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Radfahren in Mainz

Radfahren: Mitdenken statt schimpfen

Radfahren in Mainz soll attraktiver werden. Eine Auffassung, die verschiedentlich geäußert, auch zur Entlastung der angespannten Lage auf Mainzer Straßen führen soll. Ein Wunsch, für dessen Realisierung viele Hindernisse aus dem Weg geräumt werden müssen.


Radfahrer sind Verkehrsteilnehmer und müssen sich mit Alltagsgewohnheiten anderer Verkehrsteilnehmer auseinandersetzen. Parken in der zweiten Reihe zum Beispiel. Ist ein Radweg vorhanden, parken Lieferfahrzeuge garantiert nicht auf der Straße in der zweiten Reihe, sondern auf dem Radweg. Oder sie benutzen den Bürgersteig. Das »Parken« von Mülltonnen ist ein weiteres Beispiel. Fast überall warten sie auf dem Bürgersteig oder auf dem Radweg darauf, geleert zu werden. Mobile Verkehrsschilder sind ebenfalls unschöne Behinderungen und manchmal auch gefährliche Hindernisse, mit denen sich Radler auseinandersetzen müssen.

Barrieren abbauen

Wenn das Fahrrad ein wirklich gleichwertiges Verkehrsmittel sein soll, sind viele Barrieren in den Köpfen abzubauen. Daran müssen sich auch die Radler beteiligen. Sie können aufmerksam machen auf Fehlverhalten und Behinderungen.

Z.B. auf Werbeplakate, die so an Laternenmasten befestigt sind, dass die Bewegungsfreiheit beim Abstellen am Fahrradabstellplatz beeinträchtigt ist (Foto 1). In solchen Fällen hilft ein Anruf beim Veranstalter oder bei der Stadtverwaltung (12-0 oder 115). Dort gibt es Mitarbeiter, die solche Plakate und deren Standorte genehmigen müssen. Die wissen meist auch, wie Abhilfe zu schaffen ist.

Z.B. wenn eine mobile Ampelanlage auf dem kombinierten Rad- Fußweg an der Saarstraße stadtauswärts platziert wird: Sie gilt ausschließlich für Autofahrer und stellt für Radfahrer und Fußgänger ein Sicherheitsrisiko dar. Zumal hier uneinsichtige Radfahrer verkehrswidrig auf der falschen Straßenseite hinabbretternd, Fußgänger und Radler ins Gebüsch drängen (Foto 2).

Z.B. wenn ein Toilettenwagen mitten auf dem Radweg abgestellt wird (Foto 3). Im vorliegenden Fall diente er den Schaustellern der Johannisnacht, die in Wohnwagen auf dem Parkplatz neben dem Bruchwegstadion nächtigten.

In diesen Fällen half die Benachrichtigung des Radfahrbeauftragten der Stadt Mainz, um die Gefahrenstellen zu entschärfen. Eine E-Mail genügte (bernd.mayer-zawar@stadt.mainz.de ). Das funktionierte tatsächlich so. Vermutlich aber nicht immer. Denn auch ein Radfahrbeauftragter hat mal Urlaub

Bernd Mayer-Zawar müht sich wirklich. Oft mit Erfolg. Der Radfahrbeauftragte hilft mit, solche Hindernisse zu beseitigen. Wichtiger aber noch ist sein Beitrag, damit unnötige und manchmal auch gefährliche Behinderungen erst gar nicht entstehen.

Beim Einrichten von Baustellen ist er zu Gange. Damit Radwege berücksichtigt werden. Damit nicht nur darüber nachgedacht wird, wie Autofahrer und Fußgänger möglichst gut um Baustellen herum kommen, sondern auch Radfahrer. Mayer-Zawar kann sich mittlerweile auf die Bauverwaltung verlassen, sagt er. Die würden schon automatisch an den Radverkehr denken, wenn sie irgendetwas planen. Klappt das nicht, muss Schadensbegrenzung im Nachhinein geleistet werden. Das kann aber nur funktionieren, wenn er informiert wird.

Beeinträchtigungen sind nicht zu vermeiden

Das ganz große Baustellenereignis in Mainz ist der Bau der Mainzelbahn. Auf www.mvg-mainzelbahn.de/bau ist der Streckenverlauf für die Baumaßnahmen nachvollziehbar. Welche Behinderungen, Beeinträchtigungen und Umleitungen es für Radfahrer gibt, ist aber nicht ersichtlich.

Das könne, so Pressesprecher Marc André Glöckner, auch nicht gesondert dargestellt werden. In der Regel habe man sich bemüht, die Radfahrer und die Fußgänger so dicht an den Baustellen herum zu führen, dass keine weitreichenden Umleitungen nötig sind. Dass Verengungen, Bauzäune etc. zu Beeinträchtigungen führen sei nicht zu vermeiden. Glöckner appelliert an alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht aufeinander zu nehmen, insbesondere dort wo Fußgänger und Radfahrer sich auf engstem Raum bewegen (Foto 4: die baubedingten Engstellen auf dem Fuß-/Radweg an der Saarstraße stadteinwärts).

Keine Infos für Radfahrer

Wo es, wie um das Campus-Gelände Richtung Ostergraben in Bretzenheim zu großräumigeren Umfahrungen kommt, sollen Umleitungsschilder Radfahrern den Weg weisen. Wer die im Dunkeln sieht, muss allerdings Hellseher sein. Und der Schotteruntergrund macht diesen Streckenabschnitt zur Quälerei. Wer solche Strecken meiden will, hat schlechte Karten. Vorabinfos sind mühevoll selbst zu beschaffen. So wie Autofahrer Dauerbaustellen zu meiden suchen, vermeiden Alltagsradler unangenehme Streckenabschnitte. Das funktioniert aber nur, wenn in den Informationen über Behinderungen für Autofahrer, über Umleitungen für Busse auch auf die Behinderungen für Radfahrer hingewiesen wird.

Eines der unschönsten Beispiele für Alltagsbehinderungen von Radfahrern ist der Radweg an der Kaiserstraße zwischen Kaisertor und der Diether-von-Isenburg-Straße. Täglich behindern hier widerrechtlich parkende Autos und Lieferfahrzeuge Fußgänger und Radfahrer. Kommen dann noch mobile Verkehrsschilder dazu, wird es ganz eng (Foto 5). Hier müssten mehr Kontrollen durchgeführt werden, meint dazu der Mainzer Radfahrbeauftragte. Und die Verursacher müssten direkt zur Kasse gebeten werden, fügt die Autorin in Gedanken hinzu.

| SoS