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spielArt: Theaterseiten

Warum sind wir hier?

»Deportation Cast« wieder auf dem Spielplan im Glashaus


»Deportation Cast«    © Andreas Etter

Manche Stücke, die ohnehin schon aus guten Gründen auf dem Spielplan des Theaters stehen, haben in diesen Tagen zusätzliche schmerzhafte Aktualität erlangt. In seinem 2012 mit dem deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichneten Stück »Deportation Cast« erzählt Björn Bicker von Elvira und ihrer Familie, die nach langen Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben werden. Obwohl sie der verfolgten Minderheit der Roma angehören, obwohl der Vater krank ist, obwohl Elvira und ihr Bruder eigentlich in Deutschland aufgewachsen sind. Wo sie nun leben, verstehen sie nicht einmal die Sprache.

»Warum sind wir hier?«, fragt Elvira verzweifelt in dem ihr völlig fremden Land. Sie wird keine Antwort bekommen. In Deutschland suchen Elviras Lehrerin, ihr Freund und dessen Familie nach Erklärungen. Warum hat niemand etwas getan, um die Abschiebung zu verhindern, als es noch nicht zu spät war? Wie erklärt man seinen Schülern, wenn plötzlich einer in der Klasse fehlt. Aber die Sachbearbeiterin der Ausländerbehörde, der Arzt, der die Flüge begleitet: Alle konstatieren nur nüchtern die Alltäglichkeit des Unfassbaren.

Ohne moralisierend oder anklagend zu werden, ist »Deportation Cast« ein Stück für Jugendliche und Erwachsene, das im besten Sinne der Aufklärung und der Menschlichkeit verpflichtet ist. Vier Schauspieler übersetzen in ihrem intensiven Spiel das Politische ins Private und zeigen aus verschiedenen Perspektiven, was Theater kann: Herzen und Augen öffnen.

»In Zeiten, in denen das Mittelmeer zum Massengrab wird und täglich Menschen den Weg nach Europa suchen, um, wenn sie denn lebend angekommen sind, eventuell zurückgeschickt zu werden, ist das ein wichti­ges Stück. Nicht nur für Jugend­liche.«

(Frankfurter Neue Presse)

»Deportation Cast« von Björn Bicker
Inszenierung: Brit Bartkowiak
Wieder am 10., 12., 20., 25. und 28.1. im Glashaus

www.staatstheater-mainz.com


Grand Guignol

»Rigoletto« in der Regie von Lorenzo Fioroni

Rigoletto«         © Martina Pipprich

Es war sein großer Durchbruch: Nach langen schwierigen Jahren markierte »Rigoletto« den Beginn von Verdis Siegeszug durch Italien und Europa.

Als Vorlage hatte sich der Komponist Victor Hugos Drama »Le roi s'amuse« ausgesucht. 1832 in Paris direkt nach der Uraufführung verboten, haftete dem Stück auch 20 Jahre später noch das Skandalöse an: Hugo hatte Franz I. - Gallionsfigur der französischen Renaissance, blutiger Schlächter, Lebemann und Verführer - als historische Figur neben den buckligen Hofnarren Triboulet gestellt.

Damit übte er für die französischen Behörden zu eindeutig Kritik an der neu erstarkten Monarchie. Mit einer direkten Sprache, starken Theatercharakteren und blutig-brutalen Handlungsmomenten findet sich hier bei Hugo der Beginn eines Volkstheaters, das später zum »Grand Guignol« - dem grotesk-trivialen »Großen Kasperle«-Theater Frankreichs - führen sollte.

Auch Verdi hatte noch mit der Zensur zu kämpfen: Er musste die Handlung nach Mantua verlegen und allzu herrschaftskritische Passagen streichen, hielt aber am Sujet fest. »Rigoletto« nannte Verdi sein Werk - nach dem Protagonisten, der eine der spannendsten und widersprüchlichsten Figuren der Operngeschichte werden sollte.

Der bucklige Hofnarr, der die erotischen Eskapaden des Grafen von Mantua kommentiert und die gehörnten Ehemänner verspottet, will seine Tochter Gilda vor der chauvinistisch-destruktiven Gesellschaft be­schützen; sie wächst isoliert auf. Doch sie verliebt sich ausgerechnet in den frauenverschlingenden Duca. Rigoletto will sich an seinem Widersacher rächen, reißt am Ende aber seine Tochter in den Tod und steht vor den Scherben seines Lebens.

Regisseur Lorenzo Fioroni hat am Staatstheater schon mit Ligetis »Le Grand Macabre« und Boitos »Mefistofele« sein Gespür für einen bildstarken Zugriff bewiesen - man darf gespannt sein auf »Rigoletto«.

»Rigoletto« von Giuseppe Verdi
Musikalische Leitung: Clemens Schuldt
Inszenierung: Lorenzo Fioroni

Premiere 15.1., Großes Haus
Weitere Spieltermine: 24. und 29.1., 23. und 26.2., 4., 7. und 23.3. sowie 2. und 10.4.

www.staatstheater-mainz.com