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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Jubiläums-Quiz

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TITEL - JUBILÄUM

Spannend! Mainz 1990

Mainz entwickelte sich in den 1990er Jahren zu einem spannungsgeladenen Labor politischer Konstellationen. Auslöser war die Kommunalwahl von 1989.


"DER MAIN­ZER ist längst zu einem festen Bestandteil der Mainzer Medienland­schaft ge­worden und zur Pflichtlektüre für alle, die sich für Mainz und Umgebung interessieren. Mainzer Culinarium, Mainzer Weinsenat, Mainzer Restau­rant- und Weinführer: Es gibt viele Initiativen, die der Grün­der, Herausgeber und Ideen­geber Werner Horn angesto­ßen und weiterentwickelt hat. Eine Erfolgsstory, die ein echtes Aushängeschild für Mainz ist und auch deutlich macht, wie leistungsfähig der Mittelstand ist."

Richard Patzke
von 1997-2014
Hauptgeschäfts­führer
der IHK Rheinhessen

Deren Ergebnis wurde als Absage an die einfache Fortsetzung des »Mainzer Modells«, also der Zusammenarbeit zwischen den »etablierten« Parteien im Stadtrat und im Stadtvorstand, interpretiert:

SPD 26 Sitze, CDU 21 Sitze, GRÜNE 7 Sitze FDP 5 Sitze.

Es hätte für eine rot-grüne Koalition gereicht. Nach »Sachgesprächen« mit allen Fraktionen entschied die Mehrheit der SPD, eine »punktuelle Zusammenarbeit« mit der FDP zu praktizieren. Die Genossen wollten weg vom »Mainzer Modell« der ewigen Koalition von SPD, CDU und FDP, konnten sich aber nicht recht für etwas wirklich neues entscheiden.

"Für die »Stadtillus­trierte« waren es turbulente, kreative, vor allem aber erfolgreiche Jahre. Zu Beginn vielfach unterschätztes Novum ist der MAINZER erwachsen gewor­den. Mit fundierter Gastro-Bewertung, politischen Kom­mentaren und Mainzer Köpfen hat er sich einen - guten - Na­men gemacht. Und die enge Verzahnung von Mainz und Rheinhessen war nicht nur im Titel schon immer Programm. Ich mag ihn, weil er kritisch, aber auch konstruktiv die richtigen Themen beleuchtet."

Michael Ebling (SPD)
Oberbürgermeister
der Stadt Mainz

Ein strittiges Thema der Sachgespräche war die von der SPD favorisierte Erhöhung der Gewerbesteuer. CDU und FDP waren strikt dagegen, die GRÜNEN hatten kein Problem damit. Als die Annäherungen zwischen SPD und GRÜNEN deutlich wurden, verlautbarten die Liberalen vorsorglich, sie würden sich NICHT an einer rot-grün-gelben »Ampel«-Koalition beteiligen.

Letztlich kam es zu einer »punktuellen Zusammenarbeit« mit den GRÜNEN, was zu allerlei Spannungen in der SPD führte und der damalige OB Weyel, der sich heute noch als klarer Anhänger der Koalition von SPD, CDU und FDP bezeichnet, schien wenig begeistert.

SPD-Fraktionschef im Stadtrat war Klaus Hammer, seine Stellvertreterin Ursula Distelhut; auf Seiten der CDU war Heinz Dreibus Fraktionsführer, Norbert Schüler und Rainer Laub seine Stellvertreter; in der FDP hatten diese Funktion Dr. Günter Storch und Dr. Wolfgang Petereit inne.

Bei den GRÜNEN agierte, nach dem Ausscheiden von Günter Beck aus dem Stadtrat (der im April 1990 Leiter des Haus der Jugend wurde), als Sprecher Hans-Jörg von Berlepsch.

"Zur 300. Ausgabe DER MAIN­ZER gratulie­re ich ganz ich herzlich. Beim steti­gen Wandel der Presse- und Medienland­schaft ist es eine echte Leis­tung, auch nach 25 Jahren eine große Leserschaft allmo­natlich umfassend und zudem noch kostenlos über das Le­ben in der Stadt Mainz zu in­formieren. Besonders schätze ich am MAINZER die kritische Auseinandersetzung mit der Kommunalpolitik sowie die vielen Hintergrundinfos oder auch die Freizeit- und Gastro­nomietipps."

Wolfgang Reichel (CDU)
Landtagsabgeordneter RLP

Der »punktuellen Zusammenarbeit« zwischen SPD und GRÜNE war die Verabschiedung des Doppelhaushalts 1990/91 zu verdanken, allerdings gelang sie erst im Januar 1990.

Schwieriger war die Lösung des Problems, wer Dezernent bleibt und wer Dezernent werden soll. In erster Linie ging es um die beiden ehrenamtlichen Dezernenten (deren Amtszeit ist an die Legislaturperiode des Stadtrates gekoppelt): Anton Maria Keim (SPD, Kultur und Schule) wollte wiedergewählt werden, Dr. Josef Hofmann (CDU, Recht und Theater) trat nicht mehr an - für ihn musste ein Nachfolger gefunden werden. Die CDU beanspruchte dieses Dezernat erneut für sich, behauptete, es habe vor der Wahl von Herman Hartmut Weyel als (SPD)-Oberbürgermeister durch die Mehrheit des Stadtrats Absprachen darüber gegeben, dass dieses Dezernat in Händen der Christdemokraten bleiben sollte. Was die Sozialdemokraten nicht abstritten, aber, so wird Ursula Distelhut in der AZ wiedergeben, die Kommunalwahl habe nun mal andere Mehrheiten ergeben, denen Rechnung zu tragen sei.

Von den GRÜNEN war bekannt, dass v. Berlepsch gerne Dezernent werden wollte, allerdings hauptamtlicher, also bezahlter und erst nach der Kommunalwahl 1994. Um die Querelen über die Wahl eines neuen ehrenamtlichen Dezernenten zu beenden, wurde die Hauptsatzung im März 1990 geändert, der Stadtvorstand bestand fortan nur noch aus sieben Beigeordneten.

Anfang Oktober 1990 erschien zum ersten Mal DER MAINZER, am 3. Oktober wurde in Mainz die Wiedervereinigung Deutschlands mit einer Festsitzung des Stadtrats (an der die GRÜNEN nicht teilnahmen, sie werteten die Wiedervereinigung als »undemokratischen Akt«) und einem Bürgerfest auf dem Markt gefeiert.

"DER MAIN­ZER ist ein Einheimi­scher, der stolz über alles aus seiner Stadt erzählt, der jeden von der Vielfalt hier überzeugen und alle über das informieren will, was keinesfalls verpasst wer­den darf, er schafft es, dass sich alle zu Hause fühlen. DER MAINZER ist ein Einheimi­scher mit guten Ideen, der kreativ dafür sorgt, dass seine »Mitbürger« keine Langeweile haben. Was haben wir nur für ein Glück, diesen MAINZER als sympathischen Begleiter über's Jahr hinweg an unserer Seite zu haben!"

Dr. Simone Schelberg
Landessenderdirektorin RP, SWR

Im November 1990 übernahm Dr. Petereit den FDP-Fraktionsvorsitz und im Dezember forderte Sozialdezernent Willi Abts (SPD) von der CDU geführten Landesregierung mehr Unterstützung für den Kita-Ausbau (1991 wurde ein neues Kita-Gesetz verabschiedet, das einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz vorsah).

Die Landtagswahl im März 1991 beförderte Rudolf Scharping (SPD) zum RLP-Minister­präsi­denten einer sozial-liberalen Koalition. Im Mainzer Stadtrat wurde Ursel Distelhut als Nachfolgerin von Klaus Hammer zur SPD-Fraktionsvorsitzenden gewählt. Im März 1992 gelang erneut die Verabschiedung eines Doppelhaushalts (1992/93) mit Unterstützung der GRÜNEN: Eine Koalition zwischen den beiden Parteien war weiterhin nicht gewünscht. Dennoch traten vier GRÜNE Frauen aus der Fraktion aus, weil sie die Zusammenarbeit mit der SPD ablehnten.

"Die Lieb­lingsfarbe unseres Medienhau­ses ist Lokal­kolorit und die findet sich auch in der bunten Stadtillustrierten wieder. Beinahe wie ein gutes Gericht enthält DER MAINZER viele erlesene Zutaten: Poli­tik, Kultur, Kulinarik, Wirt­schaft, Gesellschaft, Termine und nicht zu vergessen: Eine große Portion Mainz und Rheinhessen. Die Verlags­gruppe Rhein Main gratuliert dem Magazin DER MAINZER rund um Herausgeber Werner Horn ganz herzlich zur 300. Ausgabe."

Hans Georg Schnücker
Verlagsgruppe Rhein Main Sprecher der Geschäftsführung

Nun begann die Diskussion über die Neuverteilung der Dezernate. Im Mai 92 war klar, dass Finanzdezernent Prof. Kurt Dörr (CDU) so schwer krank ist, dass er seine Arbeit aufgeben musste. Hans-Jörg von Berlepsch trat ins Rampenlicht und gab seine Kandidatur bekannt. Da die Amtszeit von Sozialdezernent Abts zu Ende ging, wurden Sozial- und Verkehrsdezernat ausgeschrieben. Im November 1992 wurde Abts wieder- und v. Berlepsch als Verkehrsdezernent neu gewählt. Die Zusammenarbeit zwischen SPD und GRÜNE war damit gestärkt.

Dann kam die Kommunalwahl 1994: diskutiert wurde über die katastrophale Haushaltslage (ein zweistelliges Millionenloch zwischen Ausgaben und Einnahmen tat sich auf) und nach der Wahl war alles ganz anders! Die CDU wurde in Mainz zur stärksten Fraktion und im Stadtrat regierte fortan eine schwarz-gelbe-Koalition.

| SoS

Die Textgrundlagen beruhen auf Zeitungsartikeln aus der Mainzer Allgemeinen Zeitung, die Kirsten Linne, Wissenschaftliche Dokumentarin des VRM, für den MAINZER aus dem Papier-Archiv (!) holte.