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Alles? Für Alle?

»Paris macht alles anders!« Wie oft habe ich diesen Satz in den letzten Wochen hauptsächlich von Politikern vernommen. Jedes Mal kochte mehr Wut in mir hoch.


Gutenberg-Museum

»Charlie Hebdo« hat auch »alles verändert«, genauso wie jede große Naturkatastrophe »alles« verändert. »Alles« aber nicht für Alle! In erster Linie und meistens ausschließlich verändert sich nur etwas für die direkt Betroffenen.

Wenn ich ehrlich bin zu mir selbst, kann ich keine konkreten Auswirkungen auf mein reales Leben durch den Anschlag in Paris benennen. Klar, die vielen Berichte, die Gespräche und Diskussionen über mögliche, eventuelle, vielleicht sogar wahrscheinliche Auswirkungen. Real aber blieb doch hier alles wie gewohnt. Ich kann mich auch nicht an reale Auswirkungen des Anschlags auf Charlie Hebdo erinnern. Sie? Und wie viele Terroranschläge nur in diesem Jahr überall auf der Welt schon stattgefunden haben - ich kann sie nicht aufzählen. Sie?

Wir leben in der Mitte Europas und in der Mitte Deutschlands auf einer Insel der Glückseligen. Nicht weil wir uns so besonders anstrengen. Wir haben bislang einfach Glück gehabt. Selbst Unwetter-Katastrophen machen gerne einen Bogen um die Rhein-Main-Rheinhessen-Region. Wir haben in Mainz außerdem Glück, dass wir die Flüchtlinge noch nicht in Zelten irgendwo in der Stadt unterbringen müssen. Dann würden sie nämlich mehr ins Auge fallen. Wobei: Es wäre vermutlich gar nicht schlecht, wenn nicht nur diejenigen, die mit deren Versorgung und Betreuung beschäftigt sind, sondern Alle, täglich, von Angesicht zu Angesicht mit den Vertriebenen konfrontiert würden. Manchmal reichen ja schon einige solcher Augenblicke, um sich selbst bewusst zu machen, wie gut es einem geht. Das kann ich so denken, weil ich erlebe, wie unterschiedlich gut es auch Mainzern geht, die hier schon immer leben und die bspw. von Sozialtransfers leben müssen.

Nun plagen uns infolge der Terrorismusdebatte diffuse Ängste. Sind sie berechtigt? Geht es nicht nur um die Angst davor, dass wir unser überwiegend komfortables Leben einschränken müssen? Es gibt mehr Kontrollen bei Großveranstaltungen, vielleicht müssen solche Veranstaltungen auch mal abgesagt werden und letztlich ist nicht auszuschließen, dass auch in Deutschland ein Anschlag verübt wird. Deshalb stecken wir jetzt den Kopf unters Kissen, schreien nach den Sicherheitskräften und - warten?

Oder wir gehen ganz real gegen die diffusen Ängste vor, die in unseren Gehirnen und Seelen wabern. Wie wäre es, von wegen Weihnachten und so, mit einem Geschenk für Flüchtlinge, persönlich überbracht, also den Menschen direkt in die Hände gedrückt. Vielleicht ergibt sich dabei sogar ein Gespräch und man erfährt direkt, wie es diesen Menschen geht. Denn: Wissen und emotionales Erleben sind noch immer die besten Mittel, um Ängste abzubauen.

DER MAINZER wünscht Ihnen allen ein friedliches Fest und einen guten Start ins Neue Jahr.

| SoS