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Hunde als Medium

Hundebesitzer kennen die Situation: Sie fahren in Urlaub und wissen nicht wohin mit ihrem Vierbeiner. Oder sie sind beruflich unterwegs und der Wauwau kann nicht mit. Tanja Scherer hat da eine Idee!


Tanja Scherer

Perro begleitet Tanja Scherer seit elf Jahren. Ein echter Mainzer ist er, sagt sein Frauchen, geboren im Mainzer Tierheim. Perro brachte die Diplom-Pädagogin auch auf die Idee mit dem »Hundetraum«. Hat Tanja Scherer mal keine Zeit für ihren Perro, geht der zu den Wohnsitzlosen, mit denen Scherer berufsbedingt täglich zu tun hat. Die 45-Jährige leitet die Psychosoziale Beratung und den Tagesaufenthalt der Evangelischen Wohnungslosenhilfe Mainz. In die Einrichtung in der Wallstraße kommen jeden Tag Wohnsitzlose, viele mit Hund.

Scherer weiß, dass Wohnungslose zuverlässig und vertrauenswürdig sind. Bei ihr in der Einrichtung arbeiten Wohnungslose ehrenamtlich und sehr engagiert im Tagesaufenthalt mit und ohne dieses Engagement wäre das Angebot kaum aufrechtzuerhalten. Dass Hunde durch Wohnungslose gut betreut werden, erlebt sie zudem jeden Tag. Nur: Wie bekommt man diejenigen, die Zeit haben, sich um Hunde zu kümmern, mit denen zusammen, die manchmal keine Zeit dazu haben und ihr Tier gut versorgt wissen wollen?

Mit Leib und Seele

Die Antwort lautet: Hundetraum. Das Projekt ist in der Realisierungsphase, Scherer auf der Suche nach einer Immobilie – gerne eine Halle, in der Hundezimmer eingerichtet werden können und mit Wirtschaftsräumen für die Mitarbeiter. Außerdem schreibt sie Förderanträge. Wenn es gut läuft, wird der Hundetraum ab Herbst Realität.

Tanja Scherer arbeitet mit Leib und Seele in der Wohnsitzlosenhilfe. In Nieder-Hilbersheim aufgewachsen, kam sie nach dem Abitur in Ingelheim zum Studieren nach Mainz: Diplom-Pädagogik mit Schwerpunkt Sozialpädagogik. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich damals mit Nachtwachen im Bilhildis-Stift und mit der 24-Stunden-Betreuung einer behinderten Frau. Für ihre Diplomarbeit untersuchte sie »Armut in Rheinland-Pfalz, am Beispiel wohnsitzloser Menschen«.

Die »Annäherung« an die Menschen, die auf der Straße leben, war nicht einfach damals, erinnert sich Scherer heute. Sie glaubte, diese Wohnsitzlosen würden ihre Fragerei als Voyeurismus erleben und sie abweisen. Doch das Gegenteil war der Fall. Offen seien ihr die Menschen begegnet und hätten sich gefreut über das Interesse an ihrem Leben.

Nach dem Studium arbeitete Scherer zuerst im Pflegebereich. Als sie das Job-Angebot für eine Stelle in der Wohnsitzlosenhilfe las, war für sie klar: »Da schlägt mein Herz, da will ich hin.«

Woher diese Gewissheit kam, vermag Tanja Scherer nicht so genau zu sagen. Einen Hang, Menschen zu helfen, hatte sie schon immer. Wobei ihre Hilfe die elementaren Grundbedürfnisse im Blick hat.

Auf der chinesischen Mauer

In ihrer Freizeit ist die Diplom-Sozialpädagogin meist gemeinsam mit ihrem Lebenspartner in Bewegung: Laufen, mit und ohne Hund, sowie Schwimmen sind angesagt. Zum Laufen gehört die Begeisterung für Halb-Marathons. Den schönsten und mit Abstand den anstrengendsten lief Tanja Scherer auf der Chinesischen Mauer. Und von dem Blick schwärmt sie noch heute.

Auch in Marrakesch, in Antalya und in Wien war sie schon am Start, in Mainz ist sie seit zehn Jahren dabei – aber, bis auf eine Ausnahme, immer nur Halbmarathons: »Ein ganzer ist mir zu anstrengend«. Schwimmen, diese sportliche Begeisterung ist noch recht frisch, macht aber, mit zunehmender Technik immer mehr Spaß. Fehlt eigentlich nur noch Radeln stellt sie fest, dann ist die Teilnahme an einem »Jedermann-Triathlon« auch nicht mehr weit.

| SoS

Wer seinen Wauwau gerne vom Hundetraum betreuen lassen möchte kann sich schon jetzt an Tanja Scherer wenden:
t.scherer@mission-leben.de