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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

RLP-Ausstellung DER MAINZER verlost
5x 2 Eintrittskarten zur
Rheinland-Pfalz-
Ausstellung
Vom 12. bis 20. März 2016
Beantworten Sie folgende Frage: Zum wievielten Male findet die Rheinland-Pfalz-Ausstellung statt?

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eine E-Mail an
verlosungen@dermainzer.net
Stichwort: RLP-Ausstellung
Einsendeschluss: 10.3.2016

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Osterbräuche

Hase Osterbräuche
im Laufe der Jahrhunderte

Kaum ist Weihnachten vorbei und der Rentierschlitten des Weihnachtsmanns wieder eingemottet, dreht die nächste Brauchtumsfigur ihre Runden durch unsere Gärten und Häuser: Der Osterhase. Hart an seinen Fersen in diesem Jahr: Die Fachredaktion des MAINZERs.


Wer war zuerst da, die Henne oder das Ei? Eine Frage über die sich trefflich spekulieren und philosophieren lässt - solange man es mit der Evolutionstheorie nicht zu genau nimmt. Überträgt man das Ganze in die österliche Zeit und fragt nach dem Verhältnis zwischen Eiern und Osterhasen, hat Meister Lampe absolut keine Chancen - denn das Osterei ist wesentlich älter. Die Idee, Eier farblich zu dekorieren hatte man bereits vor rund 60.000 Jahre. So alt sind jedenfalls entsprechend dekorierte Straußeneier, die man im südlichen Afrika gefunden hat. Die ältesten, aus christlichen Motiven heraus gefärbten Eier stammen schon aus der Zeit des frühen Christentums: Die roten Tierprodukte sollten hier primär an das Blut Christi erinnern, während sie in nicht-christlichen Gebieten unter anderem für Leben und Fruchtbarkeit standen. Vieles überschneidet sich hier allerdings: so gab man in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten auch bei christlichen Beerdigungen ein Ei mit ins Grab - als Zeichen der erhofften Auferstehung am Jüngsten Tag.

Zinseier

Gefärbte Eiern an Ostern sind für Mitteleuropa seit dem 13. Jahrhundert belegt, das Wort »Osterei« taucht rund 100 Jahre später auf, wird in dieser Zeit zunächst aber nur für die sogenannten »Zinseier« verwendet. Eier sind ein Tierprodukt und galten daher im Mittelalter als »Fleischspeise«, die in der Fastenzeit verboten war. Man aß sich vorher daran noch einmal satt und nutzte dann die in den folgenden Wochen gelegten Eier um einen Teil der in dieser Zeit fälligen Pacht in Naturalien zu bezahlen.

Aus Gründen der Haltbarkeit wurden sie vorher noch gekocht - und zur Kenntlichmachung eingefärbt, z.B. mit dem Saft der Roten Bete. Da die Verpächter in dieser Zeit so wesentlich mehr Eier erhielten als in ihrem Haushalt verzehrt werden konnten, wurde ein Teil der roten Eier weitergeschenkt: an das Personal, die Armen und Kinder. In diesem Zusammenhang taucht zum ersten Mal auch der Hase auf - mit ihm wurden die Pächter verglichen die nach der Begleichung ihrer Schuld nun ebenso frei herumlaufen konnten wie Meister Lampe - ohne von den Hunden der Herren gejagt zu werden.

Für Simpel und Kinder

Der Historiker Erycius Puteanus beschrieb in seinem 1617 erschienenen Buch »Ovi enconium« bereits die verschiedenen Techniken der Ostereidekoration, vom Bemalen über das Beschriften bis zum Ätzen. Wesentlich bekannter ist das Werk »De Ovis Paschalibus. / Von Oster-Eyern.« des Mediziners Georg Franck von Franckenau der rund 70 Jahre später auch schon den Brauch des Eierversteckens (für Kinder) beschrieb und erstmals auch den Osterhasen erwähnt, den man damals schon in einigen Gebieten Deutschlands kannte: Eine Fabel, so Franck von Franckenau, für »Simpel und Kinder«.

Warum man ausgerechnet Meister Lampe für diese Rolle auserkoren hat bleibt unklar - läge es doch biologisch gesehen wesentlich näher ein eierlegendes Federvieh mit den Osternestern in Verbindung zu bringen. In der Volkskunde kursieren darüber die unterschiedlichsten Meinungen; hatte der Hase in der frühchristlichen Kunst doch die unterschiedlichsten Bedeutungen und galt unter anderem als Symbol der Fruchtbarkeit (wegen seiner hohen Reproduktionsrate) und der Auferstehung.

Der Osterhase heute

Man darf den Osterhasen in seiner heutigen Form als ein Produkt der deutschen Kultur bezeichnen, das über die Auswanderer auch in andere Kontinente gebracht und dort gegebenenfalls adaptiert wurde. Und auch in Deutschland hat er Karriere gemacht. In Fachkreisen spricht man heute beispielsweise von der »Osterhasenpädagogik«, einem nicht mehr unumstrittenen, fragend-entwickelnden Unterricht, in dem die Lehrer den Lehrgegenstand verstecken und ihn von den Schülern in der Diskussion suchen lassen.

Ein Streitfall bleibt auch die Frage, ob man an Ostern einen Hasenbraten servieren darf. Während er für die Befürworter fasst ein »Muss« ist, empören sich die Gegner darüber, dass man ihn aus »Dank« fürs Eierlegen und Eierbringen anschließend in die Röhre schieben möchte.

Dann doch im Zweifel lieber ein Osterlamm, das es - nicht nur für Vegetarier - auch als Osterbrot in entsprechender Form gibt.

Osterspaziergang

Ob mit oder ohne Eiersuche verbunden - lange Zeit war der gemeinsame Familienspaziergang an Ostern ein absolutes »Muss«. Schloss er sich früher oft dem heimischen Ostermahl an - um sich vor dem Osterkaffee etwas erholen zu können - führt er heute meist fort vom heimischen Herd in die lokale Gastronomie: Osterbrunch, Ostermenu und Osterkarten locken an beiden Feiertagen in allen Variationen. Schließlich hat man ja gemäß der »Guten Vorsätze« in den davor liegenden Wochen so viel »Weihnachtspfunde« abtrainiert, dass man jetzt wieder etwas mehr zuschlagen kann. Wer es dann doch etwas genauer wissen will: die Schoko-Osterhasen haben es in sich. Rechnet man knapp 6 Kalorien pro Gramm, bringen auch die mittelgroßen schon locker 600-800 dieser heimtückischen Dickmacher mit in die Rechnung. Bei einem klassischen Osterei (gekocht) sind es allerdings auch schon circa 80.

Ostereierbräuche

Natürlich kann man Ostereier nicht nur essen. Auch in Rheinhessen ist das »Eiertitschen« am Frühstückstisch beliebt. 1890 beschrieb man das noch so: »Zwei stoßen die Eyer aufeinander, zuerst Spitz auf Spitz, dann Spitz auf Arsch oder umgekehrt. Wessen Ey bricht, verliert es an den anderen.«

Wer Glück und Wohlstand anstrebt sollte dagegen, zumindest wenn er in Südtirol wohnt, ein Osterei über das eigene Haus werfen - und hinterher aufessen oder eingraben. Klar, dass hier Flachbaubesitzer bevorteilt sind. Wie so ein Ei nach geglückter Landung aussieht, bleibt der Phantasie des Einzelnen überlassen. Guten Appetit!

Le Poivre

In vielen Kulturen feiert man das Ende des Winters mit einem fröhlichen und lebensbejahenden Fest. Bei uns wird das Ende der Fastenzeitmit einem umfangreichen Ostermenu zelebriert. Im exquisiten Feinkostgeschäft Le Poivre von Christine Pfeffer finden kleine und große Nestersucher Osterspezialitäten aus Frankreich und Italien: »Colomba«, die traditionelle Ostertaube aus Hefekuchen, große Trüffeleier mit Gin oder Salz Karamell, Nougateier, Dragierte Ostereier, Hasen/Küken Cake-Pops und Vieles mehr! (www.le-poivre-feinkost.de)

Von rollenden Hasen und tauschbaren Eiern

Gleich drei spannende Aktionen erwarten die Gäste der Römerpassage in der Osterzeit. Den Auftakt bildet das Osterbasteln (12.03.2016 und 19.03.2016 jeweils von 13-18 Uhr). Kleine und große Passagenbesucher können kreativ werden und ihre eigenen Ostermotive basteln: Kleben, malen, gestalten - alles ist erlaubt. Die schönsten Exemplare werden in den Osterbeeten ausgestellt.

Kein Weg vorbei führt an der Ostereiersuche (12.03.-26.03.2016): In einigen Geschäften werden Ostereier versteckt und warten auf glückliche Finder. Wer ein Osterei findet, kann es in einem teilnehmenden Geschäft seiner Wahl gegen ein Ostergeschenk tauschen.

Modern wird es am Ostersamstag (26.03.2016 von 11-17 Uhr). Da kurvt der Segway-Osterhase in und um die Römerpassage, verteilt Süßigkeiten und posiert für Selfies mit Passagenbesuchern.

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