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spielArt: Theaterseiten

Die tanzmainz-Formel heißt »4«

Loslassen, aber beharrlich bleiben


»4«

Mit ihrem markanten Stil haben sich Guy Weizman und Roni Haver innerhalb weniger Jahre an die Spitze niederländischer Choreografen gearbeitet. Ihre Stoffe beziehen sie oft aus aktuellen Themen: »4«, die neue Arbeit für das Mainzer Ensemble, setzt sich mit der Frage auseinander, was dramatische Veränderungen in uns auslösen. Die Zuschauer dürfen sich dabei auf ein reines Tanzstück freuen, auf eine tänzerische Übung in Gelassenheit, inspiriert von der jahrtausendealten fernöstlichen Philosophie des Taoismus: »Die Auflösung der Grenzen, die Flüchtlingsströme, das ist sehr real. Die Migranten hämmern im wahrsten Sinne des Wortes an unsere Türen.

Der Glaube, in dem die in den 1960er oder 1970er Jahren geborene Generation aufwuchs, nämlich, dass alles immer besser wird, bekommt nun immer mehr Risse. Die Welt, wie wir sie kennen, verändert sich und das wird wohl niemanden in Europa unberührt lassen. Die Menschen realisieren, dass Veränderungen unaufhaltsam sind. Natürlich verunsichert uns das. Das Stück »4« zeigt, dass es uns vielleicht besser gelingen kann Unvorhergesehenes zu akzeptieren, wenn wir das Wissen um den Kreislauf von Kommen und Gehen verinnerlichen, die Jahreszeiten, das Leben und Sterben. Wenn wir unser Sein als Kreis begreifen, anstatt in gerader Linie und voller Konfrontation.« Ascon de Nijs hat dafür ein Bühnenbild geschaffen, in dem der Wind der Veränderung weht. Die fantasievollen Kostüme von Slavna Martinovic lassen die Tänzer fast irreal und zeitlos erscheinen. Dem politischen Menschen Weizman geht es um eine Übung für Toleranz und Selbstdisziplin, die Zahl 4 wäre in diesem Fall das Mantra dafür. Sie findet sich in der Natur, aber auch in der Philosophie als häufiges Ordnungsprinzip wieder. Die Jahreszeiten, die Temperamente, die Himmelsrichtungen. Dieses haben die Choreografen zur Grundlage genommen, um mit denTänzern immer wieder mit abwechslungsreichen Quartetten zu arbeiten. Kraftvolle und faszinierende Sequenzen nehmen die Zuschauer mit auf eine choreografische Reise ins Land des Loslassens.

4 (UA) von Guy Weizman und Roni Haver

Premiere 5. 12., Großes Haus

Weitere Spieltermine: 16. und 23.12., 16. und 26.1., 2.3. sowie 9. und 29.4.




Verbrennungen

Wiederaufnahme aus guten Gründenn


»4« © Bettina Müller

Als Wajdi Mouawads »Verbrennungen« am Staatstheater Premiere hatte, ging dieses Stück besonders unter die Haut, weil es die oft unbegreiflichen Flüchtlingszahlen übersetzt hat: in konkrete Geschichten, in Gesichter mit klaren Konturen, in Figuren, die uns angehen. Seither hat sich die Lage der Flüchtenden weiter verschärft. Der Impuls, uns fremde Schicksale vom Leib zu halten, den Einzelnen nicht sehen zu wollen und stattdessen von »Flut« oder »Strom« zu sprechen, ist stärker geworden. Wir versuchen, mit der großen Herausforderung umzugehen, finden aber keine politische oder gesellschaftlich Grammatik, die wir einfach anwenden können. Im Theater können wir versuchen, uns auf die Fähigkeit zur Empathie, zum Respekt vor dem Schicksal des Anderen zu besinnen. »Die Flüchtlinge kommen hier nicht zur Sommerfrische. Die kommen aus größten existenziellen Nöten zu uns und wir haben gar keine Wahl, wir müssen schon die Tür aufmachen«, sagte Regisseur Klaus Schumacher vor der Premiere von »Verbrennungen«.

Aus guten Gründen also steht »Verbrennungen« jetzt wieder auf dem Spielplan. Mouawad erzählt darin eine erschütternde Familiengeschichte, gleich einer antiken Tragödie weicht das Stück nicht vor großen Gefühlen aus. Manch einer erinnert sich vermutlich an die Verfilmung »Die Frau, die singt«, die 2011 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde.

Im Zentrum der Handlung stehen die Zwillinge Jeanne und Simon. Gezwungen durch das Testament ihrer Mutter, gehen sie auf eine Reise in deren Heimat den nahen Osten, und damit zugleich in die Vergangenheit. Was sie entdecken, entwickelt traumatisierende Wucht. Und lässt jeden verstummen, der über Fluchtgründe diskutieren will.

In seiner Inszenierung setzt Klaus Schumacher auf intensives Schauspielertheater, das bereits zahlreiche Zuschauer tief berührt hat.

Verbrennungen von Wajdi Mouawad

Inszenierung: Klaus Schumacher

Wiederaufnahme 6.12., Kleines Haus

Weitere Spieltermine: 28.12., 8. und 15.1.




»Ramstein Airbase - Game of Drones«

als Theatercollage auf U17


»Ramstein Airbase - Game of Drones« © Andreas Etter

Spielerische, phantasievolle Momente mit Interviews und dokumentarischen Elementen zu einer Theatercollage zu verbinden - das könnte man spätestens seit der Produktion »Grimm. Ein deutsches Märchen« als Spezialität des Mainzer Hauregisseurs Jan-Christoph Gockel bezeichnen. In »Ramstein Airbase - Game of Drones« bedient er sich dieser Technik, um die vielschichtige und konfliktreiche Geschichte des größten US-Militärflugplatzes außerhalb Amerikas zu erzählen.

Gockel, unweit von Ramstein aufgewachsen, verbindet mit dem Stützpunkt persönliche Erinnerungen und Freundschaften. Heute steuern die USA von Ramstein aus einige ihrer weltweiten Drohneneinsätze. Digitale Überwachung, Drohnenkrieg, deutsch-amerikanische Freundschaft, Whistleblower, unser Amerikabild - all dies fließt in dem Rechercheprojekt zu einem ungewöhnlichen Theaterabend zusammen. Die drei Schauspieler Monika Dortschy, Sebastian Brandes und Denis Larisch haben die Texte mit entwickelt und aus Improvisation, Montage verschiedener Texte und Videos entsteht eine Chronologie von den 80er Jahren bis heute.

»Ramstein Airbase Game of Drones« (UA)

Ein Theaterprojekt von Jan-Christoph Gockel

Premiere 27. November auf U17

Weitere Spieltermine: 5. und 18.12. sowie 5., 16. und 24.1.




Weihnachten und Silvester im Staatstheater www.staatstheater-mainz.com