2016

Werbung

Stadtteile

Bekannt seit Römerzeiten

Die Römer hatten hier ein Militärlager, der Computer­hersteller IBM baute hier Festplatten, es gab eine Burg und eine Sektkellerei, der nahgelegene Steinbruch wandelt sich in ein Naherholungsgebiet, Wohnraum wird geschaffen: Weisenau.


Weisenau-Bilder

Vom Rhein aus betrachtet sieht die Brückenkonstruktion mit ihrem beflaggten Mast aus wie der in den Rhein hinein ragende Bug eines Schiffes: Weisenau grüßt die Schiffer. Die Radler und Spaziergänger am Rhein ebenso. Direkt darüber erhebt sich wie ein Wahrzeichen weithin sichtbar die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die nach Plänen von Ludwig Becker mit neuklassizistischem Westbau samt Turm 1912-1913 ergänzt wurde (Foto 01).

Auch eine evangelische Gemeinde findet sich in Weisenau und früher war eine starke jüdische Gemeinde hier ansässig. Die Synagoge in der Wormser Straße erinnert daran, sie wird allerdings nicht mehr rituell genutzt. Weisenau: der Name entstand über diverse Namensformen aus dem im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnten »Wizenowe«. Eingemeindet wurde der Ortsteil, schon 1930 nach Mainz und er hatte einstmals eine ganz nahe Beziehung zum Wasser, war als Fischerort bekannt.

Die engen Gassen im Unterdorf sind steil und gestatten schöne bis bizarre Ausblicke Richtung Rhein: wenn im Ausschnitt der Gasse ein Zug auftaucht und dahinter der Mast eines Schiffes zu erkennen ist. Oder wenn in der blattlosen Zeit die Umrisse von Gebäuden auf der »Ebsch Seit« zu erkennen sind und selbst mit der hiesigen Geographie wohl vertraute Menschen ein Weilchen brauchen um zu erkennen: »welcher Schornstein ist das, denn?« (Fotos 02+03) Weisenau besaß einstmals (ab dem 12. Jahrhundert) eine Burg. Deren Standort soll sich in der Nähe der katholischen Kirche befunden haben, also ganz und gar nicht dort, wo die Sektkellerei Burg Weisenau entstand, deren Gewölbekeller heute noch genutzt werden und deren Wein- und Eiskeller sozusagen die Basis für die darüber liegenden Häuser bilden.

Eingerahmt ist Weisenau von Verkehrsadern mit erheblicher Bedeutung: Der stark befahrenen Wormser Straße, einem der wichtigsten Zubringer in die Mainzer Innenstadt, der Bahntrasse und dahinter der Wasserstraße. Wer mag kann jetzt noch einen Blick in den Himmel werfen: nicht gerade lautlos ziehen die Flugzeuge über die Köpfe hinweg. Im Oberdorf ist es anfangs beschaulicher, zumindest ruhiger, mehr Platz hat es hier auch, die Bebauung wird etwas luftiger, Einfamilienhäuser und Wohnblocks ziehen sich bis - zur nächsten Verkehrsader, dem »Mainzer Ring« genannten südlichen Teil der BAB 60. Hinter der Lärmschutzwand hat immerhin noch ein Acker Platz, vor den ersten Häuserreihen (Foto 04).

Direkt dahinter führt eine Brücke Fußgänger und Radler den Berg weiter hinauf zur Laubenheimer Höhe, rechter Hand die in den 1930er Jahren entstandene »Großbergsiedlung« passierend. Von eben dieser Fußgängerbrücke bieten sich seltene Einblicke Richtung Steinbruch und ein Stück weiter Richtung »die Portland« genannten Zementwerk (Foto 05), zur »Soya« und über die Weisenauer-Brücke der BAB 60 erneut auf die andere Rheinseite.

Ein weiteres ehemaliges Industriegelände, auf dem der Computerhersteller IBM bis 2003 Festplatten hergestellt hatte, wird allmählich einer neuen Nutzung zugeführt: Die Wohnbebauung ist beschlossene Sache. Ein Stück weiter im »Heilligkreuz-Quartier« sind die Wohnungen bereits fertig (Foto 06).

Auf dem Weg Richtung Volkspark und zur Innenstadt findet sich, eingerahmt von Hochhäusern die »Via Seculprum«, eine römische Gräberstraße, die sich mitten durch Weisenau zieht. An der Ecke Bettelpfad/Göttelmannstraße veranschaulicht eine Grabeinfriedung mit rekonstruiertem Ausgrabungsbefund, samt Erläuterungstafeln die Gräberstraße. Sie entstand entlang des Weges, der die beiden Militärlager auf dem Kästrich und in Weisenau miteinander verband. Auf etwa 2,5 Kilometern Länge entstanden im 1. Jahrhundert nach Christus einfachere Gräber für Soldaten und bald kamen auch repräsentative Grabanlagen für die reichere Zivilbevölkerung hinzu.

| SoS

Textgrundlagen:
www.gbv-weisenau.de
www.wikipedia.org/wiki/Mainz-Weisenau
www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/weisenau/kulturdenkmaeler/burg-weisenau