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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

DER MAINZER verlost
2x 2 Karten für die
1. Prunk-Fremden-
Sitzung des MCV
am 16. Januar 2016

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Stichwort: Helau!
Einsendeschluss: 7.1.2016

Mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Seite Fastnacht

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MAINZER STADTTEILE

Den Plätzen auf der Spur

Die Darstellung der Mainzer Neustadt ist insofern schwierig, als die Autorin hier täglich unterwegs ist und sich nicht entscheiden kann, was sehenswerter ist. Also greift sie zum bewährten Mittel und lässt sich treiben - von Platz zu Platz, wie sich am Ende herausstellt.


Frauenlobplatz
Frauenlobplatz

Die Vielzahl der Plätze und die überwiegend breiten Straßen mit großzügigen Bürgersteigen gehen auf Stadtbaumeister Eduard Kreyßig zurück. 1866 hatte der Mainzer Stadtrat dessen Plänen für die Bebauung des »Gartenfeld« genannten Areals, das außerhalb der Festungsmauern von Mainz lag, zugestimmt. Die Realisierung musste bis nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 warten.

Seine Grundidee war die Erschließung des Gartenfeldes durch ein symmetrisches, gitterförmiges Straßensystem aus Längs- und Querachsen, die durch grüne Alleen und Plätze aufgelockert werden.

Gartenfeldplatz
Gartenfeldplatz

So entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte Bahnhofs-, Bismarck-, Feldberg-, Frauenlob-, Gartenfeld-, Goethe-, Hindenburg-, Lessing-, Peter-Cornelius-, Sömmerring-, und Valenciaplatz sowie die Mittelpromenade der Kaiserstraße zu quartiersprägenden Stadträumen. Als wichtige Orte des öffentlichen Lebens wurde ihnen im Rahmen des Programms Soziale Stadt, von den Neustadt-Bewohnern aktiv begleitet, eine umfangreiche Neugestaltung zuteil.

Eigenheiten der Plätze

Goetheplatz
Goetheplatz

So scheint es kaum verwunderlich, dass all diese Plätze rege genutzt werden. Von Kindern zum Spielen und Toben, von Erwachsenen zum Ausruhen und Babbeln. Hinzu kommt, jedem Platz ist seine Eigenheit anzusehen. Mal sind es die Spielgeräte (Frauenlob), mal die Architektur um den Platz herum (Gartenfeld) oder seine Durchgangsfunktion (Bismarck), einer wirkt wie ein kleiner Park (Valencia) ein anderer ist nach allen Seiten offen (Sömmerring), der nach Lessing benannte verdankt seine neue Gestalt den Ideen vieler Kinder, einer wirkt wie ein Schild gegen den Verkehrslärm (Peter-Cornelius).

Am quirligsten und buntesten ist der Goetheplatz, mit relativ offenen (Spiel-)Flächen, auf dem Hindenburgplatz ist eigentlich gar kein Platz und dem 117er Ehrenhof fehlt der Zusatz »platz« gleich ganz, gleichwohl verwandeln ihn die RaMa-Schüler regelmäßig in ihren Pausenplatz.

Hindenburgplatz
Hindenburgplatz

Architekturmix

So ganz nebenbei wirken diese Plätze in Verbindung mit den großzügigen Straßen der Tatsache entgegen, dass die Neustadt mit 27.365 (Stand 31.03.15) der mit Abstand einwohnerstärkste Stadtteil der Landeshauptstadt Mainz ist und knapp vor der Altstadt auch die höchste Bewohnerdichte aufweist (7475 Einwohner/km²).

Eine andere Besonderheit lässt sich an den Hausfassaden ablesen. Aus der Entstehungszeit der Neustadt sind der Hauptbahnhof, die Christus- und die Bonifaziuskirche, die Goetheschule, das ehemalige mit ergänzenden Neubauten zur Kunsthalle umgenutzte Zollamt sowie das Rhabanus-Maurus-Gymnasium erhalten.

Die Spuren des Zweiten Weltkriegs führten dagegen stellenweise zu einem sehenswerten Architekturmix nach dem Motto: »Gründerzeit trifft z.B. die Josefskirche« oder »Gründerzeit trifft z.B. Synagoge«. FOTO 06

117er Ehrenhof
117er Ehrenhof

Bereits in den 1950er-Jahren wurden städtebauliche Solitäre in zeitgemäßer Architektur in die gründerzeitliche Struktur eingefügt, wie die Hauptverwaltung der Stadtwerke, das Polizeipräsidium und das Landeskriminalamt sowie in den darauffolgenden Jahrzehnten die Bonifaziustürme.

Zum abwechslungsreichen Erscheinungsbild der Neustadt gehören allerdings auch die Wohnanlagen, die nach Sanierung schreien und die unschöne Ansammlung von Wohn- und Gewerbeimmobilien insbesondere in der nördlichen Neustadt.

Synagogenplatzz
Synagogenplatz

Gegend am Rhein

Glück haben die Neustädter mit ihrem Teil der Rheinuferpromenade, die genau genommen ja erst in Verlängerung der Kaiserstraße, als Grenze zwischen Alt- und Neustadt, beginnt. Bis zum Frauenlob-Brunnen und weiter, an der Alten Kaponniere vorbei bis zu den Zäunen des Zoll- und Binnenhafens ist der Uferstreifen nicht nur ansehnlich, sondern Dank der Grünflächen sogar nutzbar. Auf dem Weg an den Rhein lässt sich übrigens über die Rheinstraße hinweg eine einzigartige Brücke nutzen: Sie ist grün, nicht angestrichen, sondern gestaltet und führt direkt auf den Feldbergplatz, der bei Kindern und Boule-Spielern gleichermaßen beliebt ist.

| SoS

Textgrundlagen:
Mainz-Neustadt: Integriertes Entwicklungskonzept (2010)
https://de.wikipedia.org/wiki/Mainz-Neustadt