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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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MAINZER STADTTEILE

Hechtsheim: Rheinhessen im Blick

Viele Blicke lassen sich auf Hechtsheim werfen und über den Stadtteil hinweg. Einer ist besonders schön: Von der Hechtsheimer Höhe, die ob der dort gefundenen Gräber Frankenhöhe genannt wird, herab, über die Dächer des alten Ortskerns ins Rheinhessische hinein.


Mithin jener Blick, den die vielen Tausend Besucher des Weinfestes »Am Kirchenstück« jedes Jahr genießen. Außer die Sicht flirrt vor Hitze. Dann erscheinen die Felder und Windräder, die Bauten auf dem Messegelände nur schemenhaft.

Charakteristisch für »Hexem« erscheint diese Ansicht, weil sie den Übergang von der »Stadt« zum »Land« markiert: Innen- und Oberstadt im Rücken, Rheinhessen im Blick. Dazu die Weinberge, die Äcker mit Rüben und Kartoffeln. Eine ländlich-urbane Mischung. Mit eigenem Reiz.

Die Hechtsheimer Namensgebung begann 808 mit Hehhidesheim, nahm im Verlauf der Jahrhunderte mancherlei Wendungen bis 1650 Hechtsheim daraus wurde. Hechte sind im Wappen verewigt, gleich drei an der Zahl, in Sternform mit dem Mainzer Rad.

Bäuerliche Geschichte

Über die Eingemeindung nach Mainz waren die Hechtsheimer nicht unbedingt begeistert. Zumindest scheiterte sie 1929 am Ergebnis der Volksabstimmung und am Votum des Gemeinderates.

Vielleicht führten die Reaktionen der Stadt, die u.a. einen Einstellungsstopp von Hechtsheimern in städtischen Betrieben beinhalteten, dazu, dass 1931 eine Mehrheit der Hechtsheimer die Eingemeindung dann doch befürwortete.

Allerdings mochten nun die Mainzer nicht mehr. Erst 1969 wurde im Rahmen einer »Verwaltungsvereinfachung« Hechtsheim mit fünf weiteren Vororten eingemeindet.

Mit 1.384 Hektar ist Hechtsheim der flächenmäßig größte Ortsbezirk von Mainz. Ursprünglich, bis in die 1950er- und 1960er-Jahre hinein, erstreckte sich die Hechtsheimer Gemarkung sogar mit 1.510 Hektar bis an den Landwehrweg. Auf diesen Flächen entstand dann u.a. die Berliner Siedlung, die zur 1989 als Verwaltungseinheit entstandenen Oberstadt zählt.

Der alte Hechtsheimer Ortskern spiegelt die bäuerliche Geschichte, große Gehöfte mit noch größeren Innenhöfen, dazu schmalste Gässchen. In einige passt kein Auto hinein und durch andere, wie die Verkehrs- und Einkaufsschneise Alte Mainzer Straße quälen sich so viele Fahrzeuge, das oft gar kein Durchkommen ist.

Vor dem ehemaligen Rathaus, der heutigen Ortsverwaltung, nehmen die Grauelstraße und die Morschgasse ihren Anfang und führen gemächlich ansteigend an den großen Winzerhöfen vorbei hinaus zu den Reiterhöfen fast direkt »aufs Land«.

Auf dem steilen Weg hinauf zu St. Pankratius, der katholischen Kirche am Berghang Richtung Laubenheimer Höhe, gelangt man durch den Zuckergarten: Wunderschöne Gärten zieren hier die Anwesen, vermutlich ohne Rohr- und Rübenzuckerpflanzen aber mit angenehmen Rheinhessen-Aussichten. Hinab geht es durch ein Gewirr von Gässchen, mit teils kleinen und schiefen Häuschen vorbei an einem fröhlich plätschernden Brunnen.

Legendäre Linie 11

Die Straßenbahn spielt in Hechtsheim eine besondere Rolle, immerhin ist sie mit zwei Endhaltestellen die ÖPNV-Verbindung zur Innenstadt schlechthin. Legendär ist die »Linie 11«. Heute noch als Namensgeber für eine Gaststätte an der Endhaltestelle der Linie 52 nach Bretzenheim erhalten, verband die Linie 11 von 1923 bis 1945 Hechtsheim mit der Innenstadt, wurde dann bis 1958 in Linie 5 umgetauft, um von 1958 bis 2000 erneut als Linie 11 die Hechtsheimer in die Stadt und zurück zu bringen. 2000 war mit dieser typisch mainzerischen Nummerierung endgültig Schluss: Die Straßenbahnen 50/51 und 52 zeigen Hechtsheim als Endhaltepunkte an.

Dass der Stadtteil als Wohnort beliebt ist, lässt sich an den zahlreichen größeren und kleineren Neubaugebieten ablesen. Bereits seit den 1960er-Jahren ist Hechtsheim auch als Standort für Gewerbe und Dienstleistung attraktiv. Das mittlerweile größte Gewerbegebiet in Mainz bietet mit über 100 Hektar Platz für Betriebe, Forschungsstätten und öffentliche Einrichtungen. Auch das Mainzer Messegelände liegt auf Hechtsheimer Gemarkung. Furore machte es bereits lange vor seiner Eröffnung 2005, mussten doch für viel Geld zuerst die hier heimischen Feldhamster umgesiedelt werden, bevor die Rheinland-Pfalz-Ausstellung Platz fand und das Mainzer Oktoberfest gefeiert werden konnte.

| SoS

Textgrundlagen:
http://www.mainz.de/leben-und-arbeit/stadtteile/hechtsheim.php
https://de.wikipedia.org/wiki/mainz-hechtsheim
http://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/hechtsheim.html