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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
Sonderbeilage der MVG

Das große Special der
MVG und des MAINZERS:
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Skateboarden

Skateboarden fördert die Jugendkultur

Sie sliden an Geländern herunter, springen mit dem Board über Stufen oder drehen sich um ihre eigene Achse: Skater in Mainz sind überall zu sehen. Attraktive Skateparks allerdings nicht.


»Skaten ist medial allgegenwertig etwa in einer Autowerbung oder im Musikvideo«, sagt Robert Rocho, »aber nicht in der Stadt.« Seit seinem 14. Lebensjahr steht der Vereisnvorsitzende des Rollersportvereins Mainz auf dem Board und kennt alle »Spots«, wie die idealen Skatestellen unter Insidern genannt werden.

Einer ist zurzeit die Plattform samt Treppen vor dem Raimundi-Tor am Rhein. »Treppen bieten unendlich viele Möglichkeiten für das Sliden oder Hochspringen.« Überhaupt ließen sich viele Plätze und die Architektur in der Innenstadt für den Sport gut nutzen, doch es fehlten kreative, zeitgemäße Skateparks, so Rocho. Zwar befindet sich am Kaisertor ein Skatepark, dessen Lage ausgesprochen wertvoll für die Skater sei und jahrelang als Treffpunkt der Szene galt, aber dieser sei längst veraltet und marode. »Das Verletzungsrisiko ist gestiegen. Wir haben sogar schon selbst Ausbesserungen vorgenommen.

Außerdem ist die Anlage gestalterisch nicht auf dem aktuellen Stand und entspricht nicht mehr den heutigen Ansprüchen der Sportler«, kritisiert der IT-Student, der acht Jahre in der Anlange skatete. Mit einem umgestalteten oder gar neuen Skatepark gebe es mehr Trainingsmöglichkeiten. Mainz gelte schließlich als »Impulsgeber und Entfaltungsraum für die kreative Szene«, meint Rocho, und die Jugendkultur werde maßgeblich damit gefördert. »Es wäre schön, wenn die Skater-Community grundsätzlich ein aktives Mitspracherecht bei der Gestaltung der Parks hätte. Im Übrigen liegen die Kosten dafür im Minimalbereich.«

Trainingshalle mit Unsicherheit

Dass der Rollsportverein alles daran setzt, das Skateboarden weiter zu etablieren und dies seinen Mitgliedern von 16 bis 45 Jahren trotz aller Widrigkeiten in der Vergangenheit ermöglicht, zeigt sein Engagement. Seit seiner Gründung 2006 war er in den alten großen Lagerhallen am Zollhafen untergebracht - bis er 2012 wegen des Abrisses der Hallen zur Bebauung des Areals auf die Nordmole ziehen musste. Das Freigelände tat allerdings den Indoor-Geräten nicht gut. »Die Hälfte des Equipments verrottete witterungsbedingt und kam abhanden. Der Ort war ja nicht gesichert.« Und dem Betreiber passte die Nutzung der Fläche außerhalb der Konzertzeit nicht wirklich, wie Rocho ergänzt.

Der Verein fand zunächst im unteren Bereich des ehemaligen Autohauses an der Binger Straße eine Bleibe, musste jedoch wegen Ruhestörung dort raus und ist seit September 2014 in der oberen Halle des Gebäudes ansässig. Hier stehen verschiedene Rampen und Blöcke, die regelmäßig in Eigenregie umgebaut werden, um den Skatern unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zu bieten. »Je höher die Rampe, desto anspruchsvoller ist sie, weil mehr Geschwindigkeit erzeugt wird und man kann höher springen«, erklärt der 27-Jährige. Deshalb sollten Interessierte unbedingt Skate-Grundlagen mitbringen. »Auf dem Board stehen zu können ist das Mindeste«, betont er. Denn in der Halle sei meist so viel los, dass nicht alle gleichzeitig angelernt oder beaufsichtigt werden könnten.

Obwohl der Verein jetzt ein Domizil gefunden hat, beunruhigt den Vereinsvorsitzenden die Kündigungsfrist von einem Monat im Mietvertrag ein wenig. »Es wäre schlecht, wenn wir kurzfristig hier raus müssten.« Ein Sponsor, der ihnen eine eigene Halle oder ein Gelände zur Verfügung stelle würde, wäre optimal, sagt Rocho, denn: »Skateboarding ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und verdient entsprechenden Raum, um sich weiter zu entwickeln und zu entfalten.«

| KH

www.rollsportverein-mainz.wordpress.com