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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

RLP-Ausstellung DER MAINZER verlost
5x 2 Eintrittskarten zur
Rheinland-Pfalz-
Ausstellung
Vom 12. bis 20. März 2016
Bitte senden Sie uns
eine E-Mail an
verlosungen@dermainzer.net
Stichwort: RLP-Ausstellung
Einsendeschluss: 1.3.2016

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MAINZER STADTTEILE

»Geh doch in die Oberstadt«

Hier leben Wohlbetuchte und Transferbezieher, hier gibt es viele Grünanlagen und Kleingartenkolonien, die Mainzer Krankenhäuser haben hier ihren Platz, die Hochschulen, der Hauptfriedhof und die Kasernen: Die Mischung macht's in der Mainzer Oberstadt.


»Geh doch in die Oberstadt .« sang Franz Josef Degenhardt in »Spiel nicht mit den Schmuddelkindern« und setzte einer jeden »Oberstadt« ein musikalisches Denkmal als Synonym für die Wohnwelt der Betuchten. Auch in Mainz mag das einstmals gegolten haben, schließlich diente die Mainzer Altstadt vor der umfassenden Sanierung als Behausung der ärmeren Bevölkerung, während sich in den gründerzeitlichen Villen der Oberstadt die Bessergestellten ansiedelten. Dank des Altstadtsanierungsprogramms hat sich das Verhältnis, unten Arm oben Reich, längst verändert. Auch weil in der Oberstadt, in der nach den beiden Weltkriegen Platz war zum Bauen, Siedlungen entstanden für weniger Betuchte: Fichteplatz Siedlung, Ebert Siedlung, Görz Siedlung und Berliner Siedlung liegen alle in der Oberstadt.

Entstanden auf Festungsanlagen

Wer den Grenzverlauf der Mainzer Oberstadt, die zu einem großen Teil auf dem Gebiet der Mainzer Festungsanlagen entstand, nachvollziehen will, bedarf einer sehr guten Ortskenntnis und wird dennoch eine reale oder virtuelle Stadtkarte zu Hilfe nehmen müssen. Ein kleines Beispiel: »Der nördlichste Punkt der Oberstadt ist auf dem Alicenplatz, wo die Neustadt von Nordwesten, die Altstadt von Nordosten und die Oberstadt von Süden her aufeinandertreffen. Die Alicenstraße geht es bergauf nach Südsüdost; im Westen sieht man hinab auf die Bahngleise, die in die beiden Mainzer Eisenbahntunnel führen. Im Osten befindet sich die Altstadt. Über die Terrassenstraße geht es nach Südosten; rechts blickt man hinauf zum Kästrich, links hinab zur Altstadt. Ein kurzes Stück geht es auf der Drususstraße nach Nordosten, dann weiter nach Osten zwischen Mathildenstraße und Breidenbacherstraße. Die Grenze verläuft jetzt bergauf durch die Grundstücke nach Süden, im Osten die zur Altstadt gehörende Gaustraße, im Westen die Martinsstraße. Am Gautor überquert die Grenze die Straße und geht über den Eisgrubweg nach Osten, die Altstadt im Norden. Um die Zitadelle oberhalb der Bahnlinie folgt die Grenze dieser bis zum Rhein, und dort ein kleines Stück bis zur Grenze von Mainz-Weisenau.«

Bilder der Oberstadt Allein den Aliceplatz am Bahnhof zu finden, ist eine Suche für sich. Aber beim Ablaufen der Oberstadt-Grenzziehung macht man automatisch einen ausgedehnten Spaziergang und kann einen Gutteil von Mainz betrachten - manchmal sogar von unten. Will man von der Universität zum Universitäts-Klinikum, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als zuerst ins Zahlbachtal hinab zu laufen, um dann, z.B. durch die Görz Siedlung wieder hinauf zu klettern. Jetzt geht es aber auf gleicher Höhe weiter um die Unikliniken und das angrenzende Wohngebiet Am Linsenberg herum oder mittendurch, entweder zur Kupferbergterrasse Foto 01 mit ihrem weiten Blick über die Altstadt bis zum hessischen Feldberg oder bis zum Gautor Foto 02, ein markanter Punkt der Grenzziehung zwischen Alt- und Oberstadt.

Aufgelockert und Von Grün durchzogen

Auf dem Weg zur Berliner Siedlung Foto 03 (der nordwestlichen Oberstadtgrenze), die Anfang der 1960er Jahre entstand und ihren Namen im Zusammenhang mit dem damaligen Mauerbau in Berlin erhalten hatte, liegt rechter Hand die Siedlung am Fichteplatz. In dem Wohnkomplex entstanden nach dem Ersten Weltkrieg 1000 Wohneinheiten. Über die Straßenkreuzung am Pariser Tor, entlang der Geschwister Scholl-Straße, sieht man rechts und links Kleingartenanlagen. Sie sind in der Oberstadt häufig anzutreffen (neun Vereine habe ich auf der Webseite der Mainzer Kleingärtner gezählt). Auch den weiteren Weg durch die Oberstadt Richtung Weisenau säumen mehrere Kleingärtnervereine. Sie tragen, gemeinsam mit den ausgedehnten Park- und Grünanlagen zum aufgelockerten Erscheinungsbild der Oberstadt bei.

Die Friedrich-Ebert-Siedlung, 1928 bis 1930 entstanden und eine dieser städtebaulich interessanten Siedlungen in der Oberstadt, passierend, gelangt man zum Stiftswingert und ist damit den Gründerzeitlichen Villen am Stadtpark schon ganz nah. Inmitten dieser exklusiven Wohnlage befinden sich auch die Häuser der »Karthaus« Foto 04, die an das Karthäuserkloster Mainz erinnert.

Das Hochhaus am Volkspark Foto 05 kann als eine Art Wahrzeichen der Oberstadt gesehen werden - sichtbar von weither, wissen viele, hier ist der Mainzer Volkspark mit seinen Wiesen, dem Wasserspielplatz, dem Volksparkbähnchen und dem Minigolfplatz.

Auf dem Weg hinunter in die Altstadt gelangt man durch den Stadtpark Foto 06. Entworfen 1819 - 1825 vom Landschaftsarchitekten Peter Wolf (dessen Büste neben dem Vogelhaus steht) im Stile eines englischen Landschaftsparks.

| SoS

Textgrundlagen:
www.mainz.de
Wikipedia