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Sport

Swing in den Beinen

Tief in den Knien stehen, Oberkörper nach vorne, fetzige Swing-Musik aufgelegt und los geht's: Die Kurzanleitung für Lindy Hop- und Boogie-Woogie-Tänze.


Völlig außer Atem sind Judita und Christian Bock (Foto). Soeben hat das Paar einen »A-Frame« geübt. Der so genannten Airstep, eine geworfene Figur, bei der die Frau vom Mann in die Luft gestemmt wird und ihre Beine dort zum A formiert, ist etwas für Könner.

Die Turnhalle des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums ist voller schnell hüpfender Paare, die meisten kommen auch ohne Akrobatik ins Schwitzen. Bei der offenen Trainingsstunde des Lindy Boogie Hoppers Clubs Mainz 1992 (LBHC) tanzen die Mitglieder nach moderner und alter Swing-Musik den US-amerikanischen Boogie-Woogie und Lindy Hop, und haben sichtlich viel Spaß dabei.

Lindy Hop

Ansturm auf den Club

Die Leidenschaft für Lindy Hop entdecken Judita und Christian Bock nachdem sie lange Zeit Rock 'n' Roll tanzten. Ein einziges Swing-Tanz-Video aus der Gegenwart auf YouTube fesselte sie so sehr, dass sie den Tanz unbedingt ausprobieren wollten. »Die Musik, die Dynamik und die Akrobatik haben mich begeistert«, sagt die 29-Jährige, und ihr Mann ergänzt: »Swing war nie tot. Das merkt man an der Musik von Robbie Williams und Max Raabe. Und die Big Bands bringen eine gute Stimmung rüber.« 2006 tritt das Paar dem LBHC bei, und das Lindy Hop-Fieber packt sie vollends: Mehrmals die Woche trainieren die beiden Studenten, fahren zu Workshops in ganz Deutschland, tanzen auf Events und besuchen Fortbildungen.

Der Tanz aus Harlem in New York entsteht als Nachfolger des Charleston Ende der 1920er Jahre. Er ist sehr stark improvisiert, es wird frei geführt und die Tänzer versuchen die Betonungen in der Musik herauszuarbeiten. Obwohl es keinen »standardisierten« Schritt, kein Tanzprogramm oder keine festgelegten Figuren gibt, herrscht ein Konsens darüber, wie die Technik am besten funktioniert und am besten unterrichtet wird. Dies begeistert das Ehepaar Bock. Es beginnt ab 2010 selbst als Trainer für den Verein Kurse zu halten, und löst damit einen Ansturm an jungen interessierten Tänzern aus.

»Wir waren völlig überrascht von der Welle, die auf uns zukam, das war so nicht abzusehen«, erzählt der erste Vereinsvorsitzende Robert Appel. »Davor haben wir noch überlegt, ob wir uns in Zukunft überhaupt halten können, weil wir immer weniger wurden.« Inzwischen zählt der Verein 90 Mitglieder im Alter von 22 bis 72 Jahren.

Boogie-Woogie

Boogie-Woogie für Fortgeschrittene

Im Gegensatz zu der jungen Generation bevorzugt die ältere allerdings den Boogie-Woogie. Auch Jutta und Harald Weber (Foto) bewegen sich regelmäßig in diesem Stil über das Parkett. »Überall, wo sich eine Gelegenheit bietet, tanzen wir, auch zu Hause«, meint die 62-Jährige, die dafür auch gerne ihr Petticoat-Kleid anzieht, »dabei kriegt man einfach bessere Laune.« Die erfahrenen Salsa und Rock'n'Roll-Tänzer schätzen am Boogie-Woogie, dass sie ihn in ihrem Alter ruhiger ausüben können. Denn bei dem Tanz der 1940er und 1950er Jahre, aus dem sich später der Jive und Rock 'n' Roll entwickelte, steht weniger die Akrobatik im Vordergrund, sondern die tänzerische und persönliche Interpretation der Musik. Außerdem wird Boogie-Woogie enger getanzt als der Lindy Hop.

»Wir haben von Anfang an beide Tanzstile in unserem Club angeboten, das zeigt ja unser Name. Die angeleiteten Trainings finden aber getrennt statt«, erläutert Appelt das Programm des Vereins, der 1992 von Gerlinde Farr und sechs tanzbegeisterten Ex-Rock'n'Rollern gegründet wurde.

| KH

www.swing-tanzen.de