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Wirtschaft

Barrierefrei Shoppen − Eine Herausforderung

Die Mainzer Innenstadt wartet mit zahlreichen Weinstuben, gemütlichen Kneipen, Cafés, Restaurants und vielfältigen Geschäften auf. Einige sind aber für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht oder nur schwerlich zu betreten.


Manchmal ist es nur eine einzige Stufe oder Türschwelle, die den Eintritt in das Café oder den Laden erschwert oder gar unmöglich macht. Doch darunter haben nicht nur Rollstuhlfahrer zu leiden. Auch für ältere Menschen mit Rollator und Eltern mit einem Kinderwagen können diese Hindernisse eine Herausforderung darstellen.

Um diesen Menschen uneingeschränkten Zugang in die Geschäfte und Gastronomie zu ermöglichen, hat sich ein Bündnis aus verschiedenen Akteuren mit dem Ziel gebildet, die Barrieren gemeinsam mit den Ladenbesitzern abzubauen. Das Projekt »Barrierefrei Shoppen und Genießen in der Mainzer Innenstadt« wurde von Marita Boos-Waidosch, Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, Stefan Heym, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter RLP, Walter Strutz, Citymanager der Stadt Mainz, Lukas Krause von Pro Vita Mobilis und Martin Lepold, Inhaber des gleichnamigen Juweliergeschäftes letztes Jahr ins Leben gerufen.

»Die Aktion geht auf die Initiative von Herrn Strutz zurück. Er kam damals auf die Werbegemeinschaft Mainz zu«, erzählt Lepold, deren Vorsitzender er ist. Es soll eine Selbstverständlichkeit werden, dass Menschen mit Behinderung Geschäfte und Lokale betreten können, ohne nach Hilfe fragen zu müssen so die Idee des Citymanagers.

Um sich ein Bild von der Innenstadt aus der Perspektive von Menschen mit Bewegungseinschränkung machen zu können, wurde mit Marita Boos-Waidosch, die in einem elektrischen Rollstuhl sitzt, eine Stadtbegehung organisiert. Dabei bekam Lepold einen »anderen Blick für die vielen Barrieren«, die man normalerweise nicht wahrnimmt: »Das hat mir die Augen geöffnet. Danach war es selbstverständlich, dass wir uns alle engagieren. Die großen Geschäfte und Kaufhäuser machen es uns bereits vor mit ihren barrierefreien Zugängen und schwellenlosen Innenbereichen.«

Im Oktober letzten Jahres startete das Projekt, das von Katrin Langner koordiniert wird. Für eine Bestandsaufnahme lief sie in der Innenstadt von der Ludwigsstraße über die Gaustraße bis zur Großen Bleiche und begutachtete über 800 Geschäfte, Kneipen und Restaurants.

»Ungefähr die Hälfte ist nicht barrierefrei. Das können dann entweder Stufen oder schon eine Türschwelle ab zwei Zentimetern sein, die ein echtes Hindernis für Rollator oder Rollstuhl bilden.« Inzwischen hat sie mit 134 Ladenbesitzern persönlich Kontakt aufgenommen, 13 Geschäfte wollen sich nun eine Rampe zulegen, 17 Geschäfte haben bereits eine, jedoch sei dies nicht unbedingt erkennbar, meint Langner. Es bestünde also die Möglichkeit, dass weitere Geschäfte im Besitz einer Rampe sind. Dies sei noch herauszufinden, weitere Beratungsgespräche stehen derzeit noch aus.

»Wenn möglich soll der Inhaber oder Pächter eine Rampe selbst finanzieren. Es gibt die Möglichkeiten, eine mobile, die so genannte Wheelramp, oder eine feste Rampe auf den Stufen zu installieren. Außerdem ist die Anhebung des Bodenbelags eine Option«, erklärt Lepold. Die Kosten hierfür würden sich weitgehend im Rahmen halten.

Erste Bodenbelagsanhebungen fanden Anfang dieses Jahres schon an den Eingängen einiger Geschäfte in der Schöfferstraße statt (auf den Fotos die beiden Eingänge von Feinkost Gehm: oben mit Stufe, unten nach der Anhebung). Diese hatte eine Baufirma auf eigene Kosten im Zuge einer Straßensanierung durchgeführt, und auch die Stufe des Modegeschäftes Mollywood in der Hinteren Bleiche wich einem stufenlosen Eingang.

Behindertenbeauftragte Boos-Waidosch freut sich über jede Barriere, die abgebaut wird. »Wir stehen allen interessierten Ladenbesitzern und Gastronomen beratend zur Seite. Wo ein Wille ist, gibt es auch immer eine Lösung.«

| KH