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Nachgefragt

Noch ein Kunstrasenplatz

Täglich passiert in Mainz und Umgebung derart viel, dass vieles allzu schnell in Vergessenheit gerät. DER MAINZER erinnert in der Rubrik Nachgefragt an das eine und andere Ereignis.


Es geschah Ende Februar 2015. Der Alteruheweg, die fußläufige Verbindung zwischen Hartenberg und Münchfeld und der Innenstadt, die auch von Radfahrern genutzt wird, war gesperrt. Exakt einen Tag vor Beginn der Vogelbrutzeit, in der das Schneiden von Gehölzen nur eingeschränkt möglich ist, wurden entlang des Weges jahrelang vor sich hin wachsende Obstbäume und Haselnusssträucher abgeholzt.

Für Anwohner und Nutzer des Weges kam die Sperrung völlig überraschend, es begann das Rätselraten über den Grund der Maßnahme. Ein Bericht in der AZ brachte erste Anhaltspunkte: Der 1. FSV Mainz 05 will an dieser Stelle einen neuen Kunstrasenplatz bauen.

Warum die Öffentlichkeit darüber, abgesehen von einer dürftigen Pressemitteilung, nicht im Vorfeld ausreichend informiert wurde, fragte DER MAINZER im März 05-Geschäftsführer Michael Kammerer. Der reagierte überrascht, denn die Maßnahme sei im drei Jahre zuvor veröffentlichten und von den politischen Gremien abgesegneten Masterplan für die Weiterentwicklung des Bruchwegstadions, bzw. der Bezirkssportanlage Mitte, angekündigt worden.

Gut, wenn man ein gutes Gedächtnis hat!

Die Stadtverwaltung bestätigte das ordnungsgemäße Verhalten Ende April und erklärte auf Nachfrage auch, warum keine Anhörung der Anwohner stattgefunden hatte, obwohl es sich um eine Baumaßnahme auf öffentlichem Grund und Boden handelt, denn die Bezirkssportanlage Mitte, auf der sich auch das Bruchwegstadion befindet, gehört der Stadt Mainz, die das Gelände dem 1. FSV Mainz 05 mittels Erbpacht- und Mietvertrag überlassen hat.

Allerdings sind Bürgerbeteiligungen und öffentliche Anhörungen Bestandteile des Bebauungsplanverfahrens, das zur Aufstellung eines Bebauungsplans führt. Für besagtes Gelände aber gilt seit Jahren der rechtskräftige Bebauungsplan H 62. Nichtsdestotrotz bestehe für Nachbarn die Möglichkeit der Akteneinsicht. Und wie erfahren Anwohner, ob und was in ihrer Nachbarschaft gebaut wird?

Die Antwort muss in diesem wie in vielen anderen Fällen ein jeder per Selbstrecherche lösen: Die Existenz und die Inhalte von Bebauungsplänen können im Internet eingesehen und beim Stadtplanungsamt erfragt werden.

Weiteres Ergebnis dieser Anfragen war die Kenntnis, dass der neue Trainingsplatz von Montag bis Samstag von 10 bi 20 Uhr benutzt werden darf, auf den anderen Plätzen der Trainingsbetrieb bis 21 Uhr erlaubt ist.

Und der Alteruheweg? Der wird verlegt, die Kosten trägt laut Stadtverwaltung der 1 FSV Mainz 05. Die Wegeführung ist entlang der neuen Einzäunung geplant, wozu laut 05-Geschäftsführer Kammerer kein weiteres Zurückschneiden der Gehölze notwendig sei. Wann der Bau des Kunstrasenplatzes beginnt, ist noch offen, aber abgeschlossen sein soll er spätestens Mitte/Ende Oktober 2015.

Fazit: Ein Fußballverein kann, muss aber nicht informieren

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Fällung von Bäumen mit Argusaugen beobachtet und deshalb vorab angekündigt wird. Das gilt zumindest für den öffentlichen Raum. Das Gelände, auf dem die Nullfünfer einen weiteren Kunstrasenplatz bauen, ist zwar öffentlicher Raum, aber dem Verein zur Nutzung überlassen.

Demzufolge müssen sich die Sportler an die gesetzlichen Regeln halten, einen Bauantrag stellen, Abholzen vor Beginn der Vogelbrutzeit, Ausgleichspflanzungen, etc. aber sie sind nicht verpflichtet, ihr Vorhaben ausführlich vorab anzukündigen. In Zeiten von Transparenz und Kommunikation auf allen Kanälen wäre das zwar kein Problem und gehört sich eigentlich auch so, aber es ist halt kein Muss.

| SoS