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Paul Panzer
"Invasion der Verrückten"


Der Mundart-Comedian Paul Panzer ist am 13.12.2015 mit seinem neuen Programm "Invasion der Verrückten" in der Rheingoldhalle zu sehen. Der Mainzer verlost 3x 2 Karten für diese Vorstellung!
Paul Panzer
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SPITZFINDIG

Richtig? Falsch? Schweigen?

Die Frage des Kollegen machte nachdenklich. Er war einige Wochen nicht in Mainz und wollte wissen, wie es denn hier mit den Flüchtlingen aussehe. Er habe überhaupt nichts mitbekommen.


Allianzhochhaus

Stimmt. Die »Verwaltung« der Flüchtlinge läuft in Mainz ziemlich geräuscharm ab. Ein leer stehendes Gebäude nach dem anderen wird irgendwie hergerichtet, um den Ankommenden ein Dach über dem Kopf zu bieten. Selbst das »Allianzhaus« (Foto oben) ist als Herberge für Schutzsuchende im Gespräch.

Was das kostet, ob das Geld reicht, das Land und Bund zur Verfügung stellen, ob genügend Ehrenamtliche dafür Sorge tragen, dass den Schutzsuchenden weitergehend geholfen werden kann - alles kein Thema für die öffentliche Diskussion. Stattdessen vermittelt die IHK mit dem Leitfaden »Flüchtlinge in Ausbildung und Beschäftigung bringen« kleineren und mittleren Betrieben einen Überblick und nennt zentrale Kontaktdaten.

Auf www.mainz.de finden sich unter »Flüchtlingshilfe Mainz« von Annahmestellen für Sachspenden bis zu Verhaltensweisen viele nützliche Hinweise. Alles praktisch-pragmatisch-gut: Helfen. Jetzt. So lange aus dem Grundkonsens, die Menschen brauchen Schutz und den bekommen sie, niemand ausschert, funktioniert das.

Klar ist aber, dass die weitere Handhabung ohne Diskussionen gar nicht von statten gehen kann. Nur anfangen zu diskutieren, das scheint niemand zu wollen oder es traut sich niemand.

Aufgabe der Medien ist es, unbequeme Fragen nicht zu ignorieren, also auch nicht so zu tun, als werde der Zuzug der vielen Menschen keine (Aus-)Wirkungen auf die Gesellschaft in Deutschland haben. Kaum habe ich den Satz formuliert, folgt das Bedürfnis, mich gegen Pegida-Hetzerei und gegen rechts tümelndes Gedankengut abzugrenzen.

Erkennbar wird dabei ein Dilemma: Was bitte schön »darf« gefragt, gesagt werden, ohne dass es von offenen oder verdeckten Rassisten okkupiert wird? Eine verbale Gratwanderung, die auch Gespräche im Bekannten- Freundeskreis bestimmt. Mit wem kann ich über das Thema Flüchtlinge und die Herausforderungen für unser aller Leben sprechen ohne mit »Ja-Aber-Rassisten« diskutieren zu müssen? Welche Befürchtungen und Ängste kann ich selbst äußern, ohne den Verdacht zu wecken, die deutsche Willkommenskultur nicht zu unterstützen? Das Ringen um die eigene Haltung, kann, soll ich das zum Ausdruck bringen? Ich meine, es ist höchste Zeit, damit anzufangen. Auch um all diejenigen auffangen und einbeziehen zu können, deren latente Ängste durch eine klare Haltung und durch Fakten noch gelenkt werden können - aus der »rechten Ecke« heraus.

| SoS