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Der Mainzer - Die Stadtillustrierte
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Mainzer Stadtteile

Von Quellen zum Spargel

Finthen, das bedeutet Wohlklang in den Ohren von Spargelliebhabern. Auch als Wohnstatt ist der Mainzer Stadtteil begehrt. Mit einem Fuß in Reinhessen und die Mainzer Innenstadt vor Augen sorgen Busse, Straßenbahn, Autobahnanschluss und ein Flugplatz für gute Verbindungen.


Mainz-Finthen Durchfahrt

Finthen – dessen Bewohner von den Gonsenheimern bei jeder Gelegenheit einen mitbekommen. Das berühmt ist für seine Spargel.

An dessen Durchgangsstraße es gleich zwei Tankstellen gibt: Eine am Ortsein- und eine am Ortsausgang. Überhaupt Durchgangsstraße.

Über diese Kurmainz- und Flugplatzstraße wälzen sich endlose Fahrzeugkolonnen Richtung Layenhof und Wackernheim und retour.

Busse, LKWs, Autos. Fußgänger, die die Straße kreuzen wollen, warten entweder ewig auf ein Schlupfloch oder nehmen gleich den Umweg zur nächsten Fußgängerampel in Kauf.

Stolzes Bauerndorf

Mainz-Finthen Kirche

185 Meter hoch liegt der westlichste Mainzer Stadtteil, der 1969 eingemeindet wurde, manche bezeichnen das heute noch als »Zwangseingemeindung«. Das stolze Bauerndorf gehörte seit 1818 zur damals geschaffenen Provinz Rheinhessen und blieb bis zum Zusammenbruch des Drit­ten Reichs 1945 hessisch. Der französischen Besatzungszeit folgte die Ein­gliederung ins Bundesland Rheinland-Pfalz und seit der Eingemeindung werden die Entscheidungen im Mainzer Rathaus getroffen.

Finthen – laut sprachwissenschaftlicher Untersuchungen leitet sich der Ortsname vom vulgärlateinischen Begriff »fundanetum« ab. Das bedeutet Quellgebiet, Quellen. Tatsächlich gab es in alten Zeiten sehr viel Wasser in Finthen. Schon die Römer wussten die Finther Quellen für ihre Zwecke zu nutzen und speisten ihre Lager in Moguntiacum über Leitungen mit dem Nass. Längst gehört dieser Namensgebende Wasserreichtum der Vergangenheit an. Kirchborn, Königsbornbach und Aubach erinnern heutzutage als Straßennamen an die Bäche.

Mainz-Finthen Hochhäuser

Erklimmt man Finthen aus der Innenstadt heraus, ist von Spargeläckern weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen Obstplantagen – das Schild am Ortseingang klärt auf: Finthen ist ein Obst- und Spargelparadies. Was die Finther Bauern produzieren, gibt es direkt zu kaufen und zu essen: zahlreiche Hofläden säumen nicht nur die Hauptverkehrsstraße, auf den Speisekarten Finther Gaststätten und Restaurants hat das Königsgemüse in der Saison einen herausragenden Platz.

Seit der Eingemeindung wachsen um den alten Dorfkern herum die Neubaugebiete. Der älteste, der Katzenberg, ist geprägt von einfachen kleinen Einfamilienhäusern und Wohnblocks. Bekannter (und weithin zu sehen) dürfte aber die Römerquelle sein. Bei ihrem Bau »vergaß« man die Planung eines zweiten Autobahnanschlusses für Finthen. Seither müssen sich die Römerquellen-Bewohner durch den gesamten Stadtteil quälen. Hin und zurück. In dem Stadtviertel steht am Sertoriusring das 1858 errichtete Hessendenkmal. Ursprünglich auf einer bewaldeten Anhöhe errichtet, erinnert es an die Belagerung von Mainz. Heute erinnern wenige Bäume um das Denkmal herum an den Auenwald.

Der Papst auf dem Flugplatz

Mainz-Finthen Hochhäuser

Auch im alten Ortskern beherrscht der Verkehr die Szenen. Die vielen schönen Klinkerhäuser verschwinden fast hinter den Kolonnen parkender Autos. In Ober- und Unterdorf geteilt wird Finthen rund um das Alte Rathaus (in dem die Sparkasse untergebracht ist) und die Katholische Kirche St. Martin. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden ehemaligen Adelshof dominieren sie den Ortsmittelpunkt.

Eine weit wirkende Besonderheit in Finthen ist der Flugplatz. 1937 entstand er als Fliegerhorst der Luftwaffe neben dem Layenhof. Die Amerikaner bauten das Gelände zum Finthen-Airfield aus und seit 1993 ist der Flugplatz für die zivile Nutzung von Kleinflugzeugen frei. Vermutlich auf immer und ewig wird der »Finther Flugplatz« mit dem Papst verbunden sein: Am 16. und 17. November 1980 feierte Papst Johannes Paul II. im Rahmen seines ersten großen Pastoralbesuchs in Deutschland auf dem Finther US Army Airfield mit ca. 200.000 Gläubigen die Heilige Messe. In jüngerer Zeit schrecken allerdings die vom Flugplatz Finthen startenden Rundflüge der JU-52 die Gemüter auf.

| SoS

Textgrundlagen:
www.wikipedia.org/wiki/Mainz-Finthen
www.finthen.de
www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/finthen.html