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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

RLP-Ausstellung DER MAINZER verlost
5x 2 Eintrittskarten zur
Rheinland-Pfalz-
Ausstellung
Vom 12. bis 20. März 2016
Bitte senden Sie uns
eine E-Mail an
verlosungen@dermainzer.net
Stichwort: RLP-Ausstellung
Einsendeschluss: 1.3.2016

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MOGUNZIUS

MOGUNZIUS
Stadtschreiber des MAINZERS


»Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt.«


»Freudvoll und leidvoll, Gedankenvoll sein,
hangen und bangen in schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt -
Glücklich allein ist die Seele, die liebt.«

Das ist von Johann Wolfgang von Goethe, aus Egmont. Die Uraufführung dieses Dramas fand übrigens am 9. Januar 1789 in Mainz statt.

Mir fällt diese Stelle immer ein, wenn ich die Nachrichten und Kommentare über die Flüchtlingsbewegung und seine Auswirkungen auf unser Land und ihre Menschen lese. Die Beifall klatschende Menge am Münchner Hauptbahnhof, ausgerüstet mit Kuscheltieren und Bananen und als Gegenentwurf die Kölner Domplatte an Silvester: Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt!

Sofort richtet sich die Menge gegen die Politiker, auch eine typische deutsche Eigenschaft. Woher haben wir eigentlich unsere Informationen, wir schauen ja nicht jeden Tag Bundestagsdebatten an oder lesen die Rede der Kanzlerin und ihres Vize? Wir verfolgen die Medien, hauptsächlich die Sekundennachrichten der Tageschau und Artikel, die möglichst nicht mehr als 1000 Zeichen, besser 500, haben.

Schreibfeder

Was sich alle Medien in diesem Zusammenhang geleistet haben ist mehr als beschämend. In den ersten Wochen sprachen alle Flüchtlinge Englisch, waren Mediziner und Ingenieure, jung, motiviert, dankbar und bescheiden. Selbst die nicht gerade progressive Bild-Zeitung war voll des Lobes für die Kanzlerin und ihre Willkommenskultur.

Und jetzt? Jetzt ist die Nachfrage nach Pfefferspray gestiegen und selbst die größten Machos sind gegen Sexismus, »wir müssen unsere Frauen schützen.« Journalisten identifizieren die Vorfälle der Silvesternacht als »taharrush gamea«, als angebliches arabisches Kulturphänomen oder lassen sich über die »Sexualnot« junger Männer aus.

Was fehlt, ist der »gesunde Menschenverstand.« Weil der langweilig ist und nicht für Überschriften taugt, ist er selten zu finden.

Ja, wir haben die verdammte Pflicht Menschen in der Not zu helfen. Wir dürfen uns aber nichts vormachen, die Flüchtlingswelle wird unser Land und unsere Stadt verändern. Wir haben viele Jahre gebraucht die Türken, Kosovo-Albaner und russisch/deutschen Aussiedler mehr schlecht als recht zu integrieren. Mit einem Unterschied: wir haben für diese Gruppen Arbeit gehabt.

Ohne Arbeit ist eine gesellschaftliche Integration nicht machbar. Das kann auch am Anfang Arbeit für die Gemeinschaft, die Kommune sein, auch ohne Mindestlohn. Nur Sprachkurse und ansonsten große Langeweile und Frust wird sich verheerend auswirken. Wie hat meine Oma gesagt: »wer Arbeit hat, hat kaum Zeit auf dumme Gedanken zu kommen.«

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