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EUROPA

Europa mitten in Mainz

Mainz ist geprägt von französischen Einflüssen. Das deutsch-französische Verhältnis ist daher zentraler Bestandteil der Forschungsausrichtung des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte (IEG) bei seiner Gründung gewesen.


Prof. Dr. Irene Dingel
Prof. Dr. Irene Dingel

1950 wird das damalige Institut für Europäische Geschichte in Mainz auf Initiative Raymond Schmittlein, Chef der Direction Générale des Affaires Culturelles der französischen Militärregierung, eröffnet. Dem voran gingen die internationalen Historikergespräche, die Schmittlein ins Leben rief, und in denen sich vor allem deutsche und französische Teilnehmer für eine dauerhafte europäische Zusammenarbeit einsetzten.

Die Welt zu Gast

»Die deutsch-französischen Beziehungen standen also am Anfang der Institutsgründung, verbunden mit dem Forschungsauftrag, zur Überwindung der Grenzen in Europa beizutragen«, erzählt Prof. Dr. Irene Dingel, die als Direktorin der Abteilung Abendländische Religionsgeschichte mit Prof. Dr. Johannes Paulmann, Direktor der Abteilung für Universalgeschichte, das IEG leitet. »Und es hat mit seinen historischen Forschungen eine Menge dazu beigetragen, und tut es noch immer.« Nationale wie internationale Wissenschaftler und Doktoranden haben daran ihren Anteil, seit 65 Jahren.

Zahlreiche Bewerbungen gehen für die zweimal jährlich ausgeschriebenen Stipendien beim Institut ein - das Interesse ist hoch, gegenwärtig werden 23 Stipendiaten aus unterschiedlichen Ländern gefördert. »Wir hatten in der Vergangenheit sogar einmal eine Doktorandin aus der Mongolei bei uns. Man kann sagen, wir haben die Welt zu Gast bei uns, und damit ist die Welt auch zu Gast in Mainz«, so Prof. Dingel, und ergänzt: »Das IEG hat durch seine Forschungen Europa in seiner Entwicklung mitten in die Stadt Mainz hineingeholt.«

Logo des Instituts für Europäische Geschichte in Mainz

Forschungen mit Dynamik

Dabei hat es sich mit den Ergebnissen seines Auftrags, von Beginn der Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert die politischen, religiösen und kulturellen Grundlagen Europas in ihrer historischen Wechselwirkung zu erforschen, einen Namen gemacht und die Jury der renommierten Leibniz-Gemeinschaft überzeugt. Vor drei Jahren nahm sie das außeruniversitäre Forschungsinstitut als Mitglied auf. Alle fünf Jahre legt es das neue Leitthema seines Forschungsprogramms fest. Das derzeitige lautet: »Umgang mit Differenz, d.h. mit Formen der Ermöglichung, Etablierung und Bewältigung von Andersartigkeit und Ungleichheit in ihren religiösen, kulturellen, politischen und sozialen Dimensionen.« Der Titel scheint einen aktuellen Gegenwartsbezug zu haben, indes werden die damit verbundenen Fragen überwiegend in historischen Zusammenhängen betrachtet. Allerdings haben die Forschungsansätze des Instituts eine Änderung erhalten.

Lange Zeit hatte es in der Religionsgeschichte das christliche Europa in den Mittelpunkt gestellt. Entsprechend zeitgemäßer Kontexte wurden diese Perspektive nun auf »Judaistik und Islamwissenschaft ausgedehnt, und daran partizipiert auch die Universalgeschichte«, erklärt die Direktorin. Inwiefern sich aus diesen geschichtlichen Diskursen womöglich Antworten für die heutige Zeit ableiten lassen, dazu können sich interessierte Leser ihr eigenes Bild machen.

Denn die gesamten Forschungsergebnisse des IEG erscheinen regelmäßig in der hauseigenen Publikationsreihe »Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz« und sind im Internet etwa bei Europäische Geschichte Online (EGO) zu finden.

| KH

www.ieg-mainz.de