Kontakt + Impressum
Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Verlosung

Machen Sie mit und
gewinnen Sie Eintrittskarten!
Paul Panzer
"Invasion der Verrückten"


Der Mundart-Comedian Paul Panzer ist am 13.12.2015 mit seinem neuen Programm "Invasion der Verrückten" in der Rheingoldhalle zu sehen. Der Mainzer verlost 3x 2 Karten für diese Vorstellung!
Paul Panzer
Mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Seite >>> Verlosung

Werbung

MAINZER KOPF

Die Lebenden begleiten

Hospizarbeit beinhaltet zu lernen, über den eigenen Horizont zu blicken, sich ständig Neues anzueignen, dabei achtsam mit Menschen umzugehen und von dem Guten aus dem eigenen Leben etwas zurückgeben zu wollen, fasst Lieselotte Vaupel ihr Engagement zusammen.


Lieselotte Vaupel

Sie habe schon immer eine karitative Ader gehabt, sagt Lieselotte Vaupel von sich selbst. Die 67-Jährige ist seit 1994 in der Mainzer Hospizgesellschaft e.V. aktiv und seit 2012 deren Vorsitzende. »Wenn es einem gut geht, hat man eine Verpflichtung, etwas zurückzugeben«, so ihre Auffassung.

Eine konkrete Erfahrung führte dazu, dass sie sich der Hospizarbeit zuwandte. Als ein Familienmitglied 1983 starb, blieb bei Lieselotte Vaupel ein diffuses Gefühl zurück: »Vielleicht hätten wir manches besser, anders machen können«. Daraus erwuchs das Bedürfnis, sich intensiver mit den Themen »Alter, Tod und Trauer« zu beschäftigen. Dem Gefühl folgte die Tat: zuerst ein Kurs »Familienpflege« in der Evangelischen Sozialstation, danach zehn Jahre Begleitung von älteren Menschen im Alltag. Über eine Zeitungsanzeige wurde Lieselotte Vaupel auf die Arbeit der Hospizgesellschaft aufmerksam, absolvierte 1993 den Kurs als Hospizbegleiterin und betreute ab 1994 als Ehrenamtliche sterbende Menschen und deren Angehörige.

Lieselotte Vaupel ist 1947 in Pirmasens geboren und aufgewachsen in Lemberg, wenige Kilometer weiter. Sie hat als Groß- und Außenhandelskauffrau im elterlichen Obst- und Gemüsegroßhandel gearbeitet und folgte ihrem aus Lemberg stammenden Mann, der 1970 aus beruflichen Gründen nach Mainz kam. Seit 1975 leben sie in Finthen.

Von der Familienpflege ins Hospiz

Der Vermutung, dass zwischen der Aufgabe einer »Familienpflegerin« und der einer »Hospizbegleiterin« ein großer Unterschied bestehe, widerspricht Lieselotte Vaupel »denn auch im Hospiz begleiten wir Menschen auf ihrem Lebensweg«. Die Patienten wie ihre Angehörigen brauchten Zuwendung, es gehe darum, sie zu unterstützen, um jeden Tag möglichst lebenswert gestalten zu können. »Der Blick von außen ist dabei sehr wichtig«, stellt Vaupel fest. Anders als vielleicht Familienmitglieder könnten die Hospizbegleiter unvoreingenommener auf die Patienten eingehen und sich den Menschen im Hier und Jetzt zuwenden. »Dabei interessieren weniger ihre Vorgeschichte oder frühere Verhaltensweisen. Wichtiger sind ihre jetzigen Bedürfnisse«.

Als Hospizbegleiterin habe sie gelernt, über den eigenen Horizont zu blicken, man werde achtsamer, die Ausbildung und die Erfahrungen könnte jeder auch in seinem Alltagsleben nutzen, fasst Vaupel zusammen. Gespräche mit den Mitarbeitern (die Mehrzahl sind Frauen) und die Supervision hülfen, auch schwierige Situationen zu überstehen. Nicht zuletzt gefällt Vaupel die Arbeit mit den Kollegen im Hospizteam: »Etwas gemeinsam bewegen zu können und voranzukommen, dabei immer wieder neue Projekte, wie aktuell den Aufbau eines ambulanten Kinderhospizdienstes oder die Schulung ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Betreuung Demenz-Erkrankter in Angriff zu nehmen, das macht Freude«.

Zusätzlich zu Ihrer Tätigkeit als Vorsitzende hält sie Vorträge und leitet als ausgebildete Trauerbegleiterin Trauergruppen, ebenfalls im Ehrenamt. Trotzdem bleibt genug Zeit, die Freundschaften im privaten Umfeld zu pflegen, den heimischen Garten zu hegen und vor allem regelmäßig mit Mann und Freunden zu wandern. Dabei, schildert sie verschmitzt, komme auch das »Hummeln« nicht zu kurz. Wenn Lieselotte Vaupel »hummelt«, kommt sie mit dem Fotoapparat einer Pflanze ganz nah - schöne Bilderserien seien dabei schon entstanden, sagt sie bescheiden aber nicht ganz ohne Stolz.

| SoS