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MAINZER KOPF

»Man entdeckt immer wieder Neues!«

Spricht sie über Mainz, bricht die Begeisterung förmlich aus ihr hervor. Und springt sofort über auf die Zuhörenden. Nadine Schöpke ist Gästeführerin in Mainz. Mit Leib und Seele.


Mainz lernte Nadine Schöpke kennen, weil sie ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollte. Das war 1981. Die gebürtige Französin blieb der Liebe wegen. Anfangs galt die Liebe nur ihrem Mann. Längst aber ist die Liebe übergesprungen, auf die Stadt in der sie seit 34 Jahren lebt: »Ich will hier nicht mehr weg!« Es gebe andere Städte in Deutschland die auch schön sind, gibt sie zu. Aber leben will Nadine Schöpke nur in Mainz: »Das ist auch von meiner alten Heimat nicht ganz so weit weg.«

Neuen Weg weitergehen

Geboren und aufgewachsen in Bergerac, im Südwesten Frankreichs, kam Nadine Schöpke nach dem Studium von Deutsch und Englisch als Au pair nach Mainz, machte hier eine Lehre als Industriekauffrau und arbeitete bis zur Geburt der Tochter 1994 in diesem Beruf. Während der Elternzeit erfuhr sie, dass in Mainz händeringend Gästeführer für französische Gruppen gesucht würden. Nadine Schöpke absolvierte die entsprechende Ausbildung und beschloss, als die Elternzeit vorbei war, diesen neuen Berufsweg weiter zu gehen. Dazu gehört seit zehn Jahren auch die ehrenamtliche Arbeit im Vorstand des Gästeführerverbands Mainz e.V., dessen Vorsitzende sie seit vier Jahren ist.

Zwischenzeitlich ergänzt die 55-Jährige ihre freiberufliche Existenz als Gästeführerin durch Sprachvermittlung und unterrichtet Kinder wie Erwachsene in Französisch. »Es macht unheimlich viel Freude, die Begeisterung für Tradition und Kultur meiner Heimat zu wecken, insbesondere wenn ich erleben kann, wie meine Schüler an Französisch auch in der Oberstufe und sogar im Berufsleben festhalten.«

Alltagskultur

Mit ebenso viel Begeisterung vermittelt die Gästeführerin Besuchern aus Frankreich Mainzer Tradition und Kultur. »Mainz ist gelebte Gemütlichkeit, der Gemeinschaftssinn, das Miteinander gehört hier zur Alltagskultur. Deshalb sage ich meinen Gästen immer, Mainz ist so schön, ihr müsst unbedingt wiederkommen.«

Dazu gehört für sie auch, den Gästen die deutsche Weinkultur näher zu bringen. »Ein rheinhessischer Rotwein schmeckt nicht wie ein Bordeaux, aber er ist auf seine Art lecker«, ist Nadine Schöpke überzeugt und schickt ihre Gäste gerne zum Probieren in Mainzer Weinstuben und zum Marktfrühstück. Auch die Vorzüge einer Weinschorle, eine Besonderheit hierzulande, die Weinkenner nicht unbedingt goutieren, vermag die Gästeführerin überzeugend zu erklären.

Die alte Heimat spielt in ihrem hiesigen Leben vor allem beim Kochen eine Rolle: »Délice d'anchois mag ich sehr gerne, das ist ein Kartoffelgratin mit Anchovis und Zwiebeln, dazu eine Schmandsoße und grünen Salat, ein ideales Sommergericht.«

Schwimmen und Wandern stehen auf ihrem Freizeitprogramm ganz oben, wobei zum Wandern auf jeden Fall das Lieblingshobby Fotografieren gehört, das Nadine Schöpke auch gut bei Mainzer Stadtbummeln ausleben kann: »Es ist interessant, die Stadt immer wieder aus anderen Blickwinkeln zu sehen. Manchmal reicht es schon, den Augen der Touristen zu folgen, um Neues zu entdecken.«

Interesse erkennen

Eine gegenseitig Bereicherung also, die voraussetzt, dass die Gästeführerin sich auf die jeweilige Gruppe einstellen kann: »Unsere Kunst besteht darin, die Gruppe in den ersten fünf Minuten einzuschätzen und zu wissen, was sie interessiert. Die einen sind mehr an Gutenberg interessiert, die anderen begeistern sich eher für die römische Vergangenheit.« Alles in allem ein Können, das Gäste gerne mit dem Kompliment: »Sie lieben diese Stadt wirklich«, quittieren.

| SoS