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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
V E R L O S U N G !

DER MAINZER verlost
2x 2 Karten für die
1. Prunk-Fremden-
Sitzung des MCV
am 16. Januar 2016

Bitte senden Sie uns
eine E-Mail an
verlosungen@dermainzer.net
Stichwort: Helau!
Einsendeschluss: 7.1.2016

Mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Seite Fastnacht

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OPER

Gesänge aus dem Kloster Kaufbeuren

Der Vorhang geht auf, der Chor erhebt seine Stimmen zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna und bringt mit solcher Wucht die Unausweichlichkeit des Schicksals zu Gehör, dass es die Besucher nahezu atemlos in die Sitze drückt.

Chor zu Carmina Burana


Das Staatstheater Mainz zeigt eine konzertante Aufführung der Carmina Burana von Carl Orff. Auf der schmucklosen Bühne stehen insgesamt 102 Menschen und singen: 26 Männer, 31 Frauen, 42 Kinder und Jugendliche, die Sopranistin Marie-Christine Haase, der Countertenor Alin Deleanu und der Bariton Brett Carter. Ein stimmgewaltiges Ensemble. Einzig als Marie-Christine Haase die Bühne betritt, wechselt der farbliche Hintergrund - von Grün zu Rot und harmoniert sodann mit dem knallroten Abendkleid der Künstlerin. Mehr braucht es auch nicht, denn die Carmina Burana kommen ohne besondere Kulisse wunderbar zur Geltung.

Abstimmung sitzt

Den Stoff für dieses Werk fand Carl Orff in den weltlichen Gesängen aus dem Kloster Kaufbeuren des 11. bis 13. Jahrhunderts, die das Liebeswerben, leibliche Genüsse und die Vergänglichkeit des Lebens abbilden. In drei Teilen greift Orff Material der mittelalterlichen Vagantendichtung auf und lässt in Trinklied, bitterer Todesklage, bösem Spott, volkstümlichen Tänzen und ergreifendem Liebesgeständnis die unterschiedlichen Farben seines Musikstils aufleuchten.

Derart viele Themen in einer konzertanten Aufführung zu organisieren ist eine Herausforderung für sich: Der Opern- und Extrachor des Staatstheaters Mainz ist mit den Jungen und Mädchen des Mainzer Domchores sowie des Mädchenchores am Dom und St. Quintin, dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz und den Solisten auf exakte Einsätze einzustimmen. Und diese Abstimmung sitzt! Das Zusammenwirken von Stimmen und (Schlag-) Instrumenten, die durch Mark und Bein gehen, lässt den Klängen jenen Raum, der ihnen gebührt. Das nahezu synchrone Umblättern der Textbücher unterstützt die Wirkung und stört die Konzentration auf die Klänge nicht.

Erheiterungen

Der leicht trottelige wirkende Aufritt des Countertenor Alin Deleanu (der nichtsdestotrotz sehr gut singt!) dagegen schon und trägt gleichzeitig zur Erheiterung bei - ob es diese Überzeichnung wirklich braucht, ist Ansichts- vielleicht auch Geschmackssache. Das gespannt-konzentriert wirkende Publikum reagierte jedenfalls spontan mit leiser Erheiterung. Ähnlich beim Anblick der 42 Kinder und Jugendlichen auf der Bühne, die teils im Schneidersitz ausharrten, dabei mit ihren übergroßen Hemden haderten und so den Augen manche Abwechslung boten.

Es sind etwa 65 Minuten, die man fast atemlos verfolgen kann, eindringlich, gut aufeinander abgestimmt, wohltönend. Eine ganz große Freude für die Ohren.

Nächste Aufführungen: 8., 20., 26.12.15, 19.1., 21.2., 5.3., 8.5.16.

| SoS

www.staatstheater-mainz.com
Foto: Martina Pipprich