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MAINZER STADTTEILE

Schornsteine und Kirchen, Malete und Speckbohne

Manches mutet gegensätzlich an, in Mombach, wie die engen verwinkelten Gässchen und der Blick auf die Schornsteine der Ingelheimer Aue im unteren Teil, während oben Ausblicke auf Rheingau und Taunus mit großzügigen und grün gehaltenen Flächen punkten.


Mombach Zu diesen Gegensätzen passen auch die unterschiedlichen Einfahrten in den Mainzer Stadtteil, der als einer der ersten schon 1907 nach Mainz eingemeindet worden war. Kommt man aus der Stadtmitte, vorbei an Schott und Zwerchallee, wird die Straße links und rechts von ehemaligen und noch genutzten Industriebauten begrenzt. Dazwischen flattert das Banner »Herzlich Willkommen« (Foto 01). Wer den Weg aus der entgegengesetzten Richtung, von Budenheim kommend wählt, erlebt dagegen ein ganz anderes Willkommen - vorausgesetzt es gelingt, den Mombacher Kreisel (Foto 02) unbeschadet zu umrunden, führt die Straße mittenhinein ins Herz des knapp 14.000 Einwohner zählenden Stadtteils.

Mombacher Originale

Dabei taucht als eine erste Überraschung der fast profan wirkende Bau der katholischen St. Nikolaus-Kirche auf. 1955, also vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gebaut, wurde sie dennoch mit einem zentralen Altarraum ausgestattet. Ebenfalls überrascht und zugleich fasziniert staunt die Besucherin angesichts der schönen großen Backsteinbauten, von denen manche fast feudal anmuten. Die Errichtungsdaten verweisen auf den Anfang des letzten Jahrhunderts (Foto 03).

Spannend sind auch die Ausblicke durch die schmalen, auf den Rhein zulaufenden Gassen im alten Ortskern, auf die Schornsteine von Industrieanlagen auf der Ingelheimer Aue (Foto 04).

Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte Mombach eine wichtige Rolle als Obst- und Gemüselieferant, lag an Rettbergs- und Ingelheimer Aue und verfügte über ein Naturschwimmbad. Im Anbau von Aprikosen, in Rheinhessen auch Malete genannt, verfügte Mombach über das größte Anbaugebiet in Deutschland. Nach dem zweiten Weltkrieg verlor die Stadt Mainz infolge der Zonenaufteilung durch die Besatzungsmächte seine rechtsrheinischen Vororte und damit den größten Teil seiner Industrie. Also wurde Mombach zum Industriestandort umgewandelt.

Mitten im Ortskern, nahe der Ortsverwaltung, vor der »Fraa Bohnebeitel« (Foto 05) an die Mombacher Speck, eine besondere (Stangen-) Bohnenzüchtung und nahe dabei der in Bronze verewigte »Geigerfränzje« (Foto 06) an den legendären Franz-Josef Schneider erinnern, liegt eine weitere kirchliche Besonderheit: Die katholische Herz-Jesu-Kirche. Mombach war innerhalb des seit 2004 im Bistum Mainz begonnenen Erneuerungsprozesses die erste Gemeinde, die fusionierte und das so frei gewordene Gemeindezentrum Heilig Geist 2014 an eine koptische Gemeinde übergab. Die neue Gemeinde trägt den Namen St. Kyrillos (Foto 07).

Sand, Schwimmbad und Friedhof

Schließlich den »Berg« hinauf Richtung Westring und Schwimmbad Am Großen Sand, die evangelische Friedenskirche als weitere Besonderheit. Die 1911 fertiggestellte Baugruppe in neuklassizistisch geprägtem Jugendstil liegt direkt neben der zwei Jahre zuvor erbauten Pestalozzischule und bildet mit ihr zusammen ein harmonisches Ensemble (Foto 08). Das Kirchenzentrum umfasst neben der Kirche in Ecklage, das Pfarrhaus und in Verlängerung der Längsachse, aber eine Etage tiefer, liegt das ehemalige Schwesternwohnhaus, heute als Wohn- und Gemeindebereich genutzt.

Der Große Sand übrigens, das einzigartige Binnendünengebiet, erstreckt sich zwischen Mombach und Gonsenheim und reicht bis an die in Mombach beginnenden Rheinauen. Je weiter weg vom Rhein und je höher es geht, verlieren die Industrieanlagen ihre Bedeutung, sie werden unsichtbarer. Stattdessen geben Lücken in der Bebauung den Blick auf Taunus und Rheingau frei. Hier findet sich auch das 1904 errichtete Wasserwerk (Foto 09) und der Mombacher Westring, der als einer der Mainzer Wohnbereiche mit dem günstigsten Verhältnis von Wohn- zu Grünanlagen gilt, schließt sich an. Gonsenheim im Rücken, wieder hinab fahrend, stößt man direkt am Mombacher Kreisel auf die Kreuzkapelle (1814), (Foto 10) ein offener klassizistischer Bau mit Kreuzdach, als Wegekapelle nach den Befreiungskriegen errichtet. Links, Richtung Budenheim, führt die Straße zum Mombacher Waldfriedhof, dem größten (und für viele dem schönsten) Friedhof von Mainz.

| SoS

Textgrundlagen und Textquellen:
www.mainz.de/leben-und-arbeit/stadtteile/mombach.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Mainz-Mombach
www.friedenskirche-mombach.de