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Giordano Bruno-Stiftung

Frei und offen über Standpunkte austauschen

»Wer richtig urteilen will, muss vollständig ablassen können von jeder Glaubensgewohnheit, die er von Kindheit an in sich aufgenommen hat. Die allgemeine Meinung ist nicht immer die wahrste.« Giordano Bruno


Es ist einer der Leitgedanken der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), die sich nach dem italienischen Priester, Astronomen und Philosophen benannte, der 1600 als »Ketzer« verbrannt wurde, weil er das kirchenamtlich vorgegebene Weltbild aufs Schärfste verwarf und die Sonderstellung von Menschheit und Erde im Kosmos durch seine Theorie des »unendlichen Universums« entzauberte. Auch die Stiftung hat nach eigenen Angaben eine naturalistische, weltlich-humanistische und religionskritische Ausrichtung und vertritt die Ansicht, dass Religionen »die kulturelle Evolution der Menschheit bis heute auf unheilvolle Weise beeinflussen«.

Verstand einsetzen

In diesem Sinne ist Hedwig Toth-Schmitz davon überzeugt: »Jeder der selbstbestimmt lebt, ist für sein Handeln verantwortlich. Wir tendieren darauf zu vertrauen, dass ein Mensch in unserer Gesellschaft mit relativ hohem Bildungsstand seinen Verstand einsetzt, um gesellschaftspolitische Gegebenheiten richtig zu bewerten und gegebenenfalls zu verändern.«

Toth-Schmitz ist 1. Vorsitzende des zur Stiftung zugehörigen Vereins GBS Mainz/Rheinhessen, den es seit vier Jahren gibt. Dieser hat das Ziel, »Weltanschauungen und Lebensweisen zu fördern, die von den Grundsätzen der Aufklärung, des säkularen Humanismus und des Naturalismus bestimmt sind.« 30 Mitglieder zählt die Regionalgruppe, seit Beginn dabei ist Gabi Ambach. »Für mich ist der Verein eine wichtige Einrichtung, um sich frei und offen über seine Standpunkte auszutauschen.« Die bekennende Humanistin vertritt die Meinung, dass jeder Glauben kann, was er möchte, religiöse Institutionen sollten jedoch privat bleiben und nur von Mitgliedern finanziert werden. An der gbs schätze sie die »lockeren Aktionen ganz ohne Zwang« wie den Skeptiker-Brunch, zu dem sich Gleichgesinnte, Interessierte und auch Nicht-Mitglieder treffen. »Worüber gesprochen wird, entwickelt sich hier spontan«, bemerkt Toth-Schmitz. Es gehe natürlich nicht darum, alles negativ zu betrachten, wie der Name suggerieren könnte, sondern: »Man kann gegenüber allem skeptisch sein, aber wir meinen es im Sinne von hinterfragen. Also, stimmt das so, nur weil es das schon lange gibt. Es geht bei uns um das freie Diskutieren, ohne Formalitäten oder eine Vorbereitung. Dadurch wechseln die Teilnehmer die Themen und nehmen auch Bezug auf aktuelle Diskurse.«

Herausforderungen

Zu denen gehören etwa Sterbehilfe, Meinungsfreiheit oder die Kontroverse um den geschlechtergetrennten Schwimm­unterricht an rheinland-pfälzischen Schulen, den manche muslimische Vereine vor einigen Monaten öffentlich forderten. In diesem Fall gab die gbs eine Pressemitteilung heraus, in der sie sich gegen die Regelung ausspricht und auf die »Errungenschaften unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft« sowie die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes hinweist. Dabei wird differenziert, nicht alle Muslime über einen Kamm geschoren, sich nur auf die Äußerungen der genannten Einrichtungen bezogen. Eine Stellungnahme, angelehnt an eine der wichtigen Positionen der Stiftung, dass die komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mit den religiösen Vorstellungen der Vergangenheit gemeistert werden können. Stattdessen sei ein zeitgemäßes Weltbild gefragt, das im Einklang mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen steht und das sich in ethischer Hinsicht konsequent an den individuellen Selbstbestimmungsrechten orientiert.

| KH

Skeptiker-Brunch: 2. Sonntag im Monat, 10 Uhr, Café Heilig Geist;
Stammtisch: 1. Mittwoch im Monat, 19 Uhr, Restaurant Schwayer,
www.gbs-mainz.de