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Rheinhessen

Auf den spuren der Literaten (2)

DER MAINZER nähert sich Rheinhessen literarisch. Einige wohl bekannte Autorinnen und Autoren haben in dieser Region ihre Wurzeln. Zum Beispiel Carl Zuckmayer.


Zuckmayer Widmung
Die Fastnachtsbeichte: eine Erzählung / Carl Zuckmayer. Erstausg., 11.-15. Tsd., Frankfurt am Main: S. Fischer, 1959. Handschriftlicher Widmung des Autors für Adam Gottron. Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz. Signatur: 55/9541

Bis Aschermittwoch regiert in Mainz und Rheinhessen die Fastnacht. Der Schriftsteller und Dramatiker Carl Zuckmayer verewigte die »fünfte Jahreszeit« in seiner Novelle »Die Fastnachtsbeichte«. Die berühmte, 1959 erschienene Erzählung über Liebe, Schuld, Verstrickung und des Menschen Suche nach Barmherzigkeit wird zu den bedeutendsten Werken des Autors gezählt und spielt in der Mainzer Altstadt. Bezüge zur rheinhessischen Heimat des Dramatikers finden sich reichlich in dem Werk, gleichwohl Zuckmayer ab 1958 in Saas Fee im schweizerischen Wallis lebte.

Geboren wird Zuckmayer als Sohn eines Kapselfabrikanten in Nackenheim am 27.12.1896, um die Jahrhundertwende zieht die Familie nach Mainz. 1914 meldet er sich mit Notabitur als Kriegsfreiwilliger und nimmt an den Materialschlachten der Westfront teil. Nach dem Krieg wird er Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates in Mainz und studiert in Frankfurt Jura, wechselt aber bald nach Heidelberg, um Literatur- und Philosophie zu studieren. 1922 wird er Dramaturg in Kiel, dann in München und Berlin. 1925 brachte ihm »Der fröhliche Weinberg« den Durchbruch und den renommierten Kleist-Preis. 1933 verhängten die Nationalsozialisten ein Aufführungsverbot über ihn. Zuckmayer zog sich daraufhin nach Henndorf bei Salzburg zurück. 1938 floh er weiter in die Schweiz, ein Jahr später in die USA. 1958 kehrte er in die Schweiz zurück. Am 18. Januar 1977 ist er bei Visp (Wallis) gestorben.

In Zuckmayers Geburtsort Nackenheim erinnert mancherlei an den Schriftsteller. An der Fassade des Rathauses fand seine Büste, ein Werk der Künstlerin Ursula Bertram, ihren Platz. Eine Grundschule ist nach ihm benannt, eine Halle, und 1972 wurde die Carl- Zuckmayer- Gesellschaft e.V. Mainz in Nackenheim gegründet. Ihr Ziel ist, das Werk von Carl Zuckmayer zu erforschen und zu fördern. Dazu gehört auch die Aufführung vor allem mundartlicher Bühnenstücke durch ein eigenes Spielensemble, darunter der »Fröhliche Weinberg« auf der Freilichtbühne in Nackenheim.

| SoS

Infos und Textgrundlagen:
www.nackenheim.de
www.carl-zuckmayer.de
www.literarisch-reisen-rlp.de
de.wikipedia.org/wiki/Die_Fastnachtsbeichte