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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Paul Panzer
"Invasion der Verrückten"


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Paul Panzer
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Allerseelen - mit Newweling und Soul-Cake

Um das christliche Allerseelenfest hat sich zahlreiches Brauchtum entwickelt. Wir stellen Ihnen zwei Rituale näher vor.


Familie auf dem Friedhof
»Ich will dohin,
wo Newweling duhn brenne«

(aus: Määnz bleibt Määnz; Text: Karl Schramm)

Da Mainzer Allerseelenfest hat (weltweit) ein Alleinstellungsmerkmal. Nur hier gibt es die sogenannten Newwelinge: kegelförmige »Kerzen« die nur aus mit buntem Wachs überzogenen Dochten bestehen, meist um einen Stock gewickelt und dann auf die Gräber gestellt werden. Der Newweling wird bereits 1347 urkundlich erwähnt und 1424 legte der Mainzer Patrizier Hamann zum Widder fest, »dass man vier nebelinge uff sine Grab legen soll uff aller seelen tag, und die bornen die meß us.«

Ob der Name »Kind des Nebels« bedeutet oder sich auf einen unheimlichen Nibelung bezieht, der der Sage nach Mainz immer im November unsicher gemacht haben soll bis er mit einem Newweling gebannt wurde, ist umstritten. Auch die Nibelungen werden hier ins Spiel gebracht, weil sich die Form der Kerze mit der sagenhaften Tarnkappe dieses Geschlechtes decken soll.

Produziert werden die Newwelings nur von einem Unternehmen und zuletzt nur noch am 31. Oktober und 1. November vor dem Hauptfriedhof, dem Mombacher Waldfriedhof und dem Gonsenheimer Friedhof verkauft.

Der Haddekuchen (auch: Hartekuchen), eine ursprünglich hessische Pfefferkuchenart, wurde früher in einigen Gegenden, darunter in Mainz, auch nur um Allerseelen vor den Friedhöfen verkauft, ist aber inzwischen in einigen Bäckereien das ganze Jahr über zu bekommen.

»A soul! a soul! a soul-cake!
Please good Missis, a soul-cake!«

(Volkslied, 1891 in der Grafschaft Chesire aufgezeichnet)

Soul-Cakes, kleine runde »Seelenkuchen«, wurden in England schon im Mittelalter, meist mit einem Glas Wein zusammen, um Allerseelen vor die Haustüren gestellt. Umstritten ist, ob es sich dabei um einen eher christlichen Brauch handelt, bei dem die Armen des Ortes eine Sachspende bekamen und im Gegenzug für die »armen Seelen« beteten oder aber ob nach keltischem Vorbild die »armen Seelen« direkt eine Wegzehrung erhalten sollten.

Spätestens im 19. Jahrhundert entwickelten sich daraus Züge von Kindern, die singend von Tür zu Tür gingen und um solche Kuchen (um den Wein wohl eher nicht) heischten. Deren Lieder wurden von Volkskundlern gesammelt und später auch von modernen Künstlern adaptiert. Einige Wissenschaftler nehmen an, dass sich aus diesen Soul-Cake-Zügen das »Trick or treat« des amerikanischen Halloween entwickelt hat.

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