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GESELLSCHAFT

Mitten im Hechtsheimer Gewerbegebiet: Deutschlands erste Makedonisch-Orthodoxe Kirche

Wer nur per Zufall durch die August-Horch-Straße fährt, dürfte überrascht sein, mitten im Gewerbegebiet Hechtsheim die Kirche der makedonisch-orthodoxen Christen zu sehen.


Makedonisch-Orthodoxe Kirche im Hechtsheimer Gewerbegebie

Zwischen Bürogebäuden und einem Logistikunternehmen fällt das neue Gotteshaus der makedonisch-orthodoxen Kirchengemeinde Heiliger Nikolaus im byzantinischen Stil deutlich auf. Anfang Juni dieses Jahres ist das erste makedonisch-orthodoxe Kirchengebäude Deutschlands eingeweiht worden. »Gläubige aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet nutzen unsere Kirche. Das sind ungefähr 1000 Familien«, sagt der Vorsitzende des Gemeindevorstands Mirce Filiposki. Zwar hätte nur eine Minderheit von ihnen für den1,5 Millionen Euro teuren Bau gespendet, aber es sei erstaunlich gewesen, woher »manchmal aus dem Nichts« Sponsoren kamen.

Weitere Investitionen

Vier Jahre lang dauerte die Errichtung der Kirche samt Gemeindehaus, in dem sich ein Saal, ein Jugendraum und eine Drei-Zimmer-Wohnung für den künftigen Pfarrer befinden.

Die prunkvollen Lüster und die prächtige Ikonenwand wirken beeindruckend in der kleinen Kirche, die Platz für bis zu 80 Personen bietet. Allerdings abgeschlossen seien die Arbeiten noch lange nicht, erklärt Filiposki, der Inhaber einer Personaldienstleistungsagentur und Honorarkonsul Mazedoniens ist. Die handgemalten Wand- und Deckenbilder über und hinter der Ikonenwand sollen auf die gesamte Kirche ausgedehnt werden, dann erst sei sie fertiggestellt. Ein Mönch und Künstler aus Mazedonien wird sein bereits vor Monaten begonnenes Werk weiterführen, sobald das nötige Geld zur Verfügung steht. Denn Unterstützung aus öffentlichen Kassen erhält die Religionsgemeinschaft keine, weil sie in Deutschland nicht als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist.

Makedonisch-Orthodoxe Kirche innen

Eingeschränkter Gottesdienst

Mangelnde finanzielle Mittel sind auch der Grund, weshalb die Gemeinde momentan nur zu besonderen Anlässen oder Festtagen wie Weihnachten und Ostern einen Gottesdienst mit einem makedonisch-orthodoxen Priester ausrichten kann. Zu teuer sei noch sein Unterhalt und der seiner Familie, so Filiposki. Im Gegensatz zur römisch-katholischen Kirche sind die makedonisch-orthodoxen Priester verpflichtet zu heiraten, um die Weihe für das Priesteramt zu erhalten. Aus diesem Grund kommen die Gläubigen derzeit sonntags zum offenen Gebet in der Kirche zusammen und treffen sich anschließend im Gemeindehaus zum Gespräch und Tee. Menschen, die sich für ihre Religion interessieren, seien jederzeit willkommen, betont er. »Wir sind ein offenen Haus.«

Bereits mit 27 Jahren hat Filiposki den Vorsitz der Gemeinde auf Wunsch seines Vaters übernommen. Der gehörte als ehemaliger Gastarbeiter aus Mazedonien, das einst Teilrepublik des sozialistischen Jugoslawiens war, zu denjenigen, die die makedonisch-orthodoxe Gemeinde in Mainz 1989 gründeten.

Neue Ideen

Zwei Jahrzehnte nutzten sie die Kapelle der St.-Bernhard-Kirche in Bretzenheim, doch die Anzahl der Mitglieder wuchs. Mit der Übernahme der verantwortungsvollen Position machte Filiposki seine Ideen zur Bedingung: Der übrige Vorstand sollte ebenfalls aus jungen Leuten bestehen, und er wollte eine Kirche bauen. Für die fand er nach langer Suche das Grundstück in Hechtsheim. Damit die Geschicke der Gemeinde bald wieder an junge Mitglieder übergehen können, bindet der 37-Jährige die nächste Generation schon jetzt in seine Aufgaben mit ein.

| KH

Anmerk. der Red:
Die Schreibweise »mazedonisch« oder »makedonisch« sind vom Sinn her identisch.
www.sveti-nikola.de