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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

RLP-Ausstellung DER MAINZER verlost
5x 2 Eintrittskarten zur
Rheinland-Pfalz-
Ausstellung
Vom 12. bis 20. März 2016
Bitte senden Sie uns
eine E-Mail an
verlosungen@dermainzer.net
Stichwort: RLP-Ausstellung
Einsendeschluss: 1.3.2016

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Mainzer Kopf

Faszination Fastnachtsmusik

Als Fastnachter ist Benny Scholian ein Spätzünder, erst während des Musikstudiums entdeckte er, dass Tuba und Fastnachtsbühne harmonieren. Im Duo mit David Geis bringt der »Fleischworschtathlet« Sitzungssäle in Singstimmung und seine Faszination für Fastnachtslieder hat er in einem Buch verewigt.


Benny Scholian

Benny Scholian wuchs in Ginsheim auf, was insofern wichtig ist, als es dort einen regen Posaunenchor gibt, der bei vielen Veranstaltungen mitwirkt und der kleine Benny die Blechbläser oft zu Gesicht und zu Gehör bekam. Auf die Frage des Vaters, welches Instrument er spielen möchte, habe er auf die Tuba gedeutet, erinnert sich Benny Scholian. Sie ist die größte unter den Blechblasinstrumenten und die mit den tiefsten Tönen.

In der musikalischen Früherziehung verfestigte sich die Liebe zum tiefen Register, denn die hellen Töne des Glockenspiels ließen den kleinen Benny unangenehm erschauern. Erst die Trompete, die er mit neun Jahren zu spielen erlernte, kam seiner und der Klangwelt der Tuba näher.

Auf jeden Fall wollte Benny Scholian mit Musik auch seinen Lebensunterhalt verdienen und entschied sich für das Musikstudium. Seit zwei Jahren unterrichtet er an der IGS in Groß-Gerau Musik und Chemie - die Kombination ist für den Studienrat nicht nur eine logische (Musik und Naturwissenschaften haben mehr gemeinsam, als der Laie sich vorstellt, weiß er), sondern auch eine zukunftssichernde, denn Lehrer für Naturwissenschaften sind irgendwie immer rar.

Nebenbei leitet der 30-Jährige seit 2006 den Posaunenchor in Leeheim und, der Zufall wollte es so, im selben Jahr übernahm er auch die Ausbildung der Showband der Mainzer Altstadtbauern. Die musikalische Tür in die Mainzer Fastnacht war geöffnet. Parallel dazu, und ebenso zufällig, startete er in den Sitzungen des Ginsheimer Tischtennis-Clubs eine Zwiegespräch-Laufbahn zusammen mit Sebastian Stahl, ganz ohne Musik. Spaß, so sagt Scholian, machen ihm sowohl die tonlose Reimkunst als auch das Komponieren und Texten der Lieder für »Die Fleischworschtathlete« - zumal er in David Geis einen in jeder Hinsicht passenden Partner zur Seite habe.

Eigenkompositionen

Singen ist ein wichtiger Bestandteil von Fastnachtssitzungen, weiß Scholian und der Anteil an musikalischen Einlagen wachse stetig. Die Sitzungsgäste, beobachtet er, seien immer schwerer für Wortbeiträge zu begeistern, die Fähigkeit und/oder der Wille, still zuzuhören, habe nachgelassen. Dem Fleischworscht-Duo kommt das zugute. 35 Auftritte in der kurzen 2016er Kampagne sind zu bewältigen, so viele waren es noch nie.

Scholian hat die Mainzer Fastnachtsmusik 2011 zum Thema für seine Examensarbeit gemacht, die, gekürzt, überarbeitet, ergänzt und aktualisiert, mittlerweile käuflich zu erwerben ist. Außerdem fließen die Ergebnisse seiner Studien in die Fastnachtsgesänge der »Fleischworschtathleten« ein: »Wir texten Lieder, in denen die Fastnacht und Mainz meistens gar nicht erwähnt werden.« Benny Scholian hat nämlich herausgefunden, dass ein großer, wenn nicht der allergrößte Teil der Fastnachtslieder, Hymnen auf die Fastnacht und aufs goldische Meenz sind. Also widmet sich das Duo beispielsweise gerne einem Thema, das mindestens genauso wichtig ist: dem Verhältnis zwischen Frau und Mann. Mit charmanten Analogien wie »Die Kreppel und die Weiber haben einwandfreie Leiber, wen wird's da überrasche', dass wir beide gern vernasche'!« oder Textzeilen wie »Männer mit de Narrekapp', die mache' die ganze Nacht net schlapp!« verstehen es die beiden Musiker, Sitzungssäle musikalisch zum Kochen zu bringen.

| SoS

Benjamin Scholian: Die Faszination der Mainzer Fastnachtsmusik
Are Musik Verlag GmbH, ISBN: 978-3-92452263-6
erhältlich im Buchhandel, VK 16,80 €