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Ein Pazifist aus Vernunft

Vor 35 Jahren nahm Gernot Lennert erstmals an einem »Osterspaziergang« in Mainz teil. Seit 2000 ist er einer der Organisatoren des »Mainz-Wiesbadener-Ostermarschs«, der alljährlich am Karsamstag stattfindet, dieses Jahr in Mainz.


Gernot Lennert

Das Thema Krieg und Frieden und Kriegsdienstverweigerung beschäftigt ihn seit seinem 13. Lebensjahr, erzählt Gernot Lennert. »Damals habe ich begriffen, dass ich als Soldat in den Krieg geschickt werden kann, was ich als Unding empfand.« Naheliegend, so blickt der der 56-Jährige zurück, sei deshalb die Hinwendung zur Friedensbewegung gewesen. Auch als promovierter Politologe und als Historiker fühlt er sich der internationalen Menschenrechtsarbeit verbunden.

Von 1991 bis 2007 war Gernot Lennert als Lehrbeauftragter an der Mainzer Universität tätig und ist dazu seit 1994 Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Hessen. Als solcher ist er auch für die DFG-VK in Rheinland-Pfalz zuständig, arbeitet außerdem als Bildungsreferent des DFG-VK-Bildungswerks Hessen und hält Vorträge.

Mann muss sich bemerkbar machen

Die Organisation der Mainz-Wiesbadener Ostermärsche sei allerdings eine überwiegend ehrenamtliche Arbeit, getragen von den jeweiligen Gruppen vor Ort. Trotz relativ geringer Teilnehmerzahlen in den vergangenen Jahren, meint Lennert: »Man muss sich bemerkbar machen und man darf sich nicht entmutigen lassen, wenn nur wenige teilnehmen.« Für junge Menschen sei es heute kaum nachvollziehbar, dass Kriegsdienstverweigerung eine harte Auseinandersetzung war, mit der Familie, mit den Behörden: »Zurzeit gibt es keine Einberufungen, es besteht wenig Angst vor Krieg und selbst der Krieg in der Ukraine scheint ganz weit weg zu sein.« In den 80er Jahren aber sei das Thema Kriegsdienstverweigerung ein drängendes und bedrängendes Thema insbesondere für die jungen Menschen gewesen: »Etwa die Hälfte meiner Klassenkameraden verweigerte wie ich den Kriegsdienst.«

In den 90ern dann meinte man, das Thema Krieg und Frieden habe sich erledigt, nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation. »Dann kam der Kosovo-Krieg und mit ihm wieder mehr Menschen, die sich mit diesen Themen auseinandersetzten.«

Gernot Lennert hat sich nach fast 40 Jahren ehren- und hauptamtlichem Engagements in der Friedensbewegung an das Auf und Ab gewöhnt: »Mal sind die Gruppen größer, mal kleiner, mal kommen viele zu den Ostermärschen, mal weniger.«

Dass dieses hartnäckige Festhalten an Überzeugungen keine Selbstverständlichkeit darstellt, weiß Lennert. Gleichwohl sieht er sich nicht als Besessenen: »Ich bin Pazifist, weil ich das für vernünftig halte.«

Dass Lennert einen großen Teil seines Alltagslebens diesen Themen widmet, ist gewiss. Lesen z.B. ist ihm ein selbstverständliches Bedürfnis, gleichwohl ein Anliegen, das kaum von beruflichen Inhalten zu trennen ist.

Faszinierende Klangwelten

Seine Beschäftigung mit Musik ist dagegen nicht auf Anhieb mit Friedensarbeit in Verbindung zu bringen. Von seinen Forschungsaufenthalten in der Karibik brachte Lennert viele Musikkassetten mit und entwickelte sich zum begeisterten Hörer dieser vielseitigen Klangwelten. Seither bringt er aus allen Ländern in die er, meist beruflich reist, Musik mit. So erfüllte er sich vor zwei Jahren auch einen lang gehegten Wunsch und besuchte zusammen mit seiner Freundin die »Spiegelwelt der karibischen Inseln«, La Réunion und Mauritius im indischen Ozean, die wie Trinidad und Tobago von Europäern kolonisiert und als Plantagengesellschaften mit Arbeitskräften aus Asien und Afrika strukturiert wurden. Und wieder waren es die Klangwelten, die mit ihm den Weg nach Europa zurück gingen.

| SoS

4.4.15 Auftaktkundgebung:
10.30 Uhr, Hauptbahnhof Mainz
Schlusskundgebung mit Kulturprogramm:
12.30 Uhr, Leichhof
http://ostermarsch-mz-wi.de