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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Sonderbeilage der MVG

Das große Special der
MVG und des MAINZERS:
111 Jahre Elektrische Straßenbahn

Am 11. Juli 2015 lädt die MVG zum Sommerfest in die Gaugass ein! Schauen Sie hinter die Kulissen des Unternemehns. Fahren Sie mit der Oldtimer-Straßenbahn zum MVG-Betriebshof!
111 Jahre Elektrische Anmeldungen zu einzelnen Jubiläumsveranstaltungen sind am Infostand der MVG ab 11.11 Uhr am Gautor möglich! Mehr Informationen gibt es hier >>>

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spielArt: Theaterseiten

Der Mythos als packendes Musikdrama:
»Médée« von Luigi Cherubini


Nadja Stefanoff, Peter Felix Bauer, Statisten © Andreas Etter

Sie ist Opfer und Täterin zugleich, schmählich verlassene Frau und grausame Rächerin: Medea, Königstochter aus Kolchis. Medea, die Rasende. Die Verzweifelte. Die Fremde. Als sie Jason zu Ruhm verhalf, hat sie sich am Tod ihres Bruders schuldig gemacht. Diese Tat steht am Anfang einer Geschichte, die mit zweifachem Kindsmord endet und mit deren blutigen Finale Medea in die Geschichte eingegangen ist. Zahllose Künstler waren und sind fasziniert von dem Mythos dieser Frauenfigur, die uns zwischen Schaudern und Mitgefühl hin- und herwirft. Luigi Cherubini zeichnet sie in seiner Oper als tief verletzte, heimatlos gewordene Frau: Sie, die Fremde, Geflüchtete, soll stellvertretend alle Schuld auf sich nehmen. Denn Jason und Medea waren auf der Flucht vor den Rächern ihrer Verbrechen, die im Raub vom Goldenen Vlies ihren Ausgang nahmen. In der Fremde findet Jason nun Schutz bei Kreon, dem König von Korinth. Und was wäre in dieser Situation besser, als die Königstochter zu heiraten? Auch die gemeinsamen Söhne von Jason und Medea würde Kreon unter seinen Schutz stellen. Also verlässt Jason Medea für Dircé, die Königstochter von Korinth. Zur Ausgestoßenen geworden, setzt Medea, rasend vor Hass, verzweifelt in ihrer Einsamkeit, das einzig ihr verbliebene Mittel ein: ihre Kinder. Denn die sind nicht nur Fleisch und Blut Jasons, sondern auch Garant für den Erhalt der Macht...

Hausregisseurin Elisabeth Stöppler hat »Médée« im Großen Haus als packendes Musikdrama inszeniert, das klar und eindringlich vom Drama einer gequälten Frau erzählt - und zugleich die Perspektive für die politische Dimension weitet. Regie, musikalische Leitung (Andreas Spering), das Philharmonische Staatsorchester und das Ensemble, allen voran Nadja Stefanoff in der Titelpartie, wurden vom Premierenpublikum begeistert gefeiert.

»Médée« von Luigi Cherubini

Großes Haus: 2., 6., 10. und 14.7.



How to become a diva - how to become a politician.
Antonius und Cleopatra im Kleinen Haus


Anna Steffens und Henner Momann
© Bettina Müller

Antonius und Cleopatra, Richard Burton und Elizabeth Taylor als ihre ikonischen Wiedergänger. Sie spielen das große Drama, das ganz große Kino: die faszinierende Cleopatra, das Urbild einer Diva, die erste wirkliche Berühmtheit, und der erfolgreiche Politiker Antonius, ein Adonis und Frauenheld, der der verführerischen Herrscherin verfallen ist, sie gleichzeitig aber auch politisch braucht. Der Mythos dieser zwei Persönlichkeiten ist erhaben über politisches Scheitern. Vor dem Hintergrund eines kriegerischen Umbruchs, an dem nicht nur das Triumvirat zerbricht, sondern durch den auch Cleopatra ihr Reich an den späteren Kaiser Augustus abtreten muss, verliert ihr Spiel mit Macht und Identität gänzlich an Bodenhaftung - und gewinnt nur noch mehr Hybris und Glamour.

Shakespeare hat dem berühmten, schillernden Liebespaar mit seiner Tragödie ein Denkmal gesetzt. Für Antonius und Cleopatra gibt es keine Trennung von Privatem und Öffentlichem, Inszenierung und Authentizität - ja nicht einmal von Leben und Tod. Sie setzen permanent die Masken ihrer eigenen Legende auf und wieder ab und stürzen sich exzessiv in Gefühle und Phantasien, für die es keine Form der Angemessenheit geben kann. Die Regisseurin Claudia Bauer und sechs Schauspielerinnen und Schauspieler suchen die Konfrontation mit diesen beiden großen »Drama Queens« und ihrer Liebesgeschichte. Sie erkunden Shakespeares Landschaften der Lust und des Verrats, brechen auf in das Dickicht der Erotik, der Politik und des Todes. Es ist die Suche nach einem Ausdruck für tobende Emotionen, Begierden und Gefühle, für die wir kein authentisches Verhalten parat haben, die aber dennoch in uns allen wüten. Gemeinsam wagen wir uns in die glamouröse Welt der Diven und Politiker, in der nicht zuletzt auch wir herausfinden können: Was muss ich machen, um zur Diva zu werden?

»Antonius und Cleopatra« von William Shakespeare

Kleines Haus: 30.6., 1., 4., 5., 7., 10., 12., 14. und 19.7.

Alle Termine und Informationen auf
www.staatstheater-mainz.com