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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

RLP-Ausstellung DER MAINZER verlost
5x 2 Eintrittskarten zur
Rheinland-Pfalz-
Ausstellung
Vom 12. bis 20. März 2016
Beantworten Sie folgende Frage: Zum wievielten Male findet die Rheinland-Pfalz-Ausstellung statt?

Bitte senden Sie uns
eine E-Mail an
verlosungen@dermainzer.net
Stichwort: RLP-Ausstellung
Einsendeschluss: 10.3.2016

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Spitzfindig

Der WahlTraum

Es ist Montag, der 14. März 2016. In den Radionachrichten lautet die erste Meldung: »Bei der Wahl des Landtags in Rheinland-Pfalz kam es zu einer großen Überraschung: 80 Prozent der Rheinland-Pfälzer nahmen an der Wahl teil.«


Wahlplakate

Dieser Wachtraum begleitet mich, seitdem ich den heftigen Reaktionen auf zwei Artikel in der Februar-Ausgabe des MAINZERs lausche oder die entsprechenden Zeilen lese.

DER MAINZER hat keinen Mainzer AfD-Kandidaten befragt und diese Entscheidung in der Februar-Titelgeschichte begründet. Die Begründung kann man akzeptieren oder nicht. Wir leben in einer Demokratie. Die lebt vom Austausch von Argumenten. Dumm nur, wenn keiner der Anrufer und der Schreibenden (es waren ausschließlich Männer) die Begründung wiedergeben kann, die zur Nichtbefragung der AfD-Kandidaten führte. Hat die überhaupt einer dieser Herrschaften gelesen? Die entsprechende Rückfrage haben komischerweise alle mit Ja beantwortet.

Im zweiten Artikel, der zu heftigen Reaktionen führte, ging es um »Deutschsein«. Dass dieses Thema einen über Jahrzehnte gepflegten Reflex auslöst, war zu erwarten. Wer sich nicht zum »Deutschsein« bekennt, ist eine Linke. Wer aber links denkt, wertet jede Deutschlandfahne als Aushängeschild für Rechtsextreme, Alt- und Neonazis, Pegidisten, NPD- und neuerdings AfD-Wähler. Denn das Bekenntnis zur deutschen Nation wird unter ideologischen Kategorien betrachtet. Sich davon zu lösen, fällt schwer. Nur jüngere Deutsche meinen unbefleckt von derlei Auseinandersetzungen: »Wir sind Deutsche, na und?« Wer älter ist, muss zuerst die eigenen ideologischen Scheuklappen beiseitelegen. Das führt zu Unbehagen.

Als eine Quintessenz dieser Auseinandersetzungen entwickelte mein Unterbewusstsein den Traum. Der basiert auf der Gewissheit, mit Rechten muss man auf der Basis von Behauptungen ohne Belege und von Pauschalisierungen ohne Differenzierung diskutieren. Um dem Einhalt zu gebieten, sind bei den Landtagswahlen am 13. März 2016 möglichst viele Wähler, die keine rechten Parteien wählen, gefragt.

Denn die Rechten, die mobilisieren ihre Anhängerschaft, die werden gewählt. Den Altparteien, die schon so viele und teils unappetitliche Altlasten mit sich herumschleppen, fällt die Mobilisierung schwer. Viele ihrer frustrierten Anhänger müssten ganz fest die Zähne zusammenbeißen, um trotzdem wählen zu gehen. Das tut bestimmt weh. Vielleicht schmerzt es aber weniger, als den Rechten das Feld zu überlassen?

| SoS