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American Football

»Touchdown« beim Familienfest

Allein die Ausrüstung der Footballer wiegt mehrere Kilo. In Mombach spielen die TSV Schott Mainz Golden Eagles - und es sieht so aus, dass es im Juli mit dem Aufstieg in die dritte Liga klappen könnte.


American Football in Mainz: TSV Schott Mainz Golden Eagles

In den USA ist Fußball nur eine Randsportart. Wenn aber am Anfang des Jahres der »Superbowl« ausgetragen wird, die landesweite Meisterschaft der Footballer, sitzen über 100 Millionen Amerikaner vor dem Fernseher. Und dabei dauert dann ein Spiel nicht die sprichwörtlichen 90 Minuten - sondern im Extremfall über vier Stunden.

Und das macht Football zum Familienfest. So auch in Mombach. Die Eagles - zu Deutsch Adler - tragen ihre Heimspiele sonntags auf der Bezirkssportanlage aus. Dann verkauft der Verein Burger, Kuchen und Getränke, einige Zuschauer bringen Picknick-Korb oder Tupperware mit und verpflegen sich selbst. Zeit zum Essen bleibt genug. Denn nach jedem Spielzug gibt es kleinere, manchmal auch größere Pausen. In der Regel dauert ein Spiel um die drei Stunden. Kommt es zu Verletzungen oder anderen Unterbrechungen, wird aber die Uhr angehalten - und es kann ein weniger später werden.

Diese familiäre Atmosphäre gefällt Jasmin Maxeiner am Football. Das heißt aber nicht, dass die Abteilungsleiterin der Eagles ihre Aufgabe nicht ernst nehme. Im Gegenteil: »Mein Ziel ist es, die Eagles mittelfristig in der Regionalliga Mitte zu etablieren.« Noch spielen die Adler eine Liga darunter, in der viertklassigen Oberliga. Aber es sieht gut aus: Die ersten Saisonspiele haben die Mombacher Footballer gewonnen, darunter auch das Match gegen den direkten Konkurrenten aus Neuwied. Am 5. Juli kommt es zum letzten der zehn Saisonspiele. Dann haben die Eagles Heimrecht gegen die Bürstadt Redskins.

Durchlauf ohne »Montur«: Beim Abschlusstraining entledigen sich die Adler ihrer gewichtigen Ausrüstung und man kann sich die schweren Jungs mal genauer anschauen.

Maxeiners Zuversicht, dass dann gefeiert werden kann, liegt an strukturellen Vorteilen: Zum Kader der Eagles gehören in diesem Jahr 50 Spieler, die Zahl an Akteuren die maximal in einem Match eingesetzt werden dürfen. Niemand muss daher »both ways« eingesetzt werden, also sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung ran. Das verschafft Atempausen im Spiel und erlaubt den Akteuren, sich zu spezialisieren.

Verdient wird laut Maxeiner nichts bei den Eagles. Andere Vereine kauften sich in den USA Spieler ein, darauf verzichteten die Mombacher. Zwar stehen Amerikaner im Kader. Diese haben aber über private Drähte ins Team gefunden, etwa übers Studium oder weil sie in der Army dienen und dort von anderen Soldaten von den Eagles erfahren haben. Andere gehen den Weg über die drei Jugendteams der Eagles, um später selber bei den Erwachsenen zu spielen.

Deren Spieler wohnen in einem Einzugsgebiet von Frankfurt bis Kaiserslautern und nehmen drei Mal die Woche die Fahrt auf sich, um das Ziel Aufstieg zu verwirklichen. »Das zeugt von Commitment«, sagt Simon Pulch, Sportdirektor der Eagles. Neun Trainer führen das Team, erzählt Maxeiner. Hinter dem Chef, dem Headcoach Leo Chavez-Weyand arbeiten andere an den speziellen Bereichen wie Offensive, Defensive oder Anstoß.

50 Spieler, neun Trainer, drei Jugendteams und eine Frauen-Mannschaft. Angesichts dieser Wucht ist Maxeiner mit der Besucherzahl von durchschnittlich 200 pro Spiel nicht zufrieden: »Aber auch da arbeiten wir daran, dass es besser wird.«

| Mario Thurnes

Regeln - Ziel des Footballs ist es, den ovalen Ball in die gegnerische Endzone zu tragen. Gelingt ein solcher »Touchdown«, gibt es sechs Punkte. Anders als es der Name suggeriert, wird im Football das meiste mit den Händen getan. Das Spielfeld ist samt Endzonen 120 Yards (rund 110 Meter) lang. Eine Mannschaft greift an, die andere verteidigt. Zum Beginn eines jeden Spielzugs haben die Angreifer den Ball und vier Versuche, um zehn Yards nach vorne zu kommen. Sie können den Raum mit Werfen und Fangen oder durch Einzelläufe überwinden. Schaffen sie dies, gibt es vier neue Versuche - schaffen sie es nicht, wechselt das Angriffsrecht auf die andere Mannschaft. Nach einem Touchdown können die Angreifer den Ball durch ein Tor schießen und erhalten dafür einen zusätzlichen Punkt. Sind die Angreifer schon tief in der Hälfte des Gegners, glauben aber nicht mehr daran, einen »Touchdown« landen zu können, dürfen sie versuchen aus dem Feld das Tor zu treffen. Dafür gibt es im Erfolgsfall drei Punkte.
www.mainz-golden-eagles.de