Kontakt + Impressum
Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
MVG-Quiz

Gewinnen Sie einen
MVG-Thermobecher:
Elektrische Straßenbahn
in Mainz


Beantworten Sie
die Frage der MVG richtig
und gewinnen Sie einen MVG-Thermobecher:

Seit wie vielen Jahren fahren elektrische Straßenbahnen
durch Mainz?

111 Jahre Elektrische Mehr Informationen hierzu finden Sie in dem MVG-Special

Werbung

NULLFÜNFER

Harald Strutz:
»Wir werden immer noch unterschätzt«

Der 05-Präsident bedauert, dass die positiven Effekte einer engeren Zusammenarbeit mit dem Verein von einigen Unternehmen in der Region immer noch nicht realisiert werden. »Da ist noch mehr drin!«


Herr Strutz, erleben wir zur Zeit eine Dreiteilung des deutschen Profifußballs in »Reiche Traditionsvereine« (Bayern München, BVB, Schalke 04) »Finanzstarke Retortenclubs« (Leipzig, Hoffenheim) und »ständig abstiegsbedrohte kleine Vereine« (u.a. Mainz 05), wie von einigen Analytikern zu hören ist?

Mainz hat sich in den letzten zehn Jahren in der ersten Liga etabliert - und auch stabilisiert. Unser erstes Ziel lautet aber nach wie vor, wie in jeder Saison: Wir wollen nicht gegen den Abstieg spielen. Unser Platz im Mittelfeld wird leider immer wieder unterschätzt: Schauen Sie doch nur einmal, wieviel berühmte Vereine seit Jahren in der zweiten oder dritten Liga spielen.

Bei Hertha BSC ist im letzten Jahr der US-Finanzinvestor KKR eingestiegen. Wäre eine solche Zusammenarbeit auch für den FSV denkbar?

Es gibt verschiedene neue und kuriose Modelle in unserem Sport - wer hier letztendlich die Gewinner und Verlierer sind, wird erst in einigen Jahren zu sehen sein. Wir können mit der aktuellen Situation sehr gut leben: Der FSV ist ein wirtschaftlich durch und durch solider Verein und agiert bei Investitionen und Einkäufen immer nur im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Also können sich Investoren den Weg nach Mainz sparen?

(Lacht) Nochmals: Ich sehe zur Zeit absolut keinen Grund, etwas an der Struktur des Clubs zu ändern. Sollte uns aber jemand eines Tages ein für uns wirtschaftlich herausragendes und 100 Prozent seriöses Modell vorschlagen, bei dem wir unsere Selbständigkeit behalten können, werden wir sicherlich sehr interessiert zuhören.

Christian Heidel hat neulich einmal gesagt, dass er sich gut eine Liga mit 20 Vereinen vorstellen könnte - ein System, das in vielen anderen Ländern funktioniert.

Das ist auch für mich nicht unvorstellbar - wichtig wäre dabei aber auch, dass der Unterbau, die zweite und Dritte Liga, ebenfalls aufgestockt werden. Wir müssen allerdings aufpassen, dass die Fans nicht langsam übersättigt werden: Die Zahl der Fernsehübertragungen nimmt immer mehr zu.
Was auch zum internationalen Bekanntheitsgrad des Vereinsbeiträgt?

Vor 10 Jahren hat doch noch fast niemand in Asien gewusst, wer oder was Mainz 05 eigentlich ist. Inzwischen hat sich die Medienlandschaft geändert, die Auslandsvermarktung, zum Beispiel in Richtung Asien, hat gerade erst begonnen. Begegnungen unserer Mannschaft können heute in fast 180 Ländern verfolgt werden - bei einem Premium-Spiel kann man sogar in über 200 Ländern live dabei sein.

Bei dieser internationalen Präsenz müssten sich die Sponsoren doch dann um einen Platz auf den Trikots der Mannschaft prügeln.

Unser Marketing-Wert ist in den letzten Jahren sicherlich gestiegen. Der neue Haupt- und Trikotsponsor »Kömmerling Fenster« gehört zur Internatonal Profine Group, die mit rund 3.000 Beschäftigten in 22 Ländern aktiv ist und einen Jahresumsatz von über 700 Millionen Euro erzielt ...

... und ihren Hauptsitz in Troisdorf bei Köln hat. Gab es keine Mitstreiter aus der Region?

Wir haben natürlich auch mit hier ansässigen Firmen Gespräche geführt. Leider hat es den Anschein, dass der Wert und die Möglichkeiten von Mainz 05 von einigen Unternehmen noch nicht richtig realisiert werden. Die Verbindung einer Firma mit dem Verein ist wertvoll für beide Seiten - und auch für die Region. Voraussetzung ist natürlich, dass die Philosophien zusammenpassen. Das war so bei Coface, aber auch bei Entega, Erdal und anderen Partnern in der Vergangenheit.

Gibt es ein Rezept für den Mainzer Erfolg?

Jürgen Klopp hat einmal gesagt, dass er das große Glück hatte, in einem Verein zu spielen, in dem Präsident, Manager und Trainer 100%ig harmonieren. Diese Situation haben wir auch heute wieder. Bei uns passt alles zusammen: Präsidium, Team, Fans, Stadt und Umfeld. Es sind gerade auch die vielen mittelständigen Unternehmen der Region, die durch ihre Zusammenarbeit mit dazu beigetragen haben, dass wir auf einem Platz stehen, um den uns viele alteingesessene Mannschaften beneiden.

Der FSV war für »Pokalüberraschungen« immer gut. Was erwartet uns in dieser Saison?

Cottbus ist ein schwieriges Los. Und man darf nicht übersehen, dass die Dritte Liga zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Spieltage hinter sich hat und eingespielt sein wird. Wir müssen selbstbewusst auftreten und so spielen und kämpfen wie man es von dieser Mannschaft erwarten darf. Hoffentlich sind trotz des extrem ungünstigen Termins (Sonntag, 9. August, 20.30 Uhr) trotzdem genug Mainzer Fans im Stadion, um unseren Sieg zu feiern.

| MDL