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Mainzer Stadtteile

Dörflich und herrschaftlich

Rheinhessendom und riesige Konversionsfläche, Bach und Tierpark, Wald und Sand, Gemüse und Erdbeeren, alte Villen und Neubaugebiete: Gonsenheim ist ein begehrter Stadtteil mit vielen Qualitäten.


Rheinhessendom und riesige Konversionsfläche, Bach und Tierpark, Wald und Sand, Gemüse und Erdbeeren, alte Villen und Neubaugebiete: Gonsenheim ist ein begehrter Stadtteil mit vielen Qualitäten.

Von den Einwohnern liebevoll »Gunsenum« genannt, ragt der zweitgrößte Mainzer Stadtteil in mancherlei Hinsicht heraus: Die Türme des »Rheinhessendoms« sind fast 60 Meter hoch; mit der Kathen-, bzw. Mangin-Kaserne war hier eine große militärische Gebäudeanlage beheimatet; mit dem Lennebergwald, den fast alle nur Gonsenheimer Wald nennen, grenzt das größte zusammenhängende Waldgebiet in Rheinhessen an den Stadtteil und auch der »Große Sand«, ein Naturschutzgebiet von überregionaler Bedeutung; zuhause sind hier der einzige Mainzer Tierpark und die meisten alten Villen. Denen verdankt Gonsenheim das Attribut, ein Nobelstadtteil zu sein. In dem sich Betuchte und solche, die so tun als ob, in der Kapellen- und den angrenzenden Straßen niederlassen.

Enge Gassen, »Breite Straße«

Gleichzeitig bewahrt der 1938 aus militärpolitischen Gründen nach Mainz eingemeindete Ort seinen dörflichen Charakter: Der Gonsbach schlängelt sich durch den ganzen südlichen Ortsteil, quer durch Gemüsefelder und Kleingartenanlagen im vorderen Gonsbachtal gen Mombach und Neustadt. Eng sind im alten Ortskern nahe St. Stephan, der größten Landkirche in Rheinhessen, die Gassen, klein und eher geduckt die meisten Häuser. In diesem Teil Gonsenheims herrscht eine fast beschauliche Idylle mit Nachbarn, die auf der Straße ein Schwätzchen halten und Kinderwagen schiebenden Frauen »mitte uff de Gass«.

Nur wenige Meter weiter aber in der »Breiten Straße« (welch ein Euphemismus!), dem Nadelöhr im Stadtteil, quetscht sich alles durch, was Räder hat. Selbst Sattelschlepper! Und Lieferfahrzeuge, die am liebsten in der 2. Reihe halten. Wo auch sonst? Die Ladezonen sind zugeparkt! Dazu mittendrin die Straßenbahn, die den »Steh-und-Fahr«-Rhythmus bestimmt. Die Straßenbahn gehört zu Gonsenheim wie der Eissalon am Juxplatz. Allerdings gibt es sie schon länger. Ab 1892 verkehrte eine Dampfbahn von Mainz über Gonsenheim nach Finthen, die elektrische Straßenbahn hielt 1907 im Anschluss an die Mombacher Linie Einzug.

In der »Breiten Straße« findet sich, außer den typischen Bürgerhäusern vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts und der mitten in der Straße thronenden evangelischen Kirche, auch etwas, was vielen anderen Mainzer Stadtteilen abgeht: eine gut sortierte Einzelhandelsstruktur und die Cafés mit ihren sonnenbeschienen Terrassen sind bei schönem Wetter proppenvoll. Warum sollen die Gonsenheimer in der Mainzer Innenstadt einkaufen, wenn es hier doch alles gibt?

Kasernen und Wohngebiete

Gonsenheimern wie Messfremden, die schon etwas älter sind, dürfte die »Schweinemetzgerei Eduard Becker« und dessen Gasthaus »Zum goldenen Adler« die eine und andere Anekdote ins Gedächtnis rufen. Wer hier alles verkehrte und was hier alles ausgeheckt wurde! In heutigen, der Transparenz verpflichteten Zeit, ist das überhaupt nicht mehr vorstellbar!

Dass Gonsenheim zum, was die Bevölkerungszahl anbelangt, zweitgrößten Mainzer Stadtteil avancierte, hängt auch mit seiner »Kasernengeschichte« zusammen. Als in den 1990er Jahren die Amerikaner die Kasernenanlage Lee Barracks (ursprünglich die 1938 gebaute Kathen- und unter französischer Besatzung in Mangin- umbenannte Kaserne) frei machten, entstand hier der Wohnpark »Am Gonsenheimer Sand«.

Mit 24 Hektar weitaus größer allerdings ist das Gelände der ehemaligen Panzerwerke (MIP Mainz Industries Panzerwerke). Die Konversionsfläche wurde von der Stadtwerke Mainz AG zusammen mit der Wohnbau Mainz GmbH (zusammengeschlossen als Gonsbachterrassen GmbH) in mehreren Bauphasen zu einem Wohngebiet entwickelt, das auf jeden Fall außergewöhnliche Blickbeziehungen ermöglicht: Richtung Gonsbach, der Schornsteine von Schott, zur Ingelheimer Aue und in Nachbars Wohnzimmer.

Hochhäuser und Sand

Ein anderes bereits Anfang der 70er Jahre in Gonsenheim entstandenes Wohngebiet machte lange von sich reden und wurde mindestens zeitweise als »Sozialer Brennpunkt« bezeichnet: Die »Elsa«. Gemeint sind die Wohnanlagen entlang der Elsa-Brandström-Straße. Die Hochhäuser sollen die größte zusammenhängende Hochhausanlage in Rheinland-Pfalz sein.

Auffällig wohl fühlen sich in Gonsenheim und nicht nur im »Villenviertel« Kiefern. Sie gedeihen gut auf dem sandigen Boden im »Gonsenheimer Wald«, der schon immer auch von Läufern sehr geschätzt wurde. Sand spielt auch im Binnendünengebiet des »Großen Sand« eine tragende Rolle. Schon seit 1938 steht das Gebiet unter Naturschutz, 1994 kam das von den Amerikanern intensiv für Militärmanöver genutzte Gebiet Mainzer Sand II hinzu. Trotzdem ist dieses Gebiet heute mit seiner äußerst seltenen Sandflora stark gefährdet, viele Arten sind auf dem Rückzug.

| SoS

Textgrundlagen:
www.wikipedia.org/wiki/Mainz-Gonsenheim
www.mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/gonsenheim